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Gewalt in Myanmar: Polizei erschoss Demonstranten

Die Sicherheitskräfte setzten neben Tränengas, Wasserwerfern und Gummigeschoßen auch scharfe Munition ein. Mindestens 20 weitere Menschen wurden nach Angaben eines Sanitäters bei den Zwischenfällen in Dawei durch Gummigeschosse verletzt. Das örtliche Medienportal „Dawei Watch“ meldete ebenfalls drei Todesopfer in der Küstenstadt.

Den von einem Rettungswagenfahrer mitgeteilten Tod zweier 18-Jähriger in Bago meldeten auch Lokalmedien. In der Innenstadt von Yangon, wo es ebenfalls ein Todesopfer gab, hatten Polizisten schon vor dem geplanten Beginn der Proteste damit begonnen, die Menschen gewaltsam auseinanderzutreiben. Ob sie dabei ebenfalls scharfe Munition oder Gummigeschoße einsetzten, war zunächst unklar. „Als wir eintrafen, begann die Polizei ohne Vorwarnung zu schießen“, berichtete die 29-jährige Lehrerin Amy Kyaw. Einige ihrer Kollegen seien verletzt worden, andere hätten sich in den Häusern in der Nachbarschaft in Sicherheit gebracht.

Reporter geschlagen und festgenommen
Auch in anderen Städten berichteten Augenzeugen von der zunehmenden Brutalität der Einsatzkräfte gegen friedliche Demonstranten. In der am Oberlauf des Irrawaddy-Flusses gelegenen Stadt Myitkyina wurde mindestens ein Journalist von Polizisten geschlagen und festgenommen, als er die Übergriffe dokumentieren wollte, wie die Lokalzeitung „The 74 Media“ berichtete.

In Pyay im Zentrum des Landes wurde ein weiterer Reporter nach Angaben seines Arbeitgebers von einem Gummigeschoß getroffen, während er über die dortigen Proteste berichtete. In der zweitgrößten Stadt Mandalay setzten Polizisten Wasserwerfer gegen die Demonstranten ein.

Proteste seit vier Wochen
Am 1. Februar hatte in dem südostasiatischen Land das Militär durch einen Putsch die Macht übernommen. Die demokratisch gewählte Regierung von Aung San Suu Kyi wurde abgesetzt und die Friedensnobelpreisträgerin festgenommen. Seitdem sind Hunderttausende Menschen gegen die Armee auf die Straßen gegangen. Dabei ließen sie sich bisher auch von zunehmender Gewalt und Einschüchterungen nicht abschrecken.

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