Austria

Generalstreik gegen Pensionsreform brachte Frankreich Stillstand

PARIS. Frankreich ist am Donnerstag durch einen Generalstreik weitgehend lahmgelegt worden. Zahlreiche Züge und Flüge fielen aus, Schulen blieben geschlossen. Auch heute werden die meisten Züge gestrichen – sowie rund 20 Prozent der Flüge.

Mehr als 800.000 Menschen gingen auf die Straße – fast drei Mal so viele wie auf dem Höhepunkt der "Gelbwesten"-Krise vor einem Jahr. Der Streik richtet sich gegen die Pensionsreform-Vorhaben von Präsident Emmanuel Macron. Sein Büro erklärte gestern, der Präsident halte "entschlossen" an seinem Plan fest. Während die Proteste in vielen Städten friedlich blieben, kam es in Paris und Nantes zu Ausschreitungen. Alleine in Paris waren wegen befürchteter Krawalle rund 6000 Polizisten im Einsatz.

Teilweise schon mit 50 in Rente

In Frankreich gibt es neben der allgemeinen Rentenversicherung zahlreiche Sonderregelungen. 42 Einzelsysteme bringen Privilegien mit sich. Sonderregelungen gelten etwa für Eisenbahner, Mitarbeiter der Strom- und Gaswirtschaft, von Krankenhäusern, für Anwälte, Freiberufler oder Angestellte der Pariser Oper. So können Bahnfahrer der Pariser Verkehrsbetriebe RATP theoretisch schon mit Anfang bis Mitte 50 in Rente gehen, ähnlich sieht es bei der Staatsbahn SNCF aus. Das normale Renteneintrittsalter liegt bei 62 Jahren. Die Sonderregeln gehen auf das 17. Jahrhundert zurück, als Ludwig XIV. regierte.