Austria

"Jugendarbeit spielt sich nicht nur in Vereinen ab"

Die Linzer Jugendarbeit nur auf die Vereine zu beschränken, sei viel zu eng gefasst, so Hörzing. Und spielt damit auf einen Antrag der Grünen an, der in der morgigen Gemeinderatssitzung diskutiert wird. So fordert deren Jugendsprecherin Sophia Hochedlinger eine Jugendmillion für die Landeshauptstadt. „In den vergangenen Jahren wurden hier immer wieder Einschnitte gemacht, Investitionen sind überfällig“, sagt Hochedlinger. So soll das Budget des städtischen Vereins „Jugend und Freizeit“, das derzeit rund 2,4 Millionen beträgt, aufgestockt werden.

„Jugendarbeit reduziert sich aber nicht nur auf Vereine, die sich konkret damit beschäftigen“, sagt Hörzing. „Ganz viel passiert beispielsweise auch in Sportvereinen, ohne dass es dort so genannt wird.“ 

Dem Antrag der Grünen werde die SPÖ nicht zustimmen: „Nur mehr Geld zu fordern, ohne konkrete Maßnahmen zu nennen, macht keinen Sinn.“ Zudem sei es ohnehin zu spät, da diese Aufstockung im bereits geschürten Linzer Doppelbudget für 2020/2021 nicht mehr berücksichtigt werden könne. 

Derzeit wird in Linz, auch in Kooperation mit der Fachhochschule OÖ, ein Projekt durchgeführt, wo Jugendliche, Eltern sowie soziale Vereine und Einrichtungen befragt werden, was sie sich für die Linzer Jugendarbeit wünschen. Bis Juni 2020 sollen die Ergebnisse vorliegen, bis Oktober dann die Maßnahmen für das Linzer Sozialprogramm 2020 erarbeitet werden. „Da gibt es bereits ein paar interessante Vorschläge, wie einen Bus für Jugendliche, der dann in den Stadtteilen unterwegs sein soll, wie eine Art fahrendes Jugendzentrum“, sagt Hörzing.