Austria

Live ab 11 Uhr: Regierung verkündet Verlängerung des Lockdowns

Der "harte" Lockdown soll bis 7. Februar beibehalten werden, erfuhr die APA aus Verhandlerkreisen. Angesichts der mittlerweile auch in Österreich festgestellten, ansteckenderen Virus-Mutation haben Experten eindringlich gewarnt, die Beschränkungen zu lockern. 

Der aktuelle "harte" Lockdown soll deshalb um zwei Wochen verlängert werden, auch die Schulen bleiben - anders als angekündigt - bis zu den Semesterferien im Distanzunterricht. Auch den OÖNachrichten wurde die Verlängerung des Lockdowns bestätigt. Am 8. Februar sollen die Schulen in Wien und Niederösterreich (in den anderen Ländern beginnen da erst die Ferien), Handel, körpernahe Dienstleister und Museen öffnen dürfen - mit FFP2-Masken und Zwei-Meter-Regel. Gastronomie, Hotellerie und Veranstalter müssen sich zumindest bis Ende Februar gedulden; Mitte Februar soll die Lage neu beurteilt werden.

Details werden in der Pressekonferenz der Regierung zu erfahren sein, die in einer ORF-Sondersendung ab 11 Uhr live übertragen wird; die Pressestunde mit Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) wurde abgesagt.

Zum Stream (ab 11 Uhr): 

Begonnen haben die aktuellen Schließungen - zunächst noch "light" - am 3. November, nach zweimaligem Wechsel gilt seit 26. Dezember die "harte" Version mit Ausgangsbeschränkungen rund um die Uhr, geschlossenem Handel, Dienstleistern, Gastronomie, Hotels, Kultur- und Sportbetrieb sowie Distanzunterricht.

Dass es nicht so bald wie vor Kurzem noch erwartet zu Lockerungen kommen wird, liegt an den neuen Virusmutationen. Die von der Regierung beigezogenen Experten erachten sie wegen der viel größeren Infektiosität für viel gefährlicher - und plädierten für die Fortsetzung der strengen Maßnahmen, um mehr Zeit für den Schutz durch die Impfungen zu gewinnen. Bereits bestätigte Fälle in der Steiermark und erste Untersuchungsergebnisse einer Wiener Stichprobe nährten die Vermutung, dass sich die Mutation bereits im Land verbreitet.

Experten warnten vor Öffnungsschritten

Die Experten warnten die Bundesregierung vor raschen Öffnungsschritten. Von der Regierung am Samstag ins Bundeskanzleramt gebetene Fachleute drängten denn auch in einem Pressestatement auf die Verlängerung des Lockdowns um zwei bis drei Wochen. Die 7-Tages-Inzidenz müsse auf unter 50 gesenkt werden, sagte MedUni-Wien-Vizerektor Oswald Wagner. Statistiker Erich Neuwirth etwa merkte an, eine "schöne Zielvorstellung" wäre ein Wert von 25. Es gehe darum, Maßnahmen zu ergreifen, um die Neuinfektionen auf Zahlen zu bringen, "die beherrschbar sind", bei denen etwa das Kontakt-Tracing wieder funktioniere, sagte der Experte. Auch wird das verpflichtende Tragen von FFP2-Masken und verpflichtendes Homeoffice empfohlen.

Sorge vor Mutationen

Eindringlich warnten die Experten vor der nun auch in Österreich angekommenen neuen britischen Virusvariante B.1.1.7.. "Wir wissen, dass sie wesentlich infektiöser ist als der bisherige Wildtyp", sagte Wagner. "Es ist eine Situation, die man als Game Changer sehen kann", erklärte auch der Mikrobiologe Andreas Bergthaler. "Das Virus ist infektiöser, darauf müssen wir eingehen." Gleichzeitig betonte Bergthaler, dass die bisherigen Maßnahmen grundsätzlich weiterhin geeignet seien, das Virus einzudämmen, auch die neue Variante. Da aber die Dynamik eine größere sei, müsse man eben überlegen, welche zusätzlichen Maßnahmen man ergreift.

Daran, dass die in Großbritannien und Südafrika entdeckten Virus-Varianten auch für Österreich zum Problem werden, konnte man am Wochenende nicht mehr zweifeln. In der Steiermark wurde bereits in drei Verdachtsfällen offiziell die Infektion mit der britischen Mutation bestätigt. Alarmierend fiel auch eine Untersuchung der MedUni Wien aus: Erste Ergebnisse einer Stichprobe von 83 positiven PCR-Tests wiesen in 14 Fällen die mutierte Variante auf. Das waren 17 Prozent - und bestätigte die Befürchtung der Experten, dass neue Variante bereits recht weit fortgeschritten sein könnte.

Die Zahlen seien insgesamt zu hoch, das belaste nicht nur das Gesundheitswesen und erschwere das Kontakt-Tracing, sondern berge auch die Gefahr weiterer Mutationen. "Wenn wir versuchen, die Zahlen runterzubringen, ist das unser Ticket möglichst rasch zu einem Normalzustand zu kommen." Der Lockdown müsse jedenfalls verlängert werden, um dieses Ziel zu erreichen - und für alle Bereiche gelten, sagte Wagner. Auf eine Dauer wollte er sich nicht konkret festlegen, dies sei eine politische Entscheidung aber: "Ich denke, das wir mit zwei oder drei Wochen dieses Ziel erreichen müssen."

Homeoffice als Pflicht

Eine klare, eindringliche Forderung richtete der Vizerektor an die Politik, was die Einschränkung der Bewegungen der Bevölkerung angeht. Dazu sei es vor allem notwendig, Homeoffice zur Pflicht zu machen (dort wo es möglich ist). Dies sei auch in Hinblick auf die Schulen und Kindergärten wichtig, wo derzeit teils deutlich über 50 Prozent der Kinder zur Betreuung anwesend sind. "Dass so viele Kinder in den Kindergärten und Schulen in Betreuung sind hängt ja auch damit zusammen, dass die Eltern arbeiten gehen. Es ist ganz wichtig, dass Homeoffice eingeführt wird und auch verpflichtend gemacht wird. All diese Eltern können und sollten dann Kinder auch zuhause betreuen", betonter er.

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