Austria

Kinderarzt: „Eltern können beruhigt sein“

© REUTERS/RICARDO MORAES

In den USA ist ein infiziertes Baby gestorben. Der Wiener Kinderarzt Peter Voitl beruhigt.

von Uwe Mauch

Im US-Bundesstaat Illinois wurde in der Nacht auf Sonntag der Tod eines Babys gemeldet, das mit dem Coronavirus infiziert war. Während Boulevardmedien über einen „Schock in den USA“ berichten, untersuchen die Gesundheitsbehörden in Illinois noch, ob Covid-19 tatsächlich die Todesursache war oder ob das Kind zwar positiv getestet worden war, jedoch an einer anderen Erkrankung verstorben ist.

Weltweit bemühen sich zeitgleich Mediziner um eine richtige Einordnung des Falls. Der KURIER hat mit dem Wiener Kinderarzt Peter Voitl gesprochen.

KURIER: Herr Primarius, wie sicher ist es denn überhaupt, dass das Baby in Illinois an Covid-19 verstorben ist?

Peter Voitl: Im Moment ist das überhaupt nicht sicher, Details sind noch nicht bekannt. Gesichert ist nur, dass das Coronavirus nachgewiesen wurde. Aber das bedeutet keineswegs, dass Corona tatsächlich die Todesursache ist. Stellen Sie sich einen Todesfall nach einem schweren Verkehrsunfall vor, bei dem ein positiver Virusnachweis vorgelegen hat. Hier kann man auch nicht davon sprechen, dass es sich um ein Opfer von Covid-19 handelt. Die entscheidende Frage ist, ob der Tod durch das Virus verursacht wurde oder ob dieses zusätzlich vorhanden war.

Wie wahrscheinlich ist es, dass das Kind ursächlich an Covid-19 verstorben ist?

Das ist aus heutiger Sicht äußerst unwahrscheinlich.

Was macht Sie da so sicher?

Es gibt seit dem Ausbruch von Covid-19 in Wuhan vor drei Monaten eine genaue Aufarbeitung aller weltweit publizierten Fälle durch die renommierte amerikanische „Academy of Pediatrics“. Anhand dieser sehr großen Datenmenge konnte nachgewiesen werden, dass der Krankheitsverlauf bei Kindern eher als mild zu bezeichnen ist. Bisher ist aus China, Italien und vielen anderen Ländern kein einziger Corona-Todesfall bei Kindern jünger als zehn Jahre bestätigt worden.

Müssen sich also die Eltern keine Sorgen machen?

Eltern von grundsätzlich gesunden Kindern können beruhigt sein. Selbst wenn ihr Kind positiv getestet wird, wird die Krankheit höchstwahrscheinlich sehr mild verlaufen. Das ist gleichzeitig aber auch das Problem.

Inwiefern?

Gerade weil die Kinder von Covid-19 weniger gefährdet sind, können sie für andere gefährlich werden. Deshalb möchte ich auch den dringenden Appell an alle Eltern und Großeltern wiederholen: So schmerzlich dies in diesen Tagen für alle sein mag, bitte halten Sie Ihre Kinder weiterhin von älteren und chronisch kranken Menschen fern.

Was raten Sie in diesen Tagen werdenden Eltern?

Ganz wichtig ist zunächst die Botschaft: Es ist bisher kein einziger Fall überliefert, dass eine schwangere Frau Covid-19 an ihr Baby übergeben hat. Dies ist auch nicht zu erwarten. Hier ist die Situation also eine ganz andere als etwa beim hochansteckenden Rötelnvirus.

Und nach der Geburt?

Da besteht natürlich die Gefahr einer Ansteckung, alleine schon durch den engen Kontakt zwischen Eltern und Kindern. Aber wie schon gesagt: Eine Ansteckung der Kinder ist nicht bedrohlich. Es ist in jedem Fall auf ausreichende Hygienemaßnahmen wie regelmäßiges Händewaschen, Händedesinfektion und das Vermeiden von Sozialkontakten zu achten.

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