Austria

Frankreich: Aufregung um "Untergrund-Restaurants" in Paris

© APA/AFP/ERIC FEFERBERG

Polizei ließ zwei Geheim-Restaurants auffliegen. Über 170 Gäste in zwei Restaurants müssen Strafe zahlen.

Inmitten einer Affäre um "Corona-Diners" in Paris, an denen angeblich auch Regierungsmitglieder teilgenommen haben sollen, hat die Polizei zwei Geheim-Restaurants auffliegen lassen. In Paris nahm die Exekutive in der Nacht auf Samstag den Manager eines "Untergrund-Restaurants" fest, der trotz der Schließung wegen der Pandemie heimlich Essen angeboten hatte. Auch der Organisator des Diners wurde festgenommen, die über 110 Gäste mussten Strafe zahlen.

Stunden zuvor hatten Polizisten einen Lunch in einem weiteren Geheimrestaurant in Saint-Ouen am Stadtrand von Paris vorzeitig beendet. Nach Angaben des Senders BFMTV und der Polizei wurden der Betreiber festgenommen und die 62 Gäste ebenfalls mit Bußgeld belegt.

Seit einem Bericht des privaten Fernsehsenders M6 über mutmaßliche heimliche Luxus-Essen sorgen die sogenannten Untergrund-Restaurants für Wohlhabende in Frankreich für Schlagzeilen. Bilder zeigten unter anderem ein "Untergrund-Restaurant", in dem weder die Bedienung noch die unkenntlich gemachten Gäste Masken trugen.

In dem TV-Bericht hatte der Besitzer des Veranstaltungsorts "Palais Vivienne", Pierre-Jean Chalencon, als einer der Organisatoren zunächst anonym über die Abende berichtet und behauptet, in mehreren Geheim-Restaurants Regierungsmitglieder getroffen zu haben. Inzwischen spricht er allerdings von einem "Aprilscherz".

Nach dem Bericht hatte die Justiz Ermittlungen aufgenommen. Am Freitag wurden Chalencon und der bekannte Prominenten-Koch Christophe Leroy von den Ermittlern vernommen. Eine Teilnahme von Ministern an illegalen Diners ließ sich nach Angaben der Staatsanwaltschaft bisher aber nicht nachweisen.

Dennoch rief Präsident Emmanuel Macron alle Teilnehmer der Kabinettssitzung diese Woche laut einem Regierungssprecher auf, "vorbildlich zu sein". Wegen der Pandemie sind die Restaurants in Frankreich seit Ende Oktober geschlossen.

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