Austria

FPÖ: Abdichten gegen Strache

Ab 240 Euro pro Person und Nacht nächtigt man im Prechtlgut im Salzburger Land. Von dort schickte Strache gestern via Facebook Urlaubsgrüße. Wann er zurück in Wien sein wird, um vor dem Schiedsgericht der Wiener Landespartei zu sprechen, erfuhren die Strache-Fans nicht. Auch die Wiener FPÖ gab sich in der Causa weiter verschlossen. Man warte die Empfehlung des Schiedsgerichts ab. Obwohl fast allen FP-Funktionären klar ist, dass an einem Ausschluss Straches spätestens nach den jüngsten Ereignissen (Stichwort Casinos-Affäre) kein Weg vorbeiführt, gibt es in der Wiener FPÖ noch einige Strache-Unterstützer.

Aktion gegen Baron

Einer davon – FP-Gemeinderat Karl Baron, Präsident der Freiheitlichen Wirtschaft Wien – hat sich sogar dafür ausgesprochen, Strache zurückzuholen. Ihm wurde nun von der Wiener FPÖ die "Zustellberechtigung" entzogen. Das heißt, Baron kann die blaue Liste für die Wirtschaftskammer-Wahl 2020 nicht ohne die Landespartei erstellen. Eine Rückkehr Straches über diesen Umweg war kolportiert worden. Theoretisch hätte es Baron aber auch in der Hand, Strache den Wiedereinzug in den Gemeinderat zu ermöglichen – falls er selbst zurücktritt, würde Strache auf seinen Sitz nachrücken.

Beim Treffen Hofers mit den Landesparteichefs war auch der Welser Bürgermeister Andreas Rabl dabei. Er leitet bei der Parteireform die Modernisierungs-Gruppe und hat ein erstes Strategiepapier vorgelegt. Die FPÖ bleibe eine Rechtspartei, sagte Rabl danach: "Aber wir werden unsere Themenpalette auch erweitern." Fragebögen an 750 FP-Funktionäre wurden ausgeschickt. 700 haben sie beantwortet. Das sei eine erfreulich hohe Rücklaufquote, so Rabl.