Austria

Für viele ist kaputt machen die einzige Option

Der nunmehrige Ex-Gesundheitsminister Rudolf Anschober hat mit seiner Rücktrittsrede einen wichtigen Schritt hin zu einem offeneren Umgang mit psychischer Gesundheit gesetzt.

Menschlicher hat man einen Minister selten erlebt. Er sei an seine Grenzen gestoßen, ihm sei die Kraft ausgegangen, sagte Ex-Gesundsheitminister Rudolf Anschober bei seinem Rücktritt. Und: „Ich will mich nicht kaputt machen.“ Es ist ein Satz, den man nicht oft hört, schon gar nicht von einem Politiker. Anschober sprach mit einer beispiellosen Offenheit über seinen Gesundheitszustand. Und das nicht zum ersten Mal. Vor neun Jahren machte der damalige  oberösterreichische Landesrat sein Burnout-Syndrom publik, um sich daraufhin eine dreimonatige Auszeit zu nehmen.

Abgesehen von der Frage, ob er seinen Job gut gemacht hat oder nicht, ob es Zeit war zu gehen oder nicht: Anschober hat mit der Art, mit der er über seinen gesundheitlichen Zustand, insbesondere seine psychische Gesundheit spricht, einen wichtigen Schritt gesetzt. „Für Erkrankungen braucht sich niemand zu schämen. Wichtig ist, dass wir Tabus wegbringen“, sagte er. Denn dass die Tabus immer noch da sind, ist Fakt.

Langsam, ganz langsam, tut sich zwar etwas. Davon zeugen Promis, die sich öffentlich „outen“ oder Influencer auf Instagram, die über ihre Depressionen oder Angstzustände sprechen. Vielerorts werden psychische Probleme aber weiterhin als Schwäche gesehen, vor allem in der Arbeitswelt.

Anschober ist zurückgetreten, um sich nicht kaputt zu machen, und das war gut so. Nicht vergessen darf man, dass ein Großteil der Menschen in Österreich diese Wahl nicht hat. Die durchbeißen, weil sie Angst haben müssen, ihren Job zu verlieren.  Die sich keine Hilfe holen können, weil eine Psychotherapie immer noch ein Luxusgut ist. Für viele ist sich kaputt machen die einzige Option. Nach der Bewältigung der Pandemie wird dies die wohl größte Aufgabe für den neuen Gesundheitsminister. 

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