Austria

Juristen fordern Ausgangssperre für Katzen

Katzen genießen selbst unter Tierfreunden einen zweifelhaften Ruf: Die einen lieben sie über alles, andere können sie nicht ausstehen. Der Artenschutz gibt letzteren Recht, sagen zwei Juristen.

Zuhause wird geschnurrt und gekuschelt. Doch kaum geht es ins Freie, verwandelt sich das süße Fellknäuel in einen eiskalten Killer. Katzen töten weltweit 140 Millionen Tiere – von Vögeln bis Reptilien – pro Jahr, der Bestand von 367 Arten wird von Hauskatzen bedroht, schreiben zwei niederländische Professoren für Umweltrecht im "Journal of Environmental Law".

Arie Trouwborst und Han Somsen argumentieren, dass es laut EU-Recht illegal sei, Katzen alleine im Freien herumlaufen zu lassen. Alle EU-Staaten sind der Vogelschutzrichtlinie und der sogenannten Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie unterworfen.

zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. Die besagen, dass heimische Tierarten geschützt werden müssen. Katzen gehören nicht dazu. Denn sie wurden vor Jahrtausenden im Nahen Osten domestiziert. Sie seien daher aus rechtlicher und ökologischer Sicht eine invasive Art, die bekämpft werden muss – notfalls durch Tötung.

Dies werde zwar bei Streunern in Schutzgebieten teilweise getan, doch was Katzenbesitzer zumeist ausblenden, ist dass ihre Haustiere ebenfalls großen Schaden anrichten. Laut den beiden Juristen dürfte es somit nur noch Stubentiger geben, im Freien müssten sie an die Leine.

Doch kein EU-Staat traut sich an dieses heikle Thema heran. Daher müsse vielleicht erst der Europäische Gerichtshof für ein Urteil bemüht werden.

Nicht einverstanden? Dann kommen hier 50 Gründe, warum wir unsere Katzen lieben: