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Halloween auf Sky: Hier droht der Plattenbau

Halloween auf Sky: In der Serie „Hausen“ gluckst es im Wohnblock, als wäre er ein Monster. Der Horror sind aber eher die Bewohner – und die Tristesse, in der sie leben.

Mit der Umzugsschachtel unterm Arm kommt Juri in seinem neuen Leben an. Seine Mutter ist tot. Der Vater wartet auf die Auszahlung der Versicherung. Er braucht Geld – und soll als Hausmeister einen heruntergekommenen Wohnblock betreuen, den man auch als Filmkulisse für eine exterrestrische Siedlung irgendwo im All hätte nehmen können. Die oberen Stockwerke sind in düstere Wolken gehüllt, die Neonlampen spenden kaltes Licht. In der Eingangshalle schält sich die Farbe wie Schuppen von den Wänden. Der kalte Regen sickert durchs Mauerwerk, überall sind feuchte Flecken. Es gluckst und gurgelt, als würden die Menschen hier in den Eingeweiden eines Monsters hausen. Und vielleicht tun sie das ja auch . . .

„Hausen“ ist die Halloween-Grusel-Serie von Sky (ab 29. 10.). Menschen am Rande der Gesellschaft, am Rande des Wahnsinns bevölkern dieses Spukhaus, das ein Eigenleben zu haben scheint. Durch die Belüftungsschächte flüstert der Wind. Oder sind es die Stimmen jener, die auf unerklärliche Weise verschwinden? Aus der kaputten Heizung rinnt schwarzer, öliger Schleim, der sich bedrohlich ausbreitet.

Die ständigen Drohgebärden des Wohnblocks werden einem bald zu viel. Dass der Hausmeister den Schleim mit einem beliebten Hausmittel – Essig – bekämpft, ist zumindest ein Augenzwinkern. Zum Fürchten ist dabei weniger das ständige Geblubber des aufdringlichen Hauses, es ist die weitgehend unempathische Gesellschaft, die sich hier einquartiert hat. Kalte, kaputte Typen. Und wo noch ein Funken Menschlichkeit lodert, wird er durch die Verzweiflung erstickt.

Gedreht in einem ehemaligen DDR-Krankenhaus

Die Atmosphäre ist muffig. Gedreht wurde in einem leer stehenden DDR-Krankenhaus, das Trostlosigkeit und Verfall symbolisiert – eine hervorragende Wahl der Location-Scouts. Als die Dreharbeiten vorbei waren, wurde das Gebäude durch eindringendes Wasser weiter zerstört. Regisseur Thomas Stuber inszeniert es als einen Ort, der seine Bewohner zersetzt.

Der 17-jährige Juri (Tristan Göbel) versucht, ein normales Leben zu führen. Freunde findet er hier keine. Der kleine Bub, der ohne Mutter zu leben scheint, hört mehr auf die Stimmen des Hauses als auf ihn. Die Tochter des Asia-Händlers, mit der Juri zur Schule geht, hält sich mit klassischer Musik und einer Affäre von allem fern. Der Hausmeister (Charly Hübner) wandelt sich vom gutmütigen Helfer zum aggressiven Aufpasser. Am Anfang versucht er noch, das Baby einer überforderten jungen Nachbarin (Lilith Stangenberg) zu trösten, deren drogenkranken Freund die Kamera auf so manchen bösen Trip begleitet. Sie träumt vom besseren Leben, aber auch für sie gibt es kein Entrinnen aus dieser Tristesse. Das ist Horror genug.

„Hausen“ läuft ab 29. 10. auf Sky.

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