Austria

Fünf vor neun: Die gute Nachricht zuerst

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Lesen Sie hier den aktuellen Newsletter von Dietmar Mascher, Stellvertretender Chefredakteur, Leiter Wirtschaftsredaktion.

Schönen Vormittag!

Die gute Nachricht: In Zeiten wie diesen ist die Suche nach guten Nachrichten eine Herausforderung. Und selbst die, die man findet, sind von zweifelhafter Qualität. Wir dürften theoretisch nach wie vor schreiben, dass wir die Leistung der Regierung in der Coronakrise für zweifel- und stümperhaft halten (was freilich ziemlich herablassend und unfair wäre und von der Mehrheit der Österreicher anders gesehen wird). Die Meinungsfreiheit als Grundrecht ist jedenfalls noch nicht eingeschränkt. Aber das wär?s dann auch schon. Schon die Anwesenheit bei Pressekonferenzen ist auf ORF und Austria Presse Agentur (APA) beschränkt. Was ein Schutz der konferierenden Politiker vor Viren, aber auch kritischen Fragen ist. Ansonsten schreitet die Einschränkung der persönlichen Freiheit weiter voran. Ab Mittwoch also Maskenpflicht in Supermärkten. Auch das werden wir wohl oder übel schlucken, auch wenn der Handel gestern Abend nicht gerade begeistert reagiert hat. Aber die Frage, wie wir mit der Einschränkung der Freiheit umgehen und diese wieder lockern, sollten wir dennoch diskutieren. Über das Leben in einem Notstands-Staat schreibt auch Chefredakteur Gerald Mandlbauer in seinem heutigen Leitartikel.

Die ambivalente Nachricht: In Italien wird seit Ausbruch des Corona-Virus wieder mehr gebetet, hat eine Umfrage in den vergangenen Tagen ergeben. Auch Ministerpräsident Conte hat eingeräumt, dass er nun wieder häufiger zu Gott bete, um sich Kraft zu holen. Aber wäre es jetzt nicht viel wichtiger, der Wissenschaft mehr Raum zu geben und sich an Daten und Fakten zu halten? Am Tag bevor die Regierung für Österreich den Ausnahmezustand erklärte, sagte Forscher Josef Penninger im Interview mit den OÖNachrichten über Corona, man könne nicht vorsichtig genug sein. Und manche hofften damals, Penninger möge sich doch irren. Weit gefehlt. Wenn er nun im Gespräch mit meinem Kollegen Roman Kloibhofer quasi von Innviertler zu Innviertler erzählt, dass sein Medikament in den nächsten Tagen zur Erprobung an Menschen zugelassen wird, kann man nur hoffen, dass er auch diesmal Recht behält. Und seinem Zitat "Wir hoffen und beten, dass es funktioniert" ein Stoßgebet hinterherschicken. Wir brauchen offenbar beides: Wissenschaft einerseits und ein wenig Hoffnung und Zuversicht andererseits.

Die ganz andere Nachricht: Während viele rätseln, ob wir genügend Masken haben, um den jüngsten Vorgaben der Regierung in Supermärkten gerecht werden  zu können, können jene, die unfallfrei eine Nähmaschine bedienen können, aufatmen und sich des Schnittmusters bedienen, das wir heute präsentieren. Es ist ein Schnittmuster für Gesichtsmasken, und unsere Kollegin Mary Bajs zeigt, dass man auch in Zeiten von Corona kreativ sein kann. Für die Gestaltung des Mund- und Nasenschutzes, wie ihn die Regierung bezeichnet, gibt es noch keine speziellen Vorschriften. Er darf auch mit politischen Statements versehen sein. Ein kleines Stück Freiheit. Man wird ja bescheiden.

In diesem Sinn: Bleiben Sie wachsam, kritisch und gesund!

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