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"Jesus, wer zum Teufel möchte so lange leben?"

Ehe ihn die Traumfabrik als Tausendsassa huldigte, der als Schauspieler, Regisseur, Produzent und Komponist alle Register seines Könnens zog, hielt sich der in San Francisco geborene Clint Eastwood mit einfachen Jobs über Wasser. Als Rettungsschwimmer diente er in der US-Armee.

Als Cowboy Rowdy Yates ritt er sich in der Viehtreiber-Saga "Rawhide" ab 1958 in 217 Episoden ins Bewusstsein der Fernsehzuschauer. Dennoch empfand er die Nebenrolle eher als unbefriedigenden Knochenjob denn als Steigbügel zum Ruhm. Sein wortkarger, Zigarillostummel kauender Hüne in Sergio Leones Spaghetti-Western "Für eine Handvoll Dollar" machte Clint Eastwood 1964 über den Umweg Europa für seine Heimat USA erst richtig interessant.

Sieben Jahre später sattelte der Mime imagemäßig um. Zynisch, illusionslos und knallhart ging er als Inspector Callahan in "Dirty Harry" dem nach, was er als Recht und Ordnung ansah. Die höchsten Weihen, die Hollywood zu vergeben hat, erhielt er zwei Jahrzehnte danach. Da heimste das lederne Furchengesicht Oscars für den besten Film und die beste Regie ein, als er mit verbitterter Lippe mit "Erbarmungslos" (1992) den Western aus seinem cinematographischen Dornröschenschlaf küsste. Ein Doppelpack, das sich mit "Million Dollar Baby" (2004), einem Drama im Boxer-Milieu, wiederholte.

Diese Rühmung seines Alterswerkes nützte Eastwood, um bei der Preisverleihung eine Grußadresse an die Filmfinanziers zu schicken: "Ich würde den Geldgebern ans Herz legen, die alten Leute nicht zu vergessen. Denn die Senioren – Männer und Frauen – sind bereit, ihre beste Arbeit abzuliefern."

Der Leinwandveteran hat das mehrmals bewiesen. Mit "Mystic River" inszenierte er 2003 einen düsteren Opfer-Täter-Thriller, in dem sich Sean Penn und Tim Robbins zu Goldstatuetten spielten. 1995 wies er sich selbst als nomadisierender, reifer Fotograf im großen Gefühlsstreifen "Die Brücken am Fluss" an der Seite von Meryl Streep an.

In "Gran Torino" (2008) hängte er seinem Korea-Veteranen den abweisenden Panzer eines Ekels um, aus dem sich ein Menschenfreund schält. Mit 88 Jahren stellte er sich in Eigenregie erneut vor die Kamera: In "The Mule" spielte er einen alten Mann, der zufällig Drogenkurier wird. Ein Ende des Schaffens ist nicht abzusehen, denn, so die zwei Mal geschiedene 1,93-Meter-Ikone, die acht Kinder mit sechs Frauen hat: "Ich werde arbeiten, bis ich tot vom Regiestuhl kippe."

Hollywood schätzt und liebt seinen Clint, der einen vermeintlich altmodischen Erzählstil aufgeregten Effekten vorzieht. Vorübergehend versuchte sich der Kalifornier im politischen Fach: Von 1986 bis 1988 war er republikanischer Bürgermeister des malerischen Städtchens Carmel an der Pazifikküste. Wiewohl er traditionell die Republikaner unterstützt, setzt er sich auch für liberale Anliegen wie die Homo-Ehe ein. Von Präsident Donald Trump wünschte er sich zuletzt, er würde sich manierlicher benehmen, "ohne zu twittern und Leute zu beschimpfen".

Zu seinem bevorstehende Geburtstag gibt sich Eastwood wortkarg. In der Talkshow von Ellen DeGeneres beließ er es bei einer Anekdote: Als kleiner Bub habe er viel Zeit mit seinem mehr als 90 Jahre alten Großvater verbracht und dabei gedacht: "Jesus, wer zum Teufel möchte so lange leben?"

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