Austria

Kein Witz: Schweizer Stadt sucht neuen Exorzisten

Hast du deinen Traumjob noch nicht gefunden? Möchtest du beruflich neue Wege einschlagen? Im wunderschönen Chur in der Schweiz ist eine Stelle frei: Das Bistum sucht einen Exorzisten.

Nach dem Tod von Bischofsvikar Christoph Casetti am 9. Februar sucht das Schweizer Bistum Chur einen neuen Exorzisten – und das schnellstmöglich. Denn so kurios es vielleicht klingt, Teufelsaustreibungen sind auch in Mitteleuropa stark gefragt. Etwa 1.400 Menschen suchten 2017 nach Angaben des SRF jährlich bei den Schweizer Kirchen die Hilfe von Teufelsaustreibern.

Der verstorbene Exorzist Casetti selbst hatte seine Tätigkeit im Schweizer Fernsehen anders formuliert: Er sei im "Heilungs- und Befreiungsdienst" tätig. Auf Erlaubnis des Diözesanbischofs könne er aber auch den "Großen Exorzismus" beten, dessen Ablauf von einem komplett auf Latein niedergeschrieben Handbuch vorgegeben wird. Dessen Inhalt ist nur für die Augen des Exorzisten bestimmt.

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Es gibt auch noch eine durchaus weltliche Bedingung, wie der "Humanistische Pressedienst" erklärt: Erst wenn Experten aus Medizin und Psychiatrie bestätigt haben, dass keine psychische Erkrankung vorliegt, darf ein Exorzist den vermeintlich von Dämonen besessenen Menschen mit Gebeten, Liturgien und Weihwasser zu Leibe rücken.

zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. Dämon offenbarte sich via Skype

Letzteres war für Casetti ein unverzichtbarer Bestandteil der Prozedur: Die Reaktionen auf das gesegnete Nass seien "oft sehr heftig" gewesen. Manche seiner "Patienten beziehungsweise Dämonen" hätten gerufen: "Hör auf, das brennt, das brennt!"

Eigenen Angaben zufolge hatte der Churer Exorzist ein bis zwei Teufelsaustreibungen pro Jahr zu bewältigen. Gegenüber dem "Blick" hatte er einmal erzählt, dass er schon erlebt habe, wie bei einem Videotelefonat via Skype auf einmal hebräische Schriftzeichen auftauchten, oder in einem anderen Fall eine Person, die keine hohe Bildung besaß, plötzlich Latein verstand. Beides seien "klare Zeichen" für eine Besessenheit.

"Das Leid dieser Menschen ist ungeheuer groß", schilderte Casetti damals. Nicht immer sei es mit einer Austreibung getan, manchmal müsse man "jahrelang beten". Häufiger seien aber sogenannte kleine Exorzismen. Diese seien aber "weit weniger spektakulär als das, was man in Filmen sieht".

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