Austria

Irland ist ab Mittwoch wieder im Lockdown

Als erstes EU-Land begibt sich Irland zum zweiten Mal in einen Lockdown-Modus: Besuche von Freunden sind verboten, Restaurants dürfen Essen nur als Lieferservice anbieten. Nur die Schulen sollen offen bleiben.

Irland verschärft drastisch seine Maßnahmen im Kampf gegen die Corona-Pandemie. Am kommenden Mittwoch tritt die höchste von fünf Stufen in Kraft, wie die irische Regierung am Montag mitteilte. Das bedeutet im Grunde einen Lockdown: Als erstes EU-Land fährt Irland damit zum zweiten Mal das wirtschaftliche und gesellschaftliche Leben weitgehend herunter.

Besucher fremder Haushalte sind ab Mittwoch in Innenräumen nicht mehr gestattet, man darf sich aber im Freien treffen - unter bestimmten Bedingungen: Die Menschen sind nämlich angehalten, sich (mit Ausnahmen, etwa um zur Arbeit zu fahren) nur innerhalb eines 5-km-Radius um ihre Wohnungen zu bewegen. Hochzeiten dürfen stattfinden, bei einem Gästelimit von 25 Personen; bei Begräbnissen dürfen zehn Personen anwesend sein.

Geschäfte, die nicht der Deckung des täglichen Bedarfs dienen, müssen schließen, dazu gehören auch Friseursalons und Fitnesscenter. Pubs und Restaurants dürfen Essen nur als Lieferservice anbieten. Die Schulen sollen aber geöffnet bleiben.

Ministerpräsident: Lockdowns könnten die Norm werden

Die Maßnahmen sollen sechs Wochen lang, also bis zum 1. Dezember gelten. Irlands Ministerpräsident Micheál Martin drückte in einer Fernsehansprache sein Verständnis dafür aus, dass ein Lockdown für viele mit Einsamkeit und Verzweiflung verbunden ist, machte aber auch Hoffnung: „Wenn wir uns die nächsten sechs Wochen zusammenreißen, können wir danach ein sinnvolles Weihnachtsfest feiern.“ An periodische Lockdown-Phasen müsse sich die Bevölkerung gewöhnen, meinte er noch: Bis es einen Impfstoff gebe, werde das öffentliche Leben wohl immer wieder heruntergefahren und, wenn es sicherer wird, wieder geöffnet.

Nach Angaben des irischen Gesundheitsministeriums hatten sich zuletzt 1031 Personen innerhalb von 24 Stunden mit dem Corona-Virus infiziert. Insgesamt sind bisher knapp 51.000 Ansteckungen in Irland registriert worden. Das Land hat knapp fünf Millionen Einwohner.

Die Inzidenz pro 100.000 Einwohnern sei damit zwar niedriger als in einigen anderen europäischen Ländern, berichtet der „Guardian“ - doch habe Irland im intensivmedizinischen Bereich nur noch wenig Kapazitäten.

Lockdown auch in Wales

Angesichts steigender Corona-Fallzahlen haben eine Reihe europäischer Länder weitere Restriktionen beschlossen. In Wales soll am Freitag ein zweiwöchiger Lockdown beginnen, in Belgien trat am Montag eine nächtliche Ausgangssperre in Kraft, Italien führte eine Sperrstunde ab Mitternacht und die Schweiz eine Maskenpflicht in öffentlichen Räumen ein. In Slowenien gilt ab Dienstag eine Ausgangssperre zwischen 21.00 und 6.00 Uhr sowie ein Verbot von Auslandsreisen. Nur für Volksschüler findet noch Präsenzunterricht statt, die Obergrenze für private Treffen wurde auf sechs Menschen gesenkt. 

>>> Details zu den irischen Maßnahmen auf der Seite der „Irish Times"

>>> Hier geht's zum Bericht des „Guardian"

(APA/dpa/Red.)

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