Austria

"Ich hoffe, dass sich im Mai alles ein bisschen lockert"

Am Sonntag endete die zweite Woche mit Ausgangsbeschränkungen in Österreich. "Heute" fragte, wie es den Menschen mit ihrer neuen Situation so geht.

Sicherheitsabstand, Handschuhe, Mundschutzmaske und immer wieder neues Sackerl über dem Mikrofon – derart ausgerüstet hat "Heute" rund um die Karlskirche eine wichtige Frage gestellt: "Wie geht es Ihnen?"

Positive Menschen rund um Wiens Karlskirche

Die befragten Passanten zeigten sich alle durchaus positiv und sehr gewillt, alle Bestimmungen der Regierung zur Eindämmung der Corona-Welle ernst zu nehmen. 6.859 Strafen wurden (Stand Freitag, 27. März 2020) in ganz Österreich ausgeteilt. Die Befragten finden auch, dass diese Strafen eine wichtige Maßnahme sei.

Sorgen bereiten die wirtschaftliche Folgen. Man mache sich natürlich Gedanken, wie lange diese Situation noch dauern könnte. Man sorgt sich auch um die Verwandten, selten um sich selbst. Der soziale Kontakt fehle jedoch sehr. Man wusste gar nicht, wie wichtig das sei, merkte zum Beispiel Justus (31) an. Alex (58) stört vor allem das Fehlen des kulturellen Angebots.

zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. Hier die Antworten der Wiener im Detail:

Waltraud (58) zeigte sich positiv, sehr einverstanden mit den derzeitigen Regeln und gab sogar noch Ratschläge, die Zeit als mögliche Entschleunigung anzunehmen:

"Ich versuche mich allumfassend danach zu halten. Gehe trotzdem alleine an die frische Luft ohne sozialen Kontakte und nutze die Zeit für mich um alleine zuhause zu denken und zu planen. Prinzipiell ist es für mich eine Zeit der Entschleunigung, mit Blick auf die Zukunft.

Ich glaube, wir sind aufgefordert, für uns selbst uns unseren eigenen Plan A, B oder C zu machen. Ich würde mir wünschen, dass die Stimmung, so wie sie jetzt ist, bis maximal Ende April in dieser Strenge durchgeführt wird. Ich hoffe persönlich, dass es sich im Mai langsam ein bisschen lockert und wir im Juni wieder… kein normales, aber doch ein dem Normalzustand ähnlicheres Leben führen können.

Es bleibt einem bis Ostern nichts anderes übrig als zu putzen. Der Mensch ist jetzt gefordert all die Bücher, die er Zuhause hat, zu lesen. Er ist gefordert Dinge aufzuschreiben. Er ist auch gefordert über Skype, Internet alles möglich sich auszutauschen.

Ich habe für mich so viel intellektuell aufzuarbeiten, zu lesen, zu planen, zu schreiben, zu tun – dass ich mit dem bestimmt nicht fertig werde bist wir wieder ein normales Leben hoffentlich führen können."

Thomas (39) sieht die Situation äußerst pragmatisch:

"Angst ist generell ein schlechter Ratgeber, vor allem in so einer Situation. Das versuche ich zu vermeiden. Wie mache ich das? Einfach mit einer positiven Lebenseinstellung – vorher, nachher und währenddessen. Ich jongliere gerne – so vergeht auch die Zeit. Für die sozialen Kontakte nutze ich die Online-Möglichkeiten, Videochats. Da bekommt man schneller eine Gruppe zusammen als im richtigen Leben, auch auf Distanz. Also wenn man will, dann geht es."

Felix (33) sieht in dieser Veränderung die Notwendigkeit auf sich selbst zu achten und er erkennt auch den positiven Effekt, dass man mehr auf die Menschen achtet:

"Es sind bestimmte persönliche Bedürfnisse rückzustellen, weil man an die anderen denken muss. Deswegen ist es wichtig, natürlich so wenig wie möglich rauszugehen. Es ist gleichzeitig trotzdem essentiell, auf seine eigene Psychohygiene zu achten. Deswegen sind Spaziergänge auch empfohlen worden. Man soll sich Zeit nehmen, mit der Person, mit der man im Haushalt lebt und kurz rausgehen. Durchatmen. Den Abstand natürlich beibehalten. Wenn alle diese Reglen einhalten, dann geht es der Einzelperson auch wieder gut. Man fühlt sich wieder beruhigter. Wenn alle diese Regeln befolgen, brauch ich mir keine Sorgen machen, dass das System vielleicht doch kollabiert.

Ich glaube, die große Mehrheit hält sich an die Regeln, auch an die moralischen Regeln, ohne dass es Strafen bräuchte. Es gibt einen kleinen Teil der Bevölkerung, die möchten sich nicht daran halten und verweigern. Das ist auch im normalen Alltag so. Die meisten Menschen bezahlen im Supermarkt, andere zahlen nicht und dafür gibt es Strafen. Das ist jetzt auch die Notwendigkeit. Ich stehe daher hinter den Strafen und sie helfen nocheinmal mehr die Menschen mit Nachdruck zu motivieren das wirklich durchzuhalten.

Ich sorge mich um meine Familienangehörigen und gleichzeitig glaube ich, dass unser System stabil genug ist, dass wir das durchstehen und schaffen können. Es wird dauern, auch noch lange Zeit später, werden wir das spüren. Es hat auch positive Dinge, wir rufen viel öfter unseren Familienangehörigen an, als früher. Das ist schön. Ein bisschen mehr wertschätzen – nicht das, was mit Konsum zu tun hat. Nicht mit Schnelligkeit der Gesellschaft, individuellem Reisebedürfnis die Selbstentfaltung an erster Stelle stellt, sondern auch, was mich ruhig stellt. Ich denke positiv an die Zukunft. "

Alex (58) vertraut der Regierung bei den Maßnahmen, fürchtet aber dass dies noch länger anhalten könnte:

"Ich finde noch geht es. Wenn man ein bisschen noch Radfahren darf und sich in der Natur aufhalten darf, dann finde ich ist es machbar. Langfristig noch einige Wochen und Monate keine persönlichen Kontakte zu haben ist schon eine große Herausforderung. Aber ich denke, wir werden das meistern müssen.

Die Regierung tut, was sie kann, es gibt Unterstützung aller Arten. Ich gebe der Hoffnung Ausdruck, dass das für die Betroffenen eine erste Überbrückungshilfe ist. Es wird da und dort Einschränkungen geben. Man kann nur das beste aus der Situation machen und ich glaube, die Regierung tut was sie kann.

Angst in dem Sinn habe ich nicht unmittelbar. Es fehlen mir persönliche Kontakte und das kulturelle Angebot – Theater, Konzerte, Ausstellungen und Konzerte – das geht mir nach Wochen ab."

Justas (31) hat erst jetzt gemerkt, wie sehr er Menschen um sich herum braucht:

"Ich kann die Leute nicht treffen, das ist blöd für mich. Ich habe enie gedacht, dass der soziale Kontakt für mich so wichtig ist. Weil ich ihn immer gehabt habe. Jetzt wo der Kontakt nicht mehr da ist, merke ich es.

Ich glaube in Wien jeder fühlt sich normal. Außer dass ein Sackerl über das Mikrofon gestülpt ist, fühlt sich bis jetzt alles normal an."

Ariane (55) macht sich wirtschaftlich große Sorgen und denkt, dass die Maßnahmen zu streng seien:

"Ich hoffe, dass es bald zu Ende ist. Ich glaube es ist nicht, die alleinige Lösung. Es leidet die Mehrheit darunter und die Wirtschaft kaputt zumachen und die Probleme, die wir danach haben weden... Das ist auch nicht zu unterschätzen.

Das ist der Punkt, der aus meiner Sicht zu wenig berücksichtigt wird. Mir geht es persönlich gut. Ich habe Zeit die Sachen zu machen, für die ich sonst nie Zeit habe. Aber die Zukunft hängt für mich davon ab, wie lange das dauert."

Niko (38) meint, dass man jetzt den Maßnahmen folgen soll, man danach aber auf den Fehlern lernen muss:

"Reagieren sollten wir später, wenn das alles vorbei ist und uns fragen, ist es gut das Gesundheitssystem auf fast null zusammenzuschrumpfen. Das System 'Survival of the Fittest', das immer nur Leistungsträger belohnt werden. Wir müssen hier sparen und das kürzen. Macht es Sinn unser Gesundheitsystem kaputtzumachen oder nur die Globalisierung zu fördern, oder sollten wir überlegen ob wir regionaler leben können? Da glaube ich wäre ein Umdenken nötig, dass soll nach der Krise anfangen, wo wir uns verbessern könnten und was es heißt solidarisch sein."

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