Austria

Lombardei führt Maskenpflicht für alle Bürger ein

Als erste italienische Region führt die Lombardei eine Mundschutzpflicht für alle Bürger ein, die ihre Wohnung verlassen. Sollten die Menschen über keine Maske verfügen, müssen sie sich mit einem Schal, oder einem Tuch Nase und Mund bedecken, hieß es in einem Erlass der lombardischen Regierung, die am Sonntag in Kraft tritt.

Lebensmittelgeschäfte und Supermärkte müssen Kunden Wegwerfhandschuhe und Desinfizierungsmittel zur Verfügung stellen. Blumenhändler dürfen offen halten. Sport darf nur in einem Umfeld von 200 Metern von der eigenen Wohnung betrieben werden. Hundebesitzer dürfen nur im Umkreis von 200 Meter von der eigenen Wohnung mit ihrem Vierbeiner spazieren gehen, geht aus dem Erlass hervor.

In der norditalienischen Region Venetien gelten seit Samstag noch rigorosere Maßnahmen zur Eingrenzung der Corona-Pandemie. Vorgesehen sind Neuerungen wie die Schließung der Supermärkte am Sonntag. In Supermärkten dürfen Kunden nur dann einkaufen, wenn sie Schutzmaske und Handschuhe tragen.

Vom Massentourismus zur kompletten Leere

Italien trauert um seine Touristen. Nachdem der Lockdown den Fremdenverkehr im März zum Erliegen gebracht hat, muss Italien jetzt wegen der Covid-19-Epidemie auf 10,5 Millionen Touristen in der Osterzeit und an den Frühlingsfeiertagen verzichten. Dies entspricht Verlusten von 3,3 Mrd. Euro, geht aus Schätzungen des Touristikerverbands Assoturismo hervor.

"Vor einem Jahr diskutierten wir noch über die Gefahren des Overtourism, jetzt erleben wir die Katastrophe des Null-Tourismus. Alles ist zum Erliegen genommen", klagte der Verbandspräsident Vittorio Messina laut Medienangaben. Die italienische Regierung habe bisher zu wenig zur Stützung des Tourismus unternommen. Dieser sei eine der von der Coronavirus-Krise am stärksten betroffenen Branchen.

Auch Sommersaison droht auszufallen

Die von der Regierung beschlosse Unterstützung von 600 Euro monatlich für im Tourismusbereich tätige Personen sei nicht genug, beklagte Messina. Er forderte eine Aussetzung der Steuer- und Mietzahlungen für Touristikunternehmen.

Vor allem benötige die Tourismusbranche eine kräftige Liquiditätsspritze. Nach den katastrophalen Verlusten im Frühjahr besteht die Gefahr, dass auch die Sommersaison ausfällt. "Ohne Hilfe werden die Touristikunternehmen nach einander zusammenbrechen", sagte Messina.

Die Coronavirus-Epidemie hat unter anderem dem Tourismus in Venedig einen beispiellosen Schlag versetzt. 98 Prozent aller Hotels der Lagune und auf dem Festland sind geschlossen. Von den 3.150 in der Region Venetien sind knapp mehr als 20 offen, klagte der Präsident des venezianischen Hoteliersverbandes "Federalberghi Veneto", Marco Michielli. Die Hotels erleben schwierige Zeiten wie seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr. Die Besitzer, die bereits nach der Flutwelle im Oktober einen Gästeschwund erlitten hatten, wurden in die Knie gezwungen.

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Bild 1/11 Bildergalerie: Venedig ohne Touristen und die Natur erholt sich

Roboter statt Ärzte

Um sich selbst vor einer Corona-Infektion zu schützen, setzen Ärzte und Pflegepersonal im von der Pandemie schwer getroffenen Norden Italiens nun verstärkt auf den Einsatz von Robotern. Die Maschinen können etwa den Puls der hochansteckenden Patienten messen - dies erlaubt es den Medizinern, sich selbst aus den Patientenzimmern fernzuhalten und die wichtige Daten in einem separaten Raum abzulesen.

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Einige der Roboter sind weiß und haben Bildschirme und Sensoren anstatt eines menschlichen Kopfes.
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Andere Roboter sind einfacher gebaut und erinnern ein wenig an einen schwarzen Besenstiel auf Rädern.

Mehr als 14.000 Tote

Nach Angaben der Ärztevereinigung vom Freitag sind während der Pandemie bereits mindestens 70 Ärzte und Pflegekräfte in Italien gestorben. Es wird vermutet, dass die Mehrheit von ihnen noch am Leben wäre, wenn sie sich besser hätten schützen können. In Italien sind bereits knapp 14.700 Menschen an den Folgen einer Coronavirus-Infektion gestorben - so viele wie in keinem anderen Land der Welt.

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