Austria

Masken und weitere Einschnitte: Geris Corona-Tagebuch

Dienstag, 31. März:  Wer heute einkaufen war, konnte sich bereits an jenen Anblick gewöhnen, der ab morgen, zufällig ein 1. April, Alltag ist. Menschen, die mit ängstlichem Blick hinter einer Schutzmaske durch die Gänge eines Geschäfts huschen. Immer darauf bedacht, bei niemandem anzustreifen, niemandem zu nahe zu kommen. Es fühlt sich so an, als würden all diese etwas zu verbergen haben. Oder so, als sei man selbst der Aussätzige. Wirklich angenehm und wünschenswert ist beides nicht.

Coronamaske selbst gebastelt

Aber muss das sein? Ich weiß es nicht, ich bin auch kein Virologe. Und selbst die wissen es wohl immer noch nicht so genau. Unsere Regierung übrigens auch nicht. Die weiß zwar sicher schon mehr, als sie uns wissen lässt und aktuell zumutet, aber damit ist es mit deren Kenntnis auch schon wieder vorbei. Als Fischen im Trüben lässt sich die aktuelle Situation umschreiben. Und als Immunisierung der Gesellschaft in kleinen Dosen täglich geringer werdender Freiheiten. Ein gefährliches, wahrscheinlich derzeit aber nötiges Spiel. Wir werden auf der Hut zu sein haben.

Was ich zu wissen hoffe: Das Tragen dieser ungewohnten Masken wird das Ansteckungsrisiko weiter verringern. Wenn es hilft, den Kollaps des Gesundheitssystems zu verhindern, ist es o.k. Wenn die Verbreitung des Virus aber so vor sich geht, wie es meist beschrieben wird, und es stimmt, dass ein großer Prozentsatz der Bevölkerung angesteckt werden muss, um alles wieder in den Griff zu bekommen, dann heißt es aber auch: Wir sollten uns nicht auf wenige Wochen dieser Einschränkungen, sondern eher auf viele, viele Monate einstellen. Auch wenn sich das kaum noch jemand zu sagen traut. Und jeder Tag, den es kürzer dauert, wird für mich ein wunderbarer sein.

Ich habe übrigens schon meine Maske. Meine Frau hat sie bereits gestern genäht, individuell im freundlichen Design. Nichts von der Stange. Anleitungen finden sich im Internet zuhauf, eine wenig Geschick ist beim Nähen sicher kein Fehler. Unter der Maske ist es zwar ein wenig stickig, aber daran wird man sich in nächster Zeit vermutlich gewöhnen müssen. Und an so manch weitere Einschnitte in unseren Alltag ebenso.

Mit Einschnitten müssen derzeit leider viele Mitmenschen leben. Über manche dieser, nicht Menschen, sondern Einschnitte, lässt sich jedoch nur der Kopf schütteln. Etwa darüber, dass manch ein Wirt, der in seiner Küche quasi Essen auf Rädern für jene zubereiten könnte und möchte, die derzeit auf Fertigprodukte oder Liefer-Fastfood angewiesen sind, das nicht darf.

Vor rund einem Monat habe ich den 80er meiner Tante Erika beim Kaiser in der Saass in Aschach gefeiert. Vor zwei Tagen habe ich erfahren, dass die Wirtin nun ums nackte Überleben kämpft. Sie darf ihre Menüs, die sie coronasicher abgepackt anbieten würde, nicht ausliefern und verkaufen. Da verstehe einer noch unsere Vorschriften… Morgen lesen Sie darüber in den OÖNachrichten.

Geschichten wie diese gibt es viele. Für einige wird sich garantiert eine zufriedenstellende Lösung finden lassen, andere werden am Unwillen oder weiterhin bestehender Bürokratie scheitern. Denn in Zeiten wie diesen lässt es sich dahinter noch besser verstecken, auch wenn meist nur ein klein wenig gesunder Menschenverstand bereits helfen würde.

Lassen Sie sich nicht entmutigen, helfen Sie anderen und bleiben Sie gesund. Dann wird das schon wieder. Irgendwann.

Muss es Sturm nach der Ruhe sein?

Montag, 30. März:  Ist Ihnen schon aufgefallen, wie angenehm ruhig es selbst in Städten derzeit ist? Vielleicht sollte es uns ein Ansporn sein, auch für die Zeit nach Corona darüber nachzudenken...?

Kammerspiele: Dem "Mythos voest" auf der Spur
Schlote mit langer Geschichte (Weihbold)

Eine gute Seite am Coronavirus habe ich noch nicht gefunden. Jene, die von einer die Menschheit reinigenden Seuche sprechen, sind mir ein Gräuel. Es soll daher an dieser Stelle nichts haften bleiben, was dieses Virus in ein auch nur annähernd positives Licht rückt.

satellitenbild Österreich 2019

Heute sind Satellitenbilder veröffentlicht worden, die eine deutliche Abnahme der Luftverschmutzung über Österreich belegen. Von China, wo das Virus seinen Ausgang genommen hat, kennen wir diese Bilder schon länger. Im Jahresabstand (oben: 2019; unten: 2020) ist der Rückgang bei uns deutlich zu sehen.

satellitenbild Österreich 2020

Na no na ned, mögen sich manche nun denken. Wenn die Wirtschaft praktisch still steht und der Verkehr nur noch eingeschränkt fließt, muss das ja so sein. Richtig?

Richtig! Wer an der Ennserstraße in Steyr lebt, oder wie ich an einer der Ein- oder Ausfahrten der Stadt, Richtung Haag, ins Enns- oder Steyrtal, der genießt die Ruhe aktuell. Vor allem die deutliche Abnahme des Lkw-Verkehrs ist eine Wohltat für Gemüt, Ohren und Lunge.

Aber Vorsicht: Gewöhnen Sie sich nicht daran! (Und derzeit hoffentlich: Gewöhnen Sie sich auch an vieles andere nicht, was aktuell im Namen Coronas unsere Rechte und unsere Freiheit beschneidet. Bleiben Sie wachsam und fordern Sie zeitgerecht zurück, ehe sich manch ein Möchtegern zu sehr an die Möglichkeiten a la China oder Ungarn gewöhnt hat, die eine derartige Massenbeschneidung von Rechten bietet.)

Zurück aber zur Luft, zur Ruhe und zum Gewöhnen: Er wird wieder kommen. Der Verkehr. Und mit ihm der Lärm und der Gestank. Wenn der Wirtschaftsmotor erst wieder brummt, dann werden jene der Lkw dröhnen.

Abfinden müssen wir uns damit freilich nicht. Nun bestünde Gelegenheit (und Zeit), sich Gedanken darüber zu machen, wie etwa der Güterverkehr endlich effektiv auf die Schiene verlagert werden kann. Oder wie öffentlicher Verkehr attraktiv wird. Da kommt mir zum Beispiel der heruntergekommene Steyrer Bahnhof in den Sinn, der eine einzig Schande für die Stadt ist. Oder wie gestalten wir unser Konsumverhalten dahingehend, dass Regionalität und Vernunft in unseren Ranglisten weiter nach oben wandern? Es muss im Namen des freien Handels nicht jeder künftige Schrott in höchst umweltschädlichen Containerschiffen über den halben Erdball geschippert werden. Es muss nicht die Frucht aus Fernost sein, die unseren Obstkorb bis zum Faulen füllt. Und, um es für alle verständlich zu schreiben: Unser Wein ist schon lange besser als die Importtropfen aus Südafrika, Chile oder Kalifornien.

Genießen wir also die aktuelle Ruhe und machen wir uns ruhig ein paar Gedanken, wie wir den in einigen Wochen oder gar erst Monaten wieder aufkommenden Sturm vielleicht ein klein wenig eindämmen wollen.

Gestatten Sie mir eine kleine Anekdote zum Schluss: Einer meiner Nachbarn hat heute Schneefall und Ruhe sehr genossen. Seine Worte: "Vor Corona wäre schon längst der Schneepflug durch die Siedlung gerattert." Stimmt. Ist auch nur ein Flöckchen Schnee angesagt, wird üblicherweise sofort jeder Quadratzentimeter Asphalt gnadenlos niedergesalzen oder -geruselt. Als Kinder sind wir auf der Schneefahrbahn über den kleinen Hügel in der Siedlung gerodelt, das glauben uns die Kinder von heute nicht mehr.

Und eine kurze Antwort auf die vielen Fragen per Mail und auch persönlich, wie es mir nach meinem gefühlten Marathon so ergangen ist: Überraschend gut. Auch weil ich danach brav gedehnt habe, so wie es mich Petra, eine liebe Lauffreundin aus Vor-Corona-Zeiten, geduldig gelehrt hat. Heute war ich übrigens nicht laufen. Mein Ersatzprogramm hat Schokobananen geheißen. 

Genießen auch Sie mal eine (aber nicht zu viele) Schoko-Pause oder nähen Sie sich eine Einkaufsmaske. Sie werden sie schon bald brauchen. Vor allem aber: Bleiben Sie gesund.

Corona trennt auch Spreu vom Weizen

Sonntag, 29. März: Herausforderungen haben es in sich, dass sie das Beste in den Menschen, manchmal aber auch das Schlechteste zum Vorschein bringen. Hier trennt sich häufig die Spreu vom Weizen. Erfreulich ist aber:  Die Hilfsbereitschaft erlebt vielerorts neue Höhenflüge. Und den unerfreulichen Rest: Einfach abhaken und vergessen.

Die Zeit ist weder eine einfache, noch wird sie rasch vorüber sein. Auch nach zwei Wochen Coronakrise nicht.

Weizen

Sie bietet aber auch die Gelegenheit, eingefahrene Bahnen zu verlassen und alte Gewohnheiten über Bord zu werfen. Ich habe es in den vergangenen Tagen immer wieder erleben dürfen, wie Menschen spontan ihre Hilfe angeboten haben, sich plötzlich wieder mehr für ihr Umfeld interessiert haben. Wie sich viele daran erinnert haben, was wirklich zählt.

Natürlich gibt es auch die andere Seite, die Vernaderer, die Besserwisser, jene, die selbst jetzt unversöhnlich sind, und jene, die weiterhin immer nur die Schuld bei den anderen suchen und Gräben vertiefen. Die schöne Seite sind sie freilich nicht.

Für viele Menschen, nicht nur in Steyr und der Region, war Nächstenhilfe immer schon der Alltag und Grundeinstellung. Viele entdecken diese Seite nun aber erst an sich. Und das ist schön. Wenn ich sehe, wie viele Menschen sich dafür interessieren, wie es den Nachbarn oder ehemaligen Freunden geht und ob diese Hilfe brauchen, die Einkaufsdienste übernehmen, und dass es auch immer mehr werden, gibt mir das ein gutes Gefühl. Eine Bekannte, die nun mehr Zeit hat, übernimmt Fahrten für Essen auf Rädern, ein anderer widmet noch mehr Engagement dem Roten Kreuz.

Und es gibt zahllose Initiativen, die längst den Ernst der Lage für die regionale Wirtschaft und deren Vielfalt erkannt haben. Initiativen wie lieferserviceregional.at der Wirtschaftskammer oder die Aktion "Kauf Oberösterreich" der OÖNachrichten sind begeisternde Beispiele, wie versucht wird, die heimischen Produzenten, Händler und Dienstleister zu unterstützen. Und möglicherweise besinnen sich jetzt endlich viele, die ihr Heil bei Amazon und Co zu finden glauben und deren Geld weder in Regionalität noch Nachhaltigkeit fließt, der Stärken ihres Umfelds. Wer in der Zeit nach Corona wieder vor Ort bummeln und genießen will, sollte jetzt schon danach handeln.

Nicht nur wirtschaftlich, auch in Sachen Gesundheit lotet das Virus unsere Grenzen aus. Ärzte und Pfleger stehen hier an vorderster Front. Unglaublich, wie viele Menschen sich nun dem Schutz dieser unermüdlichen Helfer verschrieben haben. Da werden Desinfektionsmittel produziert, wo einst Alkohol destilliert wurde, Testkits in Laboren hergestellt, die sich bisher mit ganz anderen Dingen beschäftigt haben, und von Vereinen und Freundesgruppen Schutzmasken in Eigenregie teils auch gebastelt.

Und natürlich ruft dies alles die Neider auf den Plan. Sie machen zwar nichts selbst, können aber perfekt kritisieren. Sie wissen, dass die Tests unbrauchbar sein werden, Masken keinen Schutz bieten, andere das Virus mutwillig verbreiten. Täglich werden wir in der Redaktion mit Bildern, Schreiben und Anrufen konfrontiert, die beweisen sollen, wie schlecht sich manche verhalten. Bilder von Autofahrern, die dort unterwegs sind, wo sie gar nicht dürften (Aha!), Berichte über Spaziergänger, die sich garantiert näher als einen Meter gekommen sind, und Beschwerden darüber, dass andere etwas machen, was man selbst nicht tut.

Eh schön. Tipp an all die Vernaderer, Weltverschwörer und Schlechtmacher: Einfach selbst besser machen und sich an die Vorgaben halten.

Mein Rat an alle anderen: Lassen Sie sich nicht von ihrer Hilfsbereitschaft abbringen, ignorieren Sie Verbitterung und Hass, vor allem aber bleiben Sie vorsichtig und gesund. Und nützen Sie die eine Stunde, die Ihnen heute die Sommerzeit hoffentlich geschenkt hat.

Österreich wird fitter denn je

Samstag, 28. März: Nach Corona werde alles besser werden, sagen manche Experten bereits jetzt voraus, wo wir den Höhepunkt der Krise noch gar nicht erreicht haben. Ich glaube: So fit wie in wenigen Wochen schon werden die Österreicher noch nie gewesen sein.

Radfahren. Laufen. Walken. Gemütlich spazieren. Trampolin springen. Yoga im Garten. Wer an diesem (leider vorerst mal letzten) frühlingshaft warmen Samstag im Freien unterwegs war, dem sind wohl so viele sportelnde Mitbürger wie selten zuvor über den Weg gelaufen. Gefühlt so ziemlich jeder hat nach seinen Möglichkeiten versucht, sich in Form zu bringen und in Bewegung zu bleiben. Ende März und die Menschen tun, als wäre bereits Frühsommer.

Alle Steyrer dürfen der Stadt ihre Ideen zum Thema Radfahren mitteilen
Rad fahren, nicht schieben – die Stadt Steyr bittet um Vorschläge, wie der Radverkehr verbessert werden kann.

Einerseits verständlich an einem strahlend schönen Tag wie heute nach zwei Wochen, in denen sich viele bereits wie eingesperrt fühlen.

Andererseits: Ist das alles auch vernünftig? Raus zu gehen in die aufblühende Natur tut gut. Vor allem jenen, die bei der angekündigten Rückkehr des Winters ab Montag wieder in der kleinen 40 Quadratmeter-Wohnung im vierten Stock ausharren müssen. Es war also fast zu befürchten, dass dann alle zeitgleich unterwegs sein werden. Die Autokolonne am Damberg war so lang wie sonst nur an den besten Frühlings- und Herbsttagen. Im Schoiber-Gastgarten wären vermutlich Rekordumsätze erzielt worden, hätte er öffnen dürfen. Das Virus hätte wohl auch Rekordansteckungszahlen verbucht.

Das einzig positive an der Situation: Die Menschen lernen hoffentlich wieder schätzen, wie schön ihr unmittelbarer Lebensraum ist, welchen Erholungswert er bietet, welche Möglichkeiten sich auftun, auch wenn man nicht Hunderte Kilometer weit mit dem Auto fährt.

Apropos Auto: Beim Rundblick vom Damberg hatte ich das - vielleicht nur subjektive - Gefühl, die Luft sei reiner. Jede sonst noch so trübe Facette eines fernen Hügels war klar auszumachen. Kann sein, dass ich mir das einfach nur einbilde, weil es schön wäre. Kann sein, dass der Wind sämtliche Schadstoffe verblasen hat. Vielleicht ist die Luft aber auch wirklich besser geworden.

Besser wird sicherlich auch die Fitness von uns Österreichern. Denn es wird sich in den kommenden Wochen vermutlich nicht allzu viel ändern (außer die Beschränkungen müssen nochmals verschärft werden). Es wird also geradelt, gelaufen, spaziert auf Teufel komm raus. Vielleicht sind wir alle nach Corona wirklich sportlich und fit wie selten zuvor. Und für all jene, die brav daheim bleiben, vor allem für die älteren Mitbürger, gibt es ja auch eine perfekte Möglichkeit, sich in Form zu bringen: Corona-Fit mit Hans Käferböck. 

Freilich: Übertreiben sollten Sie den Ausbruch aus den eigenen vier Wänden auch nicht. Wer beobachtet hat, wie genau die Polizei jedes einzelne Auto auf der Schönauerbrücke in Steyr kontrolliert hat, der weiß: Wir sind noch lange nicht übern Berg. Bis wir das Virus halbwegs im Griff haben, wird es leider noch dauern. 

Ein gefühlter Marathon

Freitag, 27. März: In Form zu bleiben ist auch während der Coronakrise kein Fehler. Also: Rein in die Laufschuhe, raus in die Natur. Manchmal aber sollte man sich zuvor dessen bewusst sein, was danach folgt.

Ein sonniger Urlaubstag wie der heutige ist wie geschaffen für sportliche Aktivitäten. Doch selbst an freien Tagen gilt  für Journalisten: Informieren geht vor blamieren. Die schreibende Zunft darf sich hin und wieder verbreitete Infos auch merken. Doch der Reihe nach.

Laufen Münichholzer Wald

Nach getaner Hausarbeit - Mails checken, Tee trinken, Nachrichten lesen, mit den Homeoffice-Söhnen plauschen, telefonieren, ein wenig Gymnastik, aber auch Entsorgen und das Mittagessen schnipseln und kochen - war immer noch Zeit, um den Vormittag sportlich ausklingen zu lassen. Also rein in die Laufschuhe, ein wenig Bewegung schadet nicht. Entsprechende Fitness kann bei anhaltender Krise noch von entscheidender Bedeutung sein.

Leser des Tagebuchs wissen: Der Münichholzerwald ist mein Revier. Die städtische Natur ist herrlich, der Erholungsfaktor hoch und es gibt zahlreiche Wege, die täglich eine neue Strecke erlauben. Nicht unerheblich: Die zurückgelegte Laufdistanz bleibt immer im einstelligen Kilometerbereich. Zweistellige Distanzen sind mir im Laufschritt an sich zu wider. Will ich derartige Entfernungen zurücklegen, sattle ich lieber mein Rad und erkunde den Damberg. Halte ich mich nicht an diese selbst auferlegte Regel, kündigt mir tags darauf meist mein linkes Knie die Freundschaft.

Heute aber wollte ich es wissen. Und bis an die äußersten Grenzen der Einstelligkeit gehen. Die Runde lautete: Stadtbad, Eisenbahnbrücke Richtung Garsten, via Schiffweg und Ortskai retour zur Rederbrücke, der Enns entlang hinter dem Rennbahnplatz vorbei zur HTL, danach zum Münichholzer Steg und heimwärts.

So zumindest laut Plan. Die Sperre des Stegs warf mich beinah aus den Schuhen. "Wegen Sanierungsarbeiten gesperrt" war zu lesen, in etwa von Mitte März bis Mitte April. An mehr erinnere ich mich ob der folgenden Erschöpfung nicht. Dann schoss es in mein Gedächtnis: Genau! Mitte März gab es doch eine Magistratsinfo, dass der Steg saniert wird. Das hätte ich mir merken sollen. Allerdings: Sanierung ab Mitte Mai war mir in Erinnerung geblieben, um die 130.000 Euro an Kosten ebenfalls. Der Zeitplan dürfte sich möglicherweise coronabedingt oder wetterbedingt nach vorne geschoben haben, allerdings unter meinem Radar hindurch.

Meinen Laufschuhen sei Dank. Sie trugen mich danach hinter dem Reitclub vorbei zur Nordspange, über die Brücke und von dort wieder ins Münichholz. Deutlich zweistellig war die torkelnde (Tor)Tour, für mich ein gefühlter Marathon. Ob das mein Körper verzeiht, wird sich morgen weisen. Auf alle Fälle hab ich mir heute das After-Run-Bier redlich verdient.

Das hoffe ich auch für Sie. Genießen Sie es, halten Sie sich fit und bleiben Sie gesund.

Von Einkehr, Leistungsträgern und Fremdschämen

Donnerstag, 26. März: Coronakrise bedeutet für einige weitaus mehr zum Wohle aller zu arbeiten. Für mich heißt es aktuell: Urlaubsabbau. Daher war ich heute daheim. Geschämt habe ich mich schon gestern Abend.

Einkaufen, Bärlauch pflücken, kochen, ein wenig Sport, ein gutes Buch, sich um jene kümmern, die einem am Herzen liegen. Nichts besonderes an sich, alles schon erledigt.

Freie Tage lassen sich vielfältig nutzen. Auch zur inneren Einkehr.

Urenenfriedhof auf dem Steyrer Tabor

Heute ist der Sterbetag meines Vaters. Ich habe ihn auf dem Steyrer Friedhof besucht. Viel zu selten mache ich das. Auch wenn ich in Gedanken sehr oft bei ihm bin.

Wie hätte er wohl in dieser Situation reagiert? Was hätte er getan? Wie wäre er der Gefahr durch das Virus begegnet?

Mit seinen nun 75 Jahren hätte er zur Risikogruppe gezählt. Aber er hätte gewusst, was zu tun ist. Hat er meist. Und er war meist auch für andere da.

Ein konträrer Typ ist mir gestern in der ZIB2 über den Bildschirm geflimmert. Einer, der sich garantiert zu jener Spezies der Leistungsträger zählt, die das Land voranbringen. Nein, es war kein (Frau wie Mann) Arzt, kein Bauer, kein Marktfahrer, niemand von der Müllabfuhr, keiner aus dem Lebensmittelhandel, kein Pfleger und auch niemand, der sich aktuell für uns beim Roten Kreuz engagiert. Und es gäbe noch viele, die ich hier aufzählen könnte. Aber sie alle zählen auch nicht zu den vielzitierten Leistungsträgern dieser Gesellschaft. Auch wenn ohne sie nichts ginge und gerade sie in Zeiten der Coronakrise noch mehr Anerkennung und Dank verdienen würden.

Nein, es war der Chef der Wiener Börse, den Armin Wolf interviewen durfte oder musste. Und dieser, nicht Wolf, schwadronierte in höchst, nicht gewinnender, aber für ihn vielleicht gewinnbringender Art darüber, wer die Steuertöpfe dieses Landes befüllt, wer daher auch davon naschen sollte, wer das Land am Laufen hält (es waren nicht die vorhin aufgezählten...) und wer daher neben staatlicher Förderung auch weiterhin Dividenden kassieren sollte.

Ich habe mich fremdgeschämt. Nicht für die vielen Unternehmer, die mit ihren Betrieben großartige Arbeit leisten, die vielen Menschen Jobs geben, die teils viel Steuern zahlen und daher gut verdienen. Auch ich habe einen Teil meines Ersparten an der Wiener Börse in österreichische Unternehmen investiert. Nein, ich habe mich geschämt dafür, dass ich damit den Chef dieser Börse mitfinanziere.

Und ich nehme an, dass sich auch viele der hervorragenden Unternehmer dieses Landes und viele der wirklichen Leistungsträger, auf die es nun ankommt, fremdgeschämt haben, wenn sie diesen beschämenden TV-Auftritt in Zeiten der Coronakrise mitverfolgt haben.

Damit sind genug der Worte über jemanden verloren, der selbst jetzt leider nichts verstanden hat.

Machen Sie es gut und bleiben Sie gesund.

Ich zünde nun eine Kerze für meinen Vater an.

Die Tücken von Homeoffice zu dritt

Mittwoch, 25. März: Homeoffice ist so eine Sache. Nicht immer läuft es so, wie man es erhofft hat…

Wer nicht als Eremit in dieser Welt unterwegs ist, sondern ein Zusammenleben etwa mit Kindern genießen darf, wird die Situation voraussichtlich kennen. Man stößt rasch an Grenzen, wo es keine geben sollte. Den im einst beinahe grenzenlosen Europa gibt es nun sogar in den eigenen vier Wänden unzählige davon.

Kinder sind natürlich keine dieser Grenzen. Aber sie bringen uns rasch an die Grenze des Möglichen. Umso schneller, wenn nun plötzlich alle gemeinsam Homeoffice machen wollen. Oder auch sollen.

Homeoffice zu dritt
Wenn Homeoffice nicht ganz nach Plan läuft...

Meine beiden Söhne sind wunderbar. Felix und Emil, es sind die besten Söhne, die ich jemals hatte und auch haben werde. Mittlerweile sind sie so gut wie außer Haus, beide studieren und als leidgeprüfter, sehr anhänglicher Vater sehe ich sie weitaus seltener, als ich mir das möglicherweise vor wenigen Jahren noch gewünscht hatte.

Seit Corona aber habe ich die beiden wieder täglich. Und das ist schön so. Klitzekleines Problem dabei: Nicht nur ich will Homeoffice machen, auch sie wollen das. Und alle gemeinsam am sogar fast zwei Quadratmeter großen Esszimmertisch. Reichlich Platz also. Allerdings: Uni-Vorlesungen auf Englisch, nebenbei Computerspiele mit entsprechender Lärmkulisse, Telefonate mit den nun fernen Freunden und immer wieder diverse Schmunzelvideos am Handy – all das verträgt sich nicht optimal mit der gewohnten Redaktionsarbeit und Recherchetätigkeit. Als Journalist sollte man an diesen Prinzipien trotz Coronavirus zumindest ein wenig festhalten.

Doch für jedes Problem findet sich meist auch rasch die passende Lösung: Ich sitze mittlerweile wieder wie gewohnt an meinem Arbeitsplatz in der Redaktion, nun allerdings komplett alleine, da ich mich mit meinem Kollegen Hannes Fehringer täglich abwechsle. Die gegenseitige Ansteckungsgefahr sinkt dadurch auch enorm. Und an den Randzeiten, also frühmorgens, wenn die Jungs noch schlafen, oder abends, wenn sie der Hunger Richtung Kühlschrank treibt, habe ich doch noch meinen Platz im Homeoffice und kann damit zumindest ein klein wenig auch von daheim aus arbeiten.

Apropos Nachwuchs: Nicht immer haben die beiden studiert. Sie haben einst auch beide das BRG Steyr besucht. Von dieser Schule gibt es ein tolles Video, das die Lehrer für ihre Schüler als Mutmacher und Motivationsschub während der Coronakrise gemacht haben. Lesen Sie die Geschichte dahinter und schauen Sie sich das an, es ist lustig. Ebenso lustig und eigentlich noch kreativer ist jenes Video, das die BRG-Schüler beim Homeoffice zeigt. Donnerstagfrüh finden Sie es ebenfalls online.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg bei ihren Homeoffice-Bemühungen, so Sie bereits in dieser Situation sind. Bleiben Sie gesund und schreiben Sie mir, wenn Sie lustige Erlebnisse oder kreative Bilder für uns haben. Mails an [email protected]

Ein virtueller Clubabend ganz ohne Polizeikontrolle

Dienstag, 24. März: Die Abkehr vom Alltag bringt in Zeiten von Corona viel Neuerungen. Und es gibt Dinge, die einem fehlen. Die Treffen mit Freunden etwa. Doch es gibt digitale Abhilfe dafür.

Virtueller Clubabend
Der erste virtuelle Clubabend des Tauchvereins

Montagabend Tauchclub: Das war für mich seit Jahren Routine. Ein paar Längen Seite an Seite mit dem Clubkollegen schwimmen, danach gemütlich mit den Freunden beisammensitzen, anprosten, quatschen. Meine Jammerei, dass mir dieser montägige Allabend abgeht, hat mein Freund Thomas S. zum Anlass genommen, einen virtuellen Vereinsabend zu organisieren.

Was mit einer Runde nicht mehr ganz junger, großteils digitaler zumindest Teil-Analphabeten gar nicht so einfach ist. Es ist uns dennoch gelungen, dass wir uns abends zeitgleich vor den Bildschirmen miteinander und dennoch getrennt voneinander versammelt haben. Da es sich bei den meisten aber um absoluten Anfänger digitaler Videokonferenzen gehandelt hat, die Runde eher groß war und die Disziplin vor den Laptops, Tablets und Handys unterschiedlich und überschaubar war, war der Vereinsabend zwar lustig, aber auch anstrengend. Um es kurz zu machen: Die üblichen Treffen sind mir lieber, ich freu mich schon darauf, in die reale Welt zumindest teilweise wieder zurückkehren zu dürfen.

Anna Schmid
Anna A. beim ersten virtuelle Taucher-Vereinsabend

Diese wenigstens virtuelle Wiedersehen mit den Freunden war dennoch lustig, wie dass Foto meiner Clubkollegin Anna A. zeigt, und eine Freude, die nur durch zeitweiligen Hörschmerz getrübt wurde, wenn zu viele zeitgleich quasselten. Aber auch das wird sich bis zum nächsten Clubabend im Netz hoffentlich geben. Und wie brachte es nach etlichen Gläschen ein Freund, ich glaube Manfred K. war es, auf den Punkt: "Heute muss auf dem Heimweg in Richtung Bett keiner von uns in Sorge vor einer Polizeikontrolle sein." Kein Nachteil also, wo nicht auch ein kleiner Vorteil ist.

Nicht vergessen haben wir an diesem gestrigen Abend auch zwei unserer Freunde: Edi und Karl sitzen nach ihrem Skiurlaub seit Tagen in Ischgl in Quarantäne fest. Ich wünsche ihnen und ihren Mitreisenden viel Kraft für die Tage, die sie in Tirol noch ausharren müssen. Ihr habt es hoffentlich bald überstanden.

Nicht nur mein Tauchclub ist unvermittelt mitten in die virtuelle Welt vorgedrungen, auch vielen Familien geht es so. "Meine Kinder haben gestern zum ersten Mal mit ihrer Oma ein Videotelefonat geführt", hat mir heute eine Freundin berichtet, "und es hat sogar funktioniert und war echt lustig." Wobei es für die Enkerl Alltag war, für die Oma hingegen eine Premiere.

Nicht alle (Ur-)Omas und Opas haben allerdings das Glück, über ein smartes Telefon zu verfügen. Meine Nachbarin hat mir heute ihr Leid geklagt, vor Corona leider kein Bildschirm-Telefon mehr gekauft zu haben. "Ich habe meine Enkerl und Urenkerl schon so lange nicht mehr gesehen. Sie fehlen mir. Wenn ich von ihnen wenigstens Telefon-Fotos sehen könnte." Darauf wird sie wohl noch ein wenig warten müssen. Ganz einsam ist sie zum Glück aber auch nicht. Schließlich gibt es ja Nachbarn und auch eine Tochter, die für sie die Einkäufe erledigt.

Helfer in diesen schwierigen Zeiten brauchen wir alle. Für jene Helfer, die für uns rund um die Uhr den Alltag aufrecht erhalten, die für uns Lebensmittel, medizinische Versorgung, Pflege, Müllabfuhr und vieles mehr bereitstellen, hat mein Kollege Hannes Fehringer heute den Song "Corinna, Corinna" ein wenig umgetextet und in der Redaktion auf seiner Mandoline in der Version "Corona, leave me alone" gespielt. Viel Spaß beim Anhören und bleiben Sie gesund.

Sturz mit dem Rad: Geris Corona-Tagebuch

Montag, 23. März: Bevor ich heute mit Teil zwei meines Tagesbuchs an einem für mich freien Tag starte, schicke ich gleich mal zwei Dinge voraus: Ein herzliches Danke für die vielen Rückmeldungen und ja, all jene, die es bemängelt haben, haben völlig Recht. Es hat ein Teil der Karikatur von Julian Schreiberhuber gefehlt. Nun sehen Sie (hoffentlich) die ganze Collage auf der ersten Hälfte des Titelbildes.

Diese Kurz-Merkel-Collage (allerdings ohne Gerald Winterleitner daneben) stammt von Julian Schreiberhuber, 2m am BRG Steyr

Um gleich bei dieser gelungenen Kurz-Merkel-Collage des zwölfjährigen BRG-Schülers zu bleiben: Alles Gute in Richtung Angela Merkel, dass auch ihre weiteren Corona-Tests negativ ausfallen.

Wir haben in Österreich zwar keine Kurz-Merkel-Chimäre, das Mischwesen, das Österreich aktuell durch die Corona-Krise zu steuern versucht, macht seine Sache aber durchaus gut. Ein Dank an Rudi Anschober, mit dem ich das lange vor seiner Ministerkür vereinbarte Bier in Steyr immer noch nicht getrunken habe. Er begleitet als Gesundheitsminister mittlerweile in seiner unaufgeregten, sachlichen Art durch diese Notsituation, so als ob er nie etwas anderes gemacht hätte. Und der weitaus jüngere Kanzler Sebastian Kurz serviert die Schreckensmeldungen in behutsam intensiveren Dosen, so dass sie für die Allgemeinheit halbwegs verkraftbar bleiben. Die Frage wird wohl sein: Wie lange noch? Nicht, wie lange die Krise noch andauern wird (das wird sich ziehen...), sondern wie lange der große Teil von uns mit diesen Beschränkungen zu leben bereit sein wird. 

Damit bin ich bei meinen Beobachtungen dieser ersten „beschränkten“ Tage: Ich halte mich weiterhin mit Laufen fit. Meist laufe ich dabei durch den Münichholzer Wald mit seinen Rehen, Spechten, den meist doch angeleinten Hunden. Und ich treffe dabei auf immer mehr Menschen, die durch den Wald schlendern. Weitaus mehr als noch vor Corona. Während sich die Mehrheit an die Vorgaben hält und alleine oder im Familienverband zu zweit mit Kindern spaziert, bin ich in den ersten Tagen vor allem zwei „Problemgruppen“ über den Weg gelaufen. Erstens Senioren, die in Gruppen spazierten. Unvernünftig, aber für mich noch einigermaßen nachvollziehbar. Die Isolation, denen speziell alleinlebende Ältere ausgesetzt sind, kann für diese unerträglich sein. Der Verzicht auf jeglichen Sozialkontakt mag sich für sie wie Einzelhaft anfühlen. Was aber überhaupt nicht geht, sind im Rudel auftauchende Jugendliche, ich muss es leider sagen, zum überwiegenden Teil mit migrantischem Hintergrund. Es dürfte jedoch bei beiden Gruppen einen Sinneswandel gegeben haben: Mir sind in den vergangenen beiden Tagen keine derartigen Gruppen mehr untergekommen. Danke!

Eine Schrecksekunde ist mir beim Laufen im Wald dennoch nicht erspart geblieben: Ein kleiner Junge im Volksschulalter war lachend mit dem Rad gemeinsam mit seinem Vater unterwegs. Über einen kleinen Hügel wurde er vom radelnden Papa geschoben, unmittelbar danach der Schmerzschrei. Der Sturz verlief glimpflich, die Tränen waren rasch versiegt. Meine Bitte: Passen Sie bei Ihren Ausflügen auf, die Ärzte sind jetzt schon überlastet. Und ein Tipp für den Vater: Beim Radfahren niemals an der Schulter oder der Jacke seines Kindes ziehen. Das geht schief. Wer dem Nachwuchs bergauf helfen will, sollte absteigen und das Rad schieben. Oder zumindest nicht vorne ziehen, sondern nur von hinten an Rücken oder Sattel schieben.

Jetzt aber freue ich mich auf meinen Abend im Tauchverein, den es heute erstmals virtuell geben wird. Darüber aber ein anderes Mal mehr.

Krise? Corona! Ein Tagebuch

Auftakt (Sonntag, 22. März): Ein Virus hat das Land im Griff. Die Zeit steht seit einer Woche still. So scheint es. Und doch bewegt sie uns. Mit vielen berührenden Geschichten.

Woche eins des Stillstands ist geschafft. Das Coronavirus hat weite Teile des gewohnten Lebens völlig gelähmt. Kaum mehr etwas ist, wie es zuvor war. Die üblichen Tagesabläufe haben ihre Gültigkeit verloren, nach neuen suchen wir noch.

Uns allen geht es so. Im Berufsalltag wie im Privaten.

Meine Familie, Kinder, Geschwister, Mutter, manche sehe ich nun längere Zeit nicht mehr. Montags die Freunde im Tauchclub treffen. Das geht nicht mehr. Sie fehlen mir, ebenso die paar Längen, die ich im nun gesperrten Steyrer Hallenbad geschwommen bin. Dienstagabend der Seniorensport mit Kremsmünsters Faustballern und das Bier danach. Mein geselliges Fitnessprogramm hat Pause. Ich habe es gegen die teils humorvollen Übungen, die Physiotherapeut Hans Käferböck täglich online vorzeigt, eingetauscht. Die Jazzabende und Schachpartien mit meinem besten Freund aus vergangenen Schultagen: abgesagt. Meine Freunde vom Club 41, ihre Treffen ruhen oder sind virtuell. Die Liste ließe sich beliebig fortsetzen. Viele, vor allem Junge, am anderen Ende auch Senioren, sind alleine, sogar von ihrer Liebe abgeschnitten. Für sie ist dies das Schlimmste.

Der Stillstand schenkt mir als Journalist aber auch viele bewegende, berührende Geschichten und Begegnungen, von denen ich berichten darf. Etwa mit jenen Freiwilligen, die in vielen Gemeinden in der Region ältere und bedürftige Mitmenschen mit Lebensmitteln beliefern. Nachbarn, die plötzlich ihre Nachbarn kennen lernen und für sie Einkäufe übernehmen. Die drei Steyrer Freunde, die in Eigenregie Schutzmasken erzeugen, damit für viele die Ansteckungsgefahr minimiert wird. Lehrer, die ganz ohne Klassenzimmer ihren Unterricht dennoch fortsetzen. Und viele mehr. Sie alle sind Symbole des Zusammenhalts und schenken mir, schenken hoffentlich uns allen ein Lächeln und Zuversicht. 

Home-Office lautet das geläufigste Schlagwort in dieser Krise. Doch nicht für alle geht das. Verkäuferinnen, Pfleger, Ärztinnen, Polizisten und viele mehr. Sie sind die Helden dieser Krise, dieser neuen Zeit, die Wochen, eher viele Monate andauern wird. Sie ermöglichen uns ein Leben, das ohne sie weitaus unerträglicher wäre. Doch wie lange noch? Sie stehen in diesem Krieg ohne Panzer und Kanonen an vorderster Front. Sie sind dem Coronavirus ausgesetzt. Dem Virus, das keine Chance sondern eine Prüfung ist.

Dennoch ergeben sich aus der dadurch verursachten Krise viele Chancen. Chancen, manches neu zu denken, Chancen für das Leben danach. Es wird anders sein.

PS: Da Humor immer noch eine der besten Medizinen in Zeiten der Krise ist, schenke ich Ihnen am Ende noch den Genuss dieser Kollage.

Collage von Julian Schreiberhuber, 2m am BRG Steyr

Sie stammt von Julian Schreiberhuber, Schüler der 2m am BRG Steyr. „Er ist ein extrem an Politik und Geschichte interessierter, witziger Schüler“, berichtete mir sein Lehrer Martin Kreundl, „das ist in seinem Alter sehr ungewöhnlich.“ Hausaufgabe im Fernunterricht sei eigentlich gewesen, nur eine Collage-Figur aus möglichst vielen verschiedenen Teilen zu kleben. Teile habe er zwar nicht so viele verändert, aber so sei Julian eben: „Er macht meistens a bißl was anderes, dafür ist es dann umso witziger, kreativer. Und in diesem Fall sogar karikierend.“

Ich persönlich kenne Julian Schreiberhuber nicht. Aber wenn er mit seinem Alter bereits eine derart gelungene Collage ersinnt, steht ihm die Welt nach Corona garantiert offen.

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