Austria

Lask und das Abenteuer in London

Tottenham ist der Auftaktgegner des Lask in der Europa League. Starcoach José Mourinho gegen Dominik Thalhammer, Aubameyang und Kane gegen Ranftl und Co. Ein Corne-Fall trübt die Vorfreude.

London. Mit dem Spiel bei „Gigant“ Tottenham startet der LASK am Donnerstag (21.00 Uhr/live DAZN) in die Gruppenphase der Fußball-Europa-League. Es ist quasi ein Bonus-Spiel gleich zum Auftakt, der krasse Außenseiter hat in London „nichts zu verlieren„ wie Flügelspieler Reinhold Ranftl vor dem Abflug am Mittwoch betonte. Auch Trainer Dominik Thalhammer stufte sein Team als „Underdog“ ein. „Aber auch der Underdog hat schon Überraschungen geschafft“, sagte er.

Zweieinhalb Monate nach dem Rückspiel des - mit gesamt 1:7 klar verlorenen - Achtelfinalduells mit Manchester United wartet auf den LASK der nächste englische Großclub. Mit einem Marktwert von rund 740 Millionen Euro (laut transfermarkt.at) sind die von Jose Mourinho trainierten „Spurs“ der wertvollste Club in der Europa League und ca. 20 Mal so teuer wie der LASK-Kader. Abgesehen vom Star auf der Trainerbank tummeln sich mit Goalgetter Harry Kane, „Heimkehrer“ Gareth Bale oder Flügelstürmer Son Heung-min große Namen im Kader des Tabellensechsten der abgelaufenen Meisterschaft. „Man schaut ihnen ständig auf die Beine. Es ist eine Ehre, gegen sie zu spielen“, gab ÖFB-Teamspieler Ranftl zu Protokoll.

In Gruppe J macht sich der LASK angesichts der weiteren Gegner Ludogorez Rasgrad und Royal Antwerpen durchaus berechtigte Hoffnungen auf den Aufstieg - ein zumindest spielerisches Erfolgserlebnis beim Londoner Fußball-Adel käme da gerade recht. Dass im 2019 eröffneten 62.000er-Stadion, mit Kosten von über 1 Milliarde Euro das teuerste Europas, angesichts leerer Ränge keine Stimmung aufkommen wird, ist man bereits gewohnt - und für den LASK zumindest kein Nachteil.

„Es wird sehr, sehr schwer und eine Riesenchallenge“, erklärte Thalhammer, der im Sommer von Valerien Ismael übernahm und nach dem ManUnited-Rückspiel bereits die zweite englische Top-Mannschaft vor der Brust hat. „Es war eine gute Erfahrung. Wir haben gesehen, dass wir stabil sein können“, meinte er rückblickend auf das 1:2 bei United Anfang August. Im Vergleich zu den „Red Devils“ sei Tottenham gerade in der Offensive aber „noch einmal stärker, mit unglaublich viel Tempo und Qualität“, konstatierte er.

Für den ehemaligen ÖFB-Frauen-Teamchef ist es auch eine Art persönliches Duell mit Starcoach Jose Mourinho, den er für sich als „inspirierend“ bezeichnete. „Der Unterschied ist gehaltstechnisch relativ groß“, scherzte Thalhammer. Auf sportlicher Ebene sei da schon etwas mehr zu machen. „Es ist eine große Herausforderung, so einen Trainer zu lesen und zu verstehen, wie er in unterschiedlichen Situationen taktisch agiert. Das haben wir versucht und damit auch versucht, unsere Chancen zu erhöhen.“

Prinzipiell ist Thalhammer die Sache klar. „Wir müssen mit ähnlich viel Mut wie in Lissabon spielen“, verwies er auf den 4:1-Auswärtserfolg im EL-Play-off bei Sporting. „Sich zurückzuziehen ist das falsche Rezept, egal wie der Spielstand ist. Wir müssen als Mannschaft einen kompakten Block bilden, um ihnen kaum Möglichkeiten zu lassen. Wenn wir unsere kleinen Teilziele erreichen und sich die summieren, dann ist vielleicht ein gutes Ergebnis möglich.“

Dass Mourinho am Donnerstag alle seine Offensivstars von Beginn an aufs Feld schickt, scheint eher unwahrscheinlich. Für Kane etwa hat der Portugiese mit dem von Benfica geliehenen Carlos Vinicius eine interessante Option, die ihre ersten Einsatzminuten für die „Liliywhites“ bekommen könnte. Viele erwarten in der Startformation aber zumindest Bale, der nach sieben Jahren und vier Champions-League-Titeln bei Real Madrid leihweise an die alte Wirkungsstätte wechselte. Das Debüt als „Joker“ misslang am Sonntag, nach 3:0 und Einwechslung des Walisers musste man sich gegen West Ham noch mit einem 3:3 begnügen. Gegen den LASK könnte Bale mit seinen ersten internationalen Toren seit Dezember 2018 seine „Heimkehr“ aber gewissermaßen amtlich machen.

Ein positiver Corona-Test

Bei einem Lask-Profi ist eine Infektion mit dem Coronavirus nachgewiesen worden, wie die Linzer am Mittwoch bekanntgaben. Der Betroffene, der keine Symptome zeigte und sich in häuslicher Quarantäne befindet, stand laut Club-Angaben nicht im Kader für das Auswärtsspiel am Donnerstag in der Europa League gegen Tottenham. Die Bundesliga und die zuständige Gesundheitsbehörde wurden informiert. Der Trainings- und Spielbetrieb läuft normal weiter.

(APA/Fin)

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