Austria

Für den Kaiser spielten die Ischler ihr Krippenspiel sogar im Hochsommer

Es ist der 18. August 1870: Bad Ischl hat sich fein herausgeputzt. Weil erstens der Kaiser wieder zur Sommerfrische in der Stadt weilt. Und zweitens, weil dieser Kaiser – Franz Joseph – heute seinen 40. Geburtstag feiert. Um dem Monarchen ein besonders schönes Fest zu kredenzen, haben sich die Ischler etwas ganz Besonderes einfallen lassen. Sie führen Ihro Gnaden zu Ehren das traditionelle Krippenspiel auf. Mitten im Hochsommer!

Ältestes religiöses Volksspiel

Das ist wohl die skurrilste Geschichte der an Geschichten so reichen Geschichte des "Ischler Krippenspiels". Die Wurzeln des heute ältesten religiösen Volksspiels Österreichs gehen auf das Jahr 1590 zurück, das erste Textfragment stammt aus dem Jahr 1654.

Just zur Zeit des eingangs erwähnten kaiserlichen Geburtstagsfestes hatte das Krippenspiel eine erste Blütezeit erlebt. Pfarrer Ferdinand Auböck hatte das ausschließlich von Ischler Bürgern gespielte Stück rund um die Geburt Jesu zur Oper mit 150 Mitwirkenden aufgeblasen. Ihm zur Seite stand mit Kaplan Anton Reidinger ein Mann, der später als Komponist und Texter des traditionellen Weihnachtsklassikers "Es wird scho glei dumpa" zu Ruhm und Ehre gelangen sollte.

Im Laufe der Jahre hat sich bei der Bad Ischler Volksspielgruppe ein olympischer Gedanke eingestellt. Erstens: Dabei sein ist alles. Man legt aber großen Wert darauf, dass alle rund 40 Rollen von Einheimischen gespielt werden. Zweitens wird das traditionsreiche Spiel alle vier Jahre in der Stadtpfarrkirche St. Nikolaus aufgeführt. Heuer ist es um die Weihnachtszeit wieder so weit – am 26. und 28. Dezember sowie am 4. und 6. Jänner.

Vorher wandern die Ischler Krippenspieler erstmals aus. Am 14. Dezember bereichern sie mit verschiedenen Szenen des Hirtenspiels unter der Regie von Martin Neureiter die Christkindl-Gala im Linzer Schauspielhaus. Ob sie darob nervös sind? "Ein klares Nein", sagt Martin Stögner, der Obmann der Volksspielgruppe Bad Ischl, selbstbewusst. "Wir verlassen uns auf unser Bauchgefühl. Das hat immer gepasst."

Das war wohl auch schon vor knapp 150 Jahren so, als der Kaiser im Publikum gesessen ist.

Das OÖN-Christkindl freute sich sehr
OÖN-Wirtschaftschef Dietmar Mascher, die drei entzückenden OÖN-Christkindln sowie Landestheater-Geschäftsführer Thomas Königstorfer (v.l.) freuten sich über einen überaus gelungenen Abend im Musiktheater.

Das OÖN-Christkindl freute sich sehr

„Der Bettelstudent“ begeisterte gestern Abend die zahlreichen Besucher im Großen Saal des Linzer Musiktheaters. Der Operetten-Klassiker, bei dem Karl Absenger gekonnt die Regiefäden zog, stand ganz im Zeichen der guten Sache: Der Reinerlös in Höhe von 15.000 Euro kommt der OÖN-Christkindl-Aktion zugute.

Dass mit dieser hohen Summe vielen notleidenden Familien in Oberösterreich unter die Arme gegriffen werden kann, freute auch den Geschäftsführer des Linzer Landestheaters, Thomas Königstorfer, den Chefredakteur-Stellvertreter der OÖN, Dietmar Mascher, sowie unsere OÖN-Christkindln.

OÖN Christkindl-Gala

Die große Christkindl-Gala der OÖNachrichten findet am 14. Dezember um 19.30 Uhr im Schauspielhaus an der Linzer Promenade statt. Alle Mitwirkenden verzichten auf ihre Gage, den Reinerlös teilen sich die OÖNachrichten Christkindl-Aktion und die Aktion „Sei so frei“.

Ein bunt-besinnliches Programm präsentieren die Mollner Maultrommler, der Schauspieler Ferry Öllinger, das Kabarett-Duo BlöZinger, der Countertenor Alois Mühlbacher, die junge Geigerin Nina-Sofie Berghammer, die Volksmusiker der Schorl Partie aus Arbing, die Beriga Pascher aus Bad Goisern, die Musikschule Puchenau und die Volksspielgruppe Bad Ischl mit dem Ischler Krippenspiel. Es moderiert Eric Papilaya.

Karten gibt es im Schauspielhaus unter Telefon 0732/7611-400 oder unter www.landestheater-linz.at