Austria

Frankreich streikt gegen Pensionsreform

Nach den Massenprotesten der Gelbwesten kommt Frankreich nicht zur Ruhe: In Schulen, im öffentlichen Dienst, in Krankenhäusern, in der Justiz und im Verkehrssektor soll am Donnerstag die Arbeit niedergelegt werden. Der Grund dafür ist eine geplante Pensionsreform. Wegen der Streiks bei der staatlichen Bahngesellschaft SNCF und der Pariser Nahverkehrsgesellschaft RATP kommt es zu massiven Verkehrsbehinderungen. Am Donnerstagvormittag berichteten französische Medien bereits von Staus auf den Straßen der Hauptstadtregion.

Zugverkehr steht weitgehend still

Die SNCF hatte angekündigt, dass nur einer von zehn Hochgeschwindigkeitszügen fahren werde. Bei Regionalzügen sieht es ähnlich aus. Der Bahnverkehr nach Deutschland wird weitestgehend lahmgelegt. Auf den Metrolinien der Hauptstadt fahren die Züge nur eingeschränkt oder gar nicht. Zudem sind zahlreiche Demonstrationen geplant.

Auch Wien-Flüge sind betroffen

Zwei AUA-Flüge zwischen Wien und Paris wurden am Donnerstagvormittag abgesagt. Konkret handelt es sich dabei um den Flug OS411 (geplanter Start um 7.05 Uhr in Wien) und den Flug OS412 (geplante Ankunft um 12.05 Uhr in Wien). Weitere Flugausfälle werden nicht erwartet, hieß es vonseiten des Flughafen Wiens auf Anfrage der APA. Der AUA-Frühflug aus Paris hat deutliche Verspätung. 

Arbeitnehmer sollen länger arbeiten

Mit der geplanten Pensionsreform will die liberale französische Regierung von Präsident Macron die Zersplitterung in Einzelsysteme für bestimmte Berufsgruppen beenden. Die unerschiedlichen Pensionssysteme sollen aneinander angeglichen werden - Arbeitnehmer sollen dazu gebracht werden länger zu arbeiten. Vor allem im Schienenverkehr ist mit längeren Streiks zu rechnen. "Ich denke, dass diese (Protest-)Bewegung in den kommenden Tagen andauern wird", sagte Verkehrsstaatssekretär Jean-Baptiste Djebbari dem Nachrichtensender BFMTV. 

Eiffelturm bleibt gesperrt

Auch das Wahrzeichen von Paris, der Eiffelturm, ist von den Auswirkungen betroffen. "Die Dame aus Eisen" wie das Monument in Frankreich auch genannt wird, bleibt am Donnerstag für Touristen geschlossen. Die Betreibergesellschaft teilte mit, dass nicht ausreichend Personal zur Verfügung stehe, um die Touristenattraktion zu öffnen. Auch das Impressionisten-Museum Musèe d´Orsay bestätigte per Twitter, dass es heute geschlossen bleibe. Andere Museen wie das Louvre hatten bereits vor den Streiks vor möglichen Einschränkungen gewarnt. 

Video: Die ORF-Korrespondentin Cornelia Primosch berichtet live aus Frankreich.