Austria

In kleinen Schritten aus dem Lockdown

Es war wieder einmal ein Freitag, an dem Weichen in der Coronakrise gestellt wurden. Am Abend beriet Bundeskanzler Sebastian Kurz (VP) mit den Landeshauptleuten, wie es nach dem Ende des dritten Lockdowns ab 25. Jänner weitergehen soll. Das Treffen der Runde fand diesmal nicht virtuell per Video, sondern auf Einladung des steirischen LH-Vorsitzenden Hermann Schützenhöfer (VP) physisch an geheimem Ort in Wien statt. Das Ergebnis wollte man – nach weiteren Gesprächen der Regierung mit Sozialpartnern und Experten – im Laufe des Wochenendes bekannt geben.

Die Eckpunkte zeichneten sich schon davor ab: Unter Hinweis auf die kaum absehbare Bedrohung durch die viel ansteckendere britische Virusvariante B.1.1.7 soll der Großteil der Einschränkungen verlängert werden. "Die Situation ist alarmierend, wir müssen sie sehr ernst nehmen", schickte Gesundheitsminister Rudi Anschober (Grüne) voraus. Immerhin dürfte sich der Pessimismus des Wiener Bürgermeisters Michael Ludwig (SP) nicht erfüllen, der am Vormittag davon ausging, "dass es Verschärfungen gibt".

Trotz stagnierender Infektionslage und schon 100 Verdachtsfällen für Ansteckungen mit dem britischen Virus soll als Erstes der Handel wieder vorsichtig öffnen dürfen, hieß es aus Regierungskreisen – mit verschärften Auflagen: In den Geschäften soll ein Mindestabstand von zwei Metern einzuhalten sein, worauf die maximale Kundenkapazität anzupassen wäre.

Personal wie Kunden müssen die hochwertigeren FFP2-Masken tragen. Unklar war , wer für die Beschaffung und Verteilung dieser Masken, die deutlich teurer als der einfache Mund-Nasen-Schutz sind, zu sorgen hat. Weshalb es etwa erst Anfang Februar zur Öffnung kommen könnte. Zur Anwendung könnten bereits die eben gesetzlich verankerten Berufsgruppentests kommen, die auch für Mitarbeiter mit Kundenkontakt im Handel gelten sollen. Womit auch körpernahe Dienstleister wieder tätig werden könnten. Ebenfalls vor der Öffnung stehen die Schulen. Ab 25. Jänner ist bis zu den Semesterferien Schichtbetrieb in den Klassen und der freiwillige Selbsttest (oder Maskenpflicht) vorgesehen.

Keine Signale für eine Öffnung gab es zuletzt trotz des Drängens von Branchenvertretern für die Gastronomie- und Tourismusbetriebe. Auch die Möglichkeit, Kultur- oder Sportveranstaltungen über das neue "Reintesten" zu besuchen, soll aufgeschoben werden. Immerhin dürften die Skipisten offen bleiben. Auch die Einschränkungen im privaten Bereich dürften verlängert werden. Womit etwa die Ausgangsbeschränkungen (mit den bekannten Ausnahmen) aufrechtblieben. Ebenso wie die Regel für Privattreffen, bei denen nur eine haushaltsfremde Person empfangen werden darf.

„Schwierigste Phase der Pandemie“

Rund 100 „auf ganz Österreich verteilte“ Verdachtsfälle zur britischen Coronavirus-Mutation B.1.1.7 meldete Gesundheitsminister Rudi Anschober (Grüne). Für den Mikrobiologen Andreas Bergthaler wäre es „nicht überraschend“, wenn sich diese Variante, die um 50 bis 70 Prozent ansteckender sein soll als die Urform, „schon breitflächiger in Österreich befinden“ würde.

Innerhalb eines Monats müsse man mit einer Verachtfachung der Infektionsfälle rechnen, sagt Bergthaler. Aufspüren will man diese über Gensequenzierungen von positiven PCR-Tests und Abwasseranalysen in Kläranlagen. In ganz Europa herrsche deshalb eine „sehr alarmierte Stimmung“, das gelte auch für Österreich, so Anschober. Wegen der höheren Übertragungslast steige auch das Risiko für Ältere und andere vulnerable Gruppen. Deshalb müsse man jetzt „die Bremse einlegen“. Bis Ostern sei „die schwierigste Phase der Pandemie“. Mittelfristig sei er „positiv gestimmt“, so der Minister, weil die Impfrate steige und das Wetter wieder wärmer wird.

Ziele bei den Corona-Zahlen derzeit außer Reichweite

Knapp drei Wochen nach Beginn des dritten harten Lockdowns in Österreich sind die Zahlen noch immer deutlich von den Zielen der Bundesregierung entfernt. Wie berichtet, sollte die Zahl der täglichen Neuinfektionen unter 1000 sinken, die Sieben-Tage-Inzidenz (Ansteckungen pro 100.000 Einwohner in einer Woche) unter 100 und die Zahl der Intensivpatienten auf 200.

Am Freitag meldeten Gesundheits- und Innenministerium 1528 Neuinfektionen binnen 24 Stunden, die Inzidenz lag bei 137,5, und 337 Patienten lagen auf einer Intensivstation.

Zwar gab es in den vergangenen Tagen Rückgänge bei wichtigen Kennzahlen. So sank die durchschnittliche Zahl der Neuinfektionen im Wochenvergleich unter 2000 – auf 1999 pro Tag. Bei den Intensivpatienten gab es binnen einer Woche ein Minus von neun Prozent. Das alles habe aber eher den Charakter einer Stagnation bzw. einer sogenannten Seitwärtsbewegung – die Ziele, etwa eine Inzidenz unter 100, scheinen derzeit außer Reichweite zu sein, heißt es in Regierungskreisen. Was unter anderem an dem im Vergleich zum Frühjahr nicht ganz so strengen Lockdown, den niedrigen Temperaturen und der britischen Virusmutation liegen kann.

In Oberösterreich ist die Zahl der Intensivpatienten am Freitag von 57 auf 51 gesunken. Insgesamt werden derzeit 100 Intensivbetten für Corona-Patienten in den Spitälern vorgehalten. Ein aktueller Todesfall und fünf Nachmeldungen wurden vom Landes-Krisenstab vermeldet. Die Zahl der Corona-Todesfälle stieg somit auf insgesamt 1364.

Bundesweit dürfte wohl an diesem Wochenende die Marke von 7000 Corona-Todesopfern überschritten werden. Am Freitag stieg die Zahl um 66 auf 6987.

Bei der Sieben-Tage-Inzidenz lag Vorarlberg am besten mit 106,5 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in einer Woche, vor dem Burgenland mit 106,6 und Tirol mit 108,6. Oberösterreich war an der sechsten Stelle (132,3). Die mit Abstand höchste Inzidenz hatte Salzburg mit 256,8.

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