Austria

Holzers Restauranttest: Winkler's zum Posthorn

Gastro-Profi Walter Winkler sorgt für unverändert gute Stimmung. Ein guter Start mit neuem Koch.

von Florian Holzer

Vor ungefähr elf Jahren übernahm Gastro-Profi Walter Winkler eines der ältesten Gasthäuser Wiens, das „Zum Posthorn“ – 1870 gegründet, 40 Jahre lang von der legendären Frau Steffi geführt, Stammlokal unter anderen von Helmut Qualtinger und trotz einiger Übernahmen in nachgerade musealem Zustand erhalten (wofür Winkler 2009 die technischen Voraussetzungen schuf, aber das sieht man zum Glück ja nicht).

Seit elf Jahren war das Lokal täglich gesteckt voll, sogar an Katzentischchen saß man zu siebt. Und jetzt? Jetzt stehen die Tische etwas lockerer, Winkler trägt eine Plexiglas-Maske, auf der „Der Hofrat“ steht, die Speisekarte liegt unter einem transparenten Tischtuch, die Stimmung ist aber eigentlich unverändert prächtig. Und es gibt einen neuen Koch: Robert Letz, der unter anderem die gastronomischen Angelegenheiten der Erste Bank am Graben leitete und dann viele Jahre die Küchenlinie im Schlosspark Mauerbach bestimmte, kennt Winkler seit Langem, hatte gerade Zeit und dachte sich: warum nicht. Die Standard-Karte mit erstklassiger, kräftiger Leberknödelsuppe (4,60 €), Schweinsbratenbrot, Reisfleisch, Gulasch, Schnitzel & Co bleibt unverändert und profitiert vielleicht ein bisschen von Letz’ Expertise, dazu kommt noch eine saisonal angelegte Tageskarte, bei der sich der Meisterkoch etwas spielen kann, etwa mit kaltem Solospargel mit Himbeeressig-Vinaigrette, Haselnüssen und Beinschinken (13,30 €), Rib-Eye-Steak mit gegrilltem Grünspargel oder einem wirklich exzellenten Kalbsbeuscherl, das der Tradition des Hauses alle Ehre macht (12,80 €). Ein guter Start!

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