Austria

Klimaziele: Banken sehen sich als "Teil der Lösung"

Bei den Superior-Fonds ausgeschlossen sind unter anderem Unternehmen (samt deren Zulieferern), die die Umwelt schädigen, gentechnisch verändertes Saatgut produzieren.

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Gemeinsame Initiative mit Klima- und Energiefonds. Bankenverband wünscht sich klare Regelungen bei der Risikobewertung.

von Anita Kiefer

Klimaschutz und Wirtschaft stärker miteinander verbinden - durch die Bereitstellung von sogenannten "grünen" Anlagemöglichkeiten und Finanzmitteln: Das ist das gemeinsame Ziel, das der österreichische Bankenverband und der Klima- und Energiefonds verfolgen, wie die beiden Institutionen heute  vor Journalisten betont haben.

Gerade beim Neustart der Wirtschaft nach der Corona-Pandemie gebe es große Chancen für den Klimaschutz und großes Potenzial. "Wir sind überzeugt, dass diese beiden Dinge sehr eng miteinander verknüpft sind", so Robert Zadrazil, Präsident des österreichischen Bankenverbandes und Chef der Unicredit Bank Austria. 

Mit der Green Finance Agenda der österreichischen Bundesregierung und dem Green Deal der EU-Kommission gebe es bereits wichtige Initiativen in diese Richtung.

Verstärkt durch Corona habe man jetzt die "einmalige Chance, die Wirtschaft in Richtung Nachhaltigkeit umzubauen". Für Ingmar Höbarth, Geschäftsführer des Klima- und Energiefonds, gehe es darum, "Finanzflüsse in Richtung CO2-neutraler Maßnahmen" zu lenken sowie "privates Kapital" für den Klimaschutz zu mobilisieren. "Gerade die nächsten Jahre werden entscheidend sein", ist Höbarth überzeugt. 

Bewusstseinsbildung Teil der Initiative

Dem Bankenverband gehe es in der gemeinsamen Initiative mit dem Klima- und Energiefonds um Bewusstseinsbildung auf vielen Ebenen, etwa bei den nachhaltigen Projektentwicklern genauso wie Schülern und Studenten, ebenso wie um gezielte Schulung der eigenen Berater bei "grüner" Veranlagung sowie "grünen" Finanzierungsmöglichkeiten.

Die Banken jedenfalls sieht Bankenverbandspräsident Zadrazil als "Teil der Lösung" für die Erreichung der Klimaziele. 

Mit der Performance der Bundesregierung zeigte sich Robert Zadrazil grundsätzlich zufrieden - wobei mehr natürlich immer gut sei, so der Nachsatz. Insbesondere die zeitnahe Umsetzung der geplanten, im Regierungsprogramm festgehaltenen KESt-Befreiung für ökologische und ethische Investments halte er für wichtig, um entsprechende Anreize für Anleger zu schaffen.

Darüber hinaus brauche es "einen klaren rechtlichen Rahmen im Hinblick auf den Umgang mit Risiko" für die Banken. 

Zadrazil rechnet mit Sparquote von zehn Prozent

Was die in den ersten beiden Quartalen 2020 deutlich gestiegene Sparquote der Österreicher angeht, vermutet übrigens Bankenverbands-Generalsekretär Gerald Resch auf Nachfrage, dass es zwar übers Gesamtjahr gesehen einen leichten Anstieg geben wird - allerdings keinen exorbitant hohen.

Laut Prognosen der Österreichischen Nationalbank wird die Sparquote heuer bei 13,4 Prozent zu liegen kommen - im Jahr 2019 lag sie bei 8,3 Prozent. 2021 wird die Sparquote, so die Prognose, wieder auf 7,7 Prozent absinken.

Die Bank Austria rechne hingegen, so Zadrazil, mit einer Sparquote für 2020 von rund zehn Prozent. Immerhin hätten die vergangenen Wochen gezeigt, dass der Konsum bereits wieder Fahrt aufnehme.

Der kurzfristige Anstieg der Sparquote im zweiten Quartal sei ja kein struktureller, begründet Zadrazil, sondern ein technischer, durch den Lockdown bedingter. 

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