Austria

Italien: Todesrate in Bergamo könnte doppelt so hoch sein

Tausende Tote könnten nicht in offiziellen Statistiken aufscheinen, zeigt eine Studie. Mehrere Über-Hundertjährige sind genesen. Die Schulen könnten bis Herbst geschlossen bleiben.

In Italien mehren sich Berichte von Über-Hundertjährigen, die nach einer Coronavirus-Infektion geheilt aus dem Krankenhaus entlassen werden. Die 103-jährige Ada Zanusso aus dem piemontesischen Biella ist genesen, nachdem sie im Seniorenheim, in dem sie lebt, positiv getestet wurde. "Der Tod hat mich vergessen", kommentierte die Frau.

"Sie ist sehr klein, aber sehr zäh. Zum Glück mussten wir sie nicht ins Spital einliefern. Sie konnte in Isolierung im Seniorenheim behandelt werden", kommentierte der jüngste Sohn Adas, Giampiero Brisotto, laut der Mailänder Tageszeitung "Corriere della Sera".

Auch eine 102-Jährige aus Genua ist genesen. Als Geschenk nach drei Wochen im Krankenhaus erhielt Oma Lilla, wie sie von ihrer Familie genannt wird, eine telefonische Gratulation durch ihr Idol, dem neunmaligen Motorrad-WM-Sieger Valentino Rossi. Auch der 101 Jahre alte Alberto Bellucci aus der Adria-Stadt Rimini überstand eine Corona-Erkrankung.

Offizielle Statistik: Zahl an neuen Toten sinkt

Doch die Nachrichten von einem ersten Hoffnungsschimmer in dem besonders schwer betroffenen Land- Italien meldete mit 525 Toten binnen 24 Stunden die niedrigste Zunahme bei Todesfällen seit mehr als zwei Wochen - wird durch eine Studie getrübt: Sie legt nahe, dass es eine hohe Dunkelziffer bei Covid-19-Todesfällen gibt.

Viele Patienten erlägen dem Coronavirus ohne ärztliche Untersuchung zu Hause und gingen damit nicht in die offizielle Statistik ein, schließen die Lokalzeitung "L'Eco di Bergamo" und die örtliche Unternehmensberatung InTwig aus ihrer jüngst veröffentlichten Untersuchung amtlicher Daten.

Demnach gab es in der Provinz Bergamo diesen März mit 5400 Toten sechs Mal so viele Todesfälle wie im März 2019. Damit könnten bis zu 4600 der Toten an Covid-19 gestorben sein. Das wären mehr als doppelt so viele wie in den Statistiken (2060), die nur Tote in Krankenhäusern zählen. Insgesamt starben offiziell bisher 15.887 Menschen in Italien am Coronavirus.

Bei der örtlichen Gesundheitsbehörde war keine Stellungnahme zu den Untersuchungsergebnissen zu bekommen. Interviews mit Familienangehörigen und medizinischem Personal untermauern aber den Verdacht. Es sei praktisch unmöglich, Hausbesuche zu vereinbaren, sagen Familienangehörige. Wegen Überlastung, aus Mangel an Schutzausrüstung und aus Angst um ihre eigene Gesundheit würden Hausärzte ihren Patienten ohne Untersuchung Medikamente verschreiben, bestätigen Mediziner. Wenn ein Arzt doch noch einen Hausbesuch mache, komme er oft zu spät.

Auch Schüler mit schlechten Noten werden zugelassen

Dass die Lage weiter ernst ist, zeigen auch Überlegungen der italienischen Regierung: Die Schulen könnten erst im September wieder öffnen. Es gebe noch keine Klarheit über ein Datum für die Wiederaufnahme des Unterrichts, sagte die italienische Bildungsministerin Lucia Azzolina in einem TV-Interview am Sonntagabend.

Schulen, Kindergärten und Universitäten sind in Italien seit dem 5. März geschlossen. Alle Schüler in Italien werden heuer wohl angesichts des Coronavirus-Notstands automatisch in die nächste Klasse zugelassen. Dies sieht ein Erlass vor, das vom Ministerrat diese Woche verabschiedet werden sollte und sich mit dem Ende des laufenden Schuljahres befasst. Auch Schüler, die in den vergangenen Monaten schlechte Noten hatten, dürften angesichts der Lage in die höhere Schulklasse versetzt werden.

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