Austria

Kassenfusion: Personalsparen mit großzügiger Altersteilzeit

Anders sieht es bei den Sozialversicherungen aus: Für deren Bedienstete hat die Trägerkonferenz eine großzügige Regelung beschlossen.

Hintergrund ist die Zusammenlegung der 21 Sozialversicherungen auf fünf Träger, darunter die Fusion der neun Gebietskrankenkassen zur Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK), wirksam mit 1. Jänner 2020. Die frühere VP/FP-Bundesregierung versprach sich durch die Kassenfusion Einsparungen von mittelfristig einer Milliarde Euro.

Durch "natürliche Abgänge" sollten binnen zehn Jahren rund 30 Prozent der Dienstposten eingespart werden. Ein Weg dazu ist offenbar ein attraktives Modell für die Altersteilzeit, und zwar die "geblockte" Version. Demnach können Mitarbeiter der Sozialversicherungen schon ab 25 Dienstjahren die geblockte Version der Altersteilzeit in Anspruch nehmen, wenn sie bei Antragstellung das 52. Lebensjahr vollendet haben, und diese ab 54 nutzen. Die Arbeitsphase kann dann drei Jahre dauern, die Freizeitphase beginnt mit Vollendung des 57. Lebensjahres, im "Normalfall" ebenfalls drei Jahre, danach der Übergang in die Pension. Ab 25 Dienstjahren gibt es während der gesamten Altersteilzeit 75 Prozent des Letztbezuges, ab 30 Dienstjahren 80 Prozent.

Der Generaldirektor für die neue Österreichische Gesundheitskasse (ÖGK), Bernhard Wurzer, betonte, dass die Altersteilzeit nur genehmigt werde, wenn gleichzeitig ein Dienstposten eingespart wird. "Wir werden das sehr behutsam einsetzen", sagt Wurzer.

Für ASVG-Versicherte ist der Zugang zur Altersteilzeit erst später möglich: bis 2018 konnten sie Frauen ab dem 53. und Männer ab dem 58. Lebensjahr in Anspruch nehmen. Schrittweise steigt die Altersgrenze auf 55 (Frauen) bzw. 60 Jahre (Männer). Die Laufzeit ist beiASVG-Versicherten grundsätzlich auf fünf Jahre begrenzt, beim "Blocken" muss der Arbeitgeber spätestens mit Beginn der Freizeitphase eine Ersatzarbeitskraft einstellen.