Austria

Gefahr der "Superinfektion" durch die echte Grippe

In der vergangenen Grippesaison starben rund 1400 Menschen in Österreich an der Virus-Grippe – das sind mehr als drei Mal so viele wie im Straßenverkehr. Darunter waren aber nicht nur jene Patienten, die zur Risikogruppe zählen, wie etwa chronisch Kranke und Hochbetagte, sondern auch Kinder. "Die Influenza ist eine schwere und potenziell tödliche Erkrankung. In Europa ist es die Infektionskrankheit mit den meisten Todesfällen", sagt Georg Palmisano, Facharzt für klinische Mikrobiologie und Hygiene, Landessanitätsdirektor und Fachgruppenvertreter für Hygiene und Mikrobiologie der Ärztekammer für Oberösterreich.

"Bei der Influenza – also bei der echten Grippe – hat man plötzlich Fieber, Schüttelfrost, Schweißausbrüche, Gliederschmerzen, Halskratzen und Reizhusten. Sie dauert bei unkompliziertem Verlauf mindestens fünf bis sieben Tage, oft braucht es aber auch zwei Wochen, bis man sich wieder halbwegs fit fühlt." Komplikationen bei der Influenza können grundsätzlich bei allen Personen auftreten. Die Influenza-Viren zerstören nämlich durch ihre massive Vermehrung in den Zellen die äußerste Schicht der Atemorgane und können darüber hinaus das Immunsystem schwächen, indem sie auch die vom Körper zur Abwehr produzierten Fresszellen (Makrophagen) verringern.

Bakterielle Infektionen

Die dadurch geschädigte Atemwegsschleimhaut stellt somit einen idealen Nährboden für Bakterien dar, die nun ungehindert eindringen können. Hierdurch kommt es leicht zu bakteriellen Infektionen, die häufig sehr viel schwerer verlaufen als die eigentliche Influenza.

Impfung schützt

Beispiele dafür sind Nasennebenhöhlenentzündung, Mittelohrentzündung, eitrige Bronchitis sowie Lungenentzündung. Schwere Fälle der Influenza betreffen meist Menschen über 60 Jahre, Säuglinge sowie Kleinkinder.

Daher sind Menschen mit Grunderkrankungen sowie Menschen, die im Gesundheits- und Pflegebereich arbeiten, eine wichtige Zielgruppe der Grippeimpfung. Diese schützt zwar nicht zu 100 Prozent, vermindert aber die Ansteckungsgefahr. Die Durchimpfungsrate liegt bei unter zehn Prozent, damit ist Österreich Schlusslicht in Europa.