Austria

Hoteliers: Öffnung frühestens im März

Der Monat März sei der "aus jetziger Sicht wohl früheste realistische Öffnungsdatum" für die seit Anfang November behördlich geschlossenen Betriebe, hielt die Österreichische Hoteliervereinigung am Freitag fest. Die Hotels rechnen aber auch dann nur mit einer Auslastung von schwachen 30 Prozent, wie aus einer aktuellen ÖHV-Umfrage hervorgeht.

"Das hinterlässt so tiefe Spuren in den Bilanzen, das ist ein ganz klarer Handlungsauftrag für die Politik", betonte ÖHV-Generalsekretär Markus Gratzer. Mit der derzeit darniederliegenden Nachfrage und den Überbrückungshilfen der Regierung können der Branchenbefragung zufolge lediglich 37,5 Prozent der Betriebe noch länger als ein halbes Jahr durchhalten. Der überwiegende Teil (62,5 Prozent) halte nur noch ein paar Monate durch: 28,2 Prozent gaben an, dass ihnen in drei Monaten die Luft ausgeht, weitere 34,3 Prozent schaffen es noch bis zu sechs Monate.

Bereits in der Wintersaison des Vorjahres (2019/20) hatte sich die Auslastung in der gewerblichen Beherbergung um mehr als ein Fünftel - von 41,7 Prozent auf 33,3 Prozent - verringert, im Coronasommer 2020 dann sogar um mehr als ein Drittel - von 42,1 auf 26,3 Prozent, wie aus den aktuellen Daten der Statistik Austria hervorgeht. Die Betriebe gingen im heurigen Winter 2020/21 also bereits geschwächt an den Start.

Der von der Statistik Austria konstatierte Wegfall der Nächtigungen im abgelaufenen statistischen Tourismusjahr (November 2019 bis einschließlich Oktober 2020) habe sich mit dem Beginn des Dauer-Lockdowns im November in weiten Teilen der Branche noch verschärft, so die ÖHV. Die behördlich verfügten Schließungen zogen massive Umsatzeinbrüche nach sich. Im Jahr vor Corona hätten die touristischen Leitbetriebe im Schnitt noch Einnahmen von 5,2 Mio. Euro erzielt, "im coronagebeutelten Geschäftsjahr" seien diese um mehr als die Hälfte auf nur noch 2,5 Mio. Euro eingebrochen.

Bei den Investitionen sprangen die Hoteliers 2020 auf die Bremse, was in weiterer Folge auch zu merklichen Einbußen bei den Auftragnehmern im Gewerbe geführt habe. Vom geplanten Investitionsvolumen wurden im abgelaufenen Coronajahr 41 Prozent verschoben oder gestrichen. 2021 dürften laut Umfrage sogar 46 Prozent des Volumens vorerst oder ganz wegfallen. "Das zeigt deutlich, dass die aktuellen Finanzinstrumente bei weitem nicht reichen, um das Überleben der Betriebe zu sichern", schlug die Hoteliervereinigung Alarm. Am besten helfen den befragten Unternehmern laut Eigenangaben der Umsatzersatz, gefolgt von Fixkostenzuschüssen und Kurzarbeit.

Die dringendsten Wünsche sind laut Umfrage zuerst die Verlängerung der Beihilfen über den Juni hinaus, die Übernahme der Urlaubskosten bei der Fortsetzung der Kurzarbeit und die Erhöhung der Beihilfengrenzen von 1 auf 3 Mio. Euro.

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