Austria

Mamma Mia! Agnetha Fältskog, die ABBA-Queen der 70er ist 70

Benny Andersson, Anni-Frid Lyngstad,  Agnetha Fältskog und Björn Ulvaeus

© REUTERS/TT NEWS AGENCY

Das blonde A von „ABBA“ verzauberte die Welt - glockenhelle Stimme und dunkle Stunden.

von Dieter Chmelar

Sie suchte von klein auf die Scheinwerfer, aber sie wollte nie groß durchleuchtet werden. „Ich bin ein Landei, kein Showgirl“ und „Es muss mir erlaubt sein, so zu sein, wie ich bin“ sind die dürftigen Interview-Häppchen aus dem so reichen Leben der einst weltweit umschwärmten ABBA-Ikone Agnetha Fältskog.

Zu ihrem heutigen 70er gibt’s kein Statement. Ihr Management lässt ausrichten: „Es geht ihr gut.“ Vermutlich feiert sie auf ihrer Ranch auf einer Insel bei Ekerö – mit Pferden und Hunden, vielleicht auch mit ihren Kindern, Linda (47) und Christian (42). Sie hat drei Enkel.

Schon mit fünf klimperte die Tochter eines Kaufhaus-Geschäftsführers in Jonköping erstmals auf dem Klavier eines Nachbarn. Mit sechs schrieb sie ihr erstes Lied, mit 17 wurde „Jag var sa kar“ („Ich war so verliebt“) ein landesweiter Hit. 1969 trat mit dem Teenie-Idol Björn Ulväus (wird am 25. April 75) der wichtigste Mann in ihr Leben. Er hatte sich zuerst in ihre Stimme verliebt, „lang bevor ich das Mädchen kennenlernte – ABBA wurde aus Liebe geformt“.

Auch die anderen zwei des Quartetts wurden ein Paar – Benny Andersson (73) und die Norwegerin Anni-Frid Lyngstad (74). Aus ihren Anfangsbuchstaben entstand ABBA. Die ganz große Stunde schlug am 6. April 1974 beim Song Contest im englischen Seebad Brighton. „Waterloo“, der etwas verstörende Vergleich einer Liebe mit der militärischen Vernichtung Napoleons (1815), schlug voll ein – viele Experten halten es für die Geburt des modernen Pop. Die Frische und Natürlichkeit weckten Begehrlichkeiten. 1977 wurde sie in Australien zum „Sexiest Bottom“ gekürt, man nannte sie den Po im Pop.

Mit ABBA schwamm sie ein Jahrzehnt lang (bis 1982) auf globaler Glückswelle. Mindestens ein Dutzend Lieder stürmten die Chartspitzen rund um den Erdball. „Dancing Queen“, „Fernando“, „SOS“, „Super Trouper“, „Chiquitita“ und und und. Alles knallte durch die Decke.

Aber privat krachte es im Gebälk. Agnetha gestand Jahre nach der Scheidung von Björn: „Das größte Scheitern meines Lebens war es, die Familie nicht aufrecht zu erhalten. Aber ich bereue es bis heute nicht.

Über die Gründe werde ich bis zu meinem Tod schweigen.“ „The Winner Takes it All“ entstand in den Tagen des zornigsten Zerwürfnisses – im Grunde eine bittere Anklage gegen den Partner, der sie verlassen hatte.

Es gab Beinahe-Abstürze – buchstäblich, als 1979 ein Jet über Boston mit ABBA an Bord fast crashte, was zu lebenslanger panischer Flugangst bei Agnetha führte. Es gab den Selbstmord ihrer Mutter (1994), den Tod ihres Vaters (1995) und, nach einer kurzen Ehe mit einem Arzt, eine Affäre mit einem viel jüngeren Niederländer, der das Liebes-Aus nicht wahrhaben wollte und als „Nordic Stalker“ gerichtlich an der Einreise nach Schweden gehindert werden musste. Agnetha sprach vom „schmalen Grat zwischen Berühmtheit und Bedrohung“.

Ein Comeback von ABBA wird seit Jahrzehnten herbeigesehnt, fand aber nur im Musical und im Film dank „Mamma Mia!“ mit anderen Darstellern seine Erfüllung.

Seit 2018 wird kolportiert, zwei neue Lieder wären fix und fertig. Bis heute ist kein Termin in Sicht. Björn Ulvaeus: „Man soll uns so in Erinnerung behalten, wie wir damals waren. Jung, frisch, fröhlich. Nicht als gebrechliche Gestalten.“

Was mit „Waterloo“ begann, soll nicht in einem solchen enden.

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