Austria

Fünffachmord in Kitzbühel: Urteil soll schon heute Abend fallen

Die vorsitzende Richterin hat nur einen Prozesstag eingeplant. Das Urteil soll voraussichtlich schon heute am Abend fallen.

Der Beschuldigte soll laut Anklage der Staatsanwaltschaft Innsbruck am Sonntag, 6. Oktober 2019, gegen 5.30 Uhr in der Früh zum Elternhaus seiner Ex-Freundin gegangen sein und dort zunächst ihren Vater (59), ihre Mutter (51) und ihren Bruder (23) erschossen haben.

Danach kletterte er vom Erdgeschoß über den Balkon ins Obergeschoß, wo seine Ex-Freundin eine eigene Wohnung hatte. Dort soll er mit einem Baseballschläger die Scheiben eingeschlagen und die 19-Jährige und deren Bekannten, den aus Gmunden stammenden Eishockey-Profi Florian Janny (24), der früher für die Linzer Black Wings spielte, erschossen haben. Kurz vor sechs Uhr früh tauchte E. bei der Polizeiinspektion Kitzbühel auf, wo er die Pistole und den Baseballschläger mit den Worten präsentierte: "Ich habe gerade fünf Menschen erschossen."

Wie die Ermittlungen zeigten, war der Angeklagte bereits am Samstagabend mit seiner Ex-Freundin, die sich etwa zwei Monate zuvor von ihm getrennt hatte, in einen Streit geraten. Um vier Uhr früh läutete der Kitzbüheler an der Tür des Elternhauses. Der Vater der 19-Jährigen konnte den jungen Mann aber abwimmeln. Zu Hause nahm E. die Pistole seines Bruders aus einem Safe. Die Waffe besaß dieser legal. Erneut begab sich der 26-Jährige zu dem Haus. Dieses Mal fielen die tödlichen Schüsse.

Tatmotiv war Eifersucht

Als Tatmotiv gilt Eifersucht. Offenbar dachte der junge Mann, der zu diesem Zeitpunkt FPÖ-Mitglied war, dass der Begleiter seiner Ex-Partnerin deren neuer Freund sei. E. wurde nach der Tat in Untersuchungshaft genommen. Er wurde auch aus der Partei ausgeschlossen.

Heute im Prozess sollen mehrere Gutachter zu Wort kommen, darunter auch die forensische Psychiaterin Heidi Kastner aus Linz. Die Sachverständige hat das Seelenleben des mutmaßlichen Mörders untersucht. Demnach war der Kitzbüheler aufgrund einer Alkoholisierung zwar "enthemmt", zum Tatzeitpunkt aber zurechnungsfähig.

Zudem hat die Staatsanwaltschaft drei Zeugen beantragt, die den Angeklagten nach dem Streit im Lokal noch gesehen hatten.

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