Austria

Immobilienpreise ziehen Gehältern davon

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Während Covid-19 die Welt und das Leben aller auf den Kopf stellt, hat sich ein Wunsch bei den Menschen in Österreich und Europa manifestiert: das Haus mit Garten. Das belegt eine Marktanalyse der Österreichischen Nationalbank (OeNB) ebenso wie die Imas International Studie der Erste Bank und Sparkasse.

Preise teilweise verdreifacht

Die gestiegene Nachfrage treibt die Immobilienpreise in die Höhe. Laut OeNB haben sich die Kaufpreise in Österreich zu Jahresbeginn um plus 3,4 Prozent verteuert und im zweiten Quartal sogar um 5,2 Prozent (jeweils im Vorjahresvergleich).

In den Bundesländern haben sich die Kaufpreise für Einfamilienhäuser sogar verdreifacht und sind von plus 3,3 Prozent im ersten Quartal auf 10,6 Prozent gestiegen. Aufgrund dieser Entwicklungen zeigen sich auch die Teilnehmer der Imas Studie beunruhigt.

Während 66 Prozent der Befragten angeben, mit ihrer Wohnsituation zufrieden zu sein, empfinden nur 25 Prozent „Wohnen heute noch leistbar“.

Dass sich die Situation bis 2030 weiterhin verschärfen wird, davon gehen 18 Prozent der Befragten aus. Peter Bosek, CEO der Erste Bank: „Es ist eine düstere Prognose, dass vier Fünftel der Österreicher heute der Meinung sind, sich in zehn Jahren keine Wohnung mehr leisten zu können. Hier müssen die Alarmglocken schrillen.“

Lohnwachstum weit unter Immobilienpreisen

Die Einschätzungen der Befragten werden von Daten des Wifo gestützt: Während die Reallöhne seit 2015 um 4,9 Prozent gestiegen sind, haben sich die Immobilienpreise seither um 27 Prozent verteuert.

Peter Bosek: „Häuserpreise sind mit großem Abstand am stärksten gestiegen und übersteigen das Wachstum der durchschnittlichen Einkommen um fast um das Dreifache.“

Das hat auch Auswirkungen auf die Finanzierung. Obwohl die Nachfrage nach Wohnkrediten laut Erste Bank Privatkundenvorstand Thomas Schaufler um 7,2 Prozent gestiegen sind, legen Kunden verstärkt auf Absicherung wert.

Schaufler: „Bei der Neukreditvergabe entscheiden sich heute acht von zehn Kunden für einen Fixzinssatz. Vor sechs Jahren war die Situation noch genau umgekehrt.“

Er rät außerdem, von Fremdwährungskrediten auf Eurokredite umzusteigen. Zur Zeit haben die Österreicher 117 Milliarden Euro für Wohnbaukredite ausgeliehen, davon 10,7 Milliarden in Fremdwährungen. Privatpersonen haben ein gesamtes Kreditvolumen von 10,6 Milliarden Euro in Schweizer Franken aufgenommen, in Japanischen Yen 338 Millionen Euro.

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