Austria

Hilfe für den Sport: Versprechen, Hoffnungen und offene Fragen

CORONAVIRUS: PK " HERAUSFORDERUNGEN IM SPORT IN ZEITEN DER CORONAKRISE" - KOGLER

Sportminister Werner Kogler.

© APA/HERBERT P. OCZERET / HERBERT P. OCZERET

Sportminister Kogler kündigte ein Hilfspaket für den Sport an. Damit beginnt nicht das wichtigste, aber ein sehr ernstes Spiel.

von Bernhard Hanisch

Vor einigen Monaten präsentierte Österreichs Fußball-Nationalteam neue Dressen für auswärtige Angelegenheiten. Schwarze Leibchen, türkis die Hosen. Zur fast logischen Konsequenz einiger Betrachter wurde die Unterstellung einer parteilichen Werbeeinschaltung.

Sonst schien der Sport unter der politischen Wahrnehmungsgrenze zu bleiben. Der einstige, vom Koalitionspartner aufgestellte Sportminister hatte nicht nur in konkreter Funktion eine rekordverdächtige Anzahl von Fragezeichen hinterlassen. Sport als Nebensache und Politik ergaben eben immer schon eine spezielle Kombination, klischeehaft verkommen als politische Wahlwerbung in Zeiten des sportlichen Erfolgs.

Was nun? Werner Kogler übernahm das Amt. Ein grüner Vizekanzler als Sportminister. Kann das funktionieren? An Skepsis grenzende Neugier war die Reaktion.

Immerhin hat sich Kogler, der hemdsärmelige Vertreter in der Regierung, am Samstag zum Thema Sport geäußert. Um den derzeitigen Umständen entsprechend Pläne und keine Lösungen zu präsentieren. Übermittelt im Gegensatz zu anderen Verlautbarungen zur Corona-Causa versteckt und abgekürzt in ORF III, immerhin zur Gänze als Spartenprogramm auf Sport+.

Geringschätzung? Sport als unwichtigste Nebensache in Zeiten der Corona-Krise?

Einordnung

Von Beleidigung befallen, könnte man es so sehen. Doch der Sportminister hat die Einordnung selbst gegeben, sprach vom übergeordneten Stellenwert der Gesundheit, aber von der Verflechtung ökonomischer und sportlicher Aktivitäten, vom wichtigen Faktor in der Gesellschaft. 15.000 Vereine, zwei Millionen Mitglieder – Zahlen, die auf dem Tisch liegen.

Und damit beginnt die Liste der Versprechen, der gleichzeitige Versuch, den Spagat zwischen Breiten- und Spitzensportlern zu schaffen.

Zum Beispiel, das Sterben von meist auf Ehrenamtlichkeit funktionierender und von jeder Zuschauereinnahme abhängiger Vereine in Grenzen zu halten. Oder Sportförderung auch bei aktueller Inaktivität weiter auszuzahlen. Weiters die Trainingsmöglichkeiten für Spitzensportler wieder zur Verfügung zu stellen, die Durchführung von Sportarten, die ohne Körperkontakt auskommen, zu  ermöglichen. Ein paar Hoffnungsschimmer wenigstens.

Was passiert mit den finanziell so unterschiedlich ausgestatteten Profiklubs der Fußball-Bundesliga, die letztendlich auch ihren Profit im Auge behalten müssen? Wie verhalten sich die Sponsoren? Wann kann wieder gespielt werden, also auf TV-Gelder und Zuschauereinnahmen gesetzt werden?

Offene Fragen, die noch ohne Hoffnungsschimmer auskommen müssen.

„Hunderte Millionen“ aus dem 38 Milliarden Euro schweren Unterstützungsprogramm hat Kogler in Aussicht gestellt. Damit beginnt nicht das wichtigste, aber ein sehr ernstes Spiel.

Erst danach wird man sehen, ob die Politik tatsächlich ein guter Schiedsrichter gewesen ist.

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