Austria

Krankfeiern geht gar nicht, krank arbeiten auch nicht

Gesundheit! Jetzt ist sie wieder da, die Zeit der angeschwollenen Nasenschleimhäute und erhöhten Temperaturen. Viele leiden unter grippalen Infekten oder unter Influenza, der echten Grippe. Jedenfalls gilt: "Erkrankte Dienstnehmer sind verpflichtet, dem Dienstgeber unverzüglich zu melden, dass sie und voraussichtlich wie lange sie wegen Krankheit verhindert sind", mahnt der Welser Rechtsanwalt Georg Schwab.

Auch eine ärztliche Bestätigung muss ab dem ersten Tag vorgelegt werden, wenn der Dienstgeber diese verlangt. In manchen, aber nicht allen Unternehmen gebe es eine Betriebsvereinbarung, wonach die Bestätigung erst am dritten Tag des Fernbleibens vorgelegt werden muss.

"Bettruhe ist einzuhalten"

Die Nichtvorlage der ärztlichen Bestätigung sei zwar kein Entlassungsgrund. "Es kann aber sein, dass der Anspruch auf Entgeltfortzahlung für den Zeitraum der Säumnis verloren geht", warnt der Jurist. Primär sei ein Arbeitnehmer im Krankenstand verpflichtet, "nichts zu tun, was die Heilung verhindert oder verzögert. Die verordnete Bettruhe ist einzuhalten." "Der Gang zur Apotheke, um sich Arzneien zu holen, wird zulässig sein. Einkäufe sind auf das absolut Notwendige zu beschränken."

Krankfeiern ist absolut unzulässig. "Wenn ich einen Krankenstand erschleiche, ist das ein klarer Entlassungsgrund", warnt der Anwalt. Oft kann der Hausarzt die vom Patienten angegebenen Leiden gar nicht näher überprüfen. "Wenn das Arbeitsgericht aufgrund eines medizinischen Gutachtens merkt, hier hat jemand etwas angegeben, was nicht gestimmt hat, ist der Arbeitsplatz in höchster Gefahr." Doch auch krank in die Arbeit zu gehen, sollte vermieden werden. Auch, weil man andere anstecken könnte. "Hier ist der Dienstgeber gefragt, der den Mitarbeiter auffordern kann, zum Arzt zu gehen. Das ergibt sich klar aus den beidseitigen Dienstpflichten", sagt Georg Schwab.

Achtung: Wenn man im Urlaub mehr als drei Tage krank ist, dann wird der Urlaub vom Krankenstand unterbrochen – für den Zeitausgleich gilt dies aber nicht.