Austria

EZB sieht Bedarf für eigene digitale Währung

Die Europäische Zentralbank ist bereit, eine eigene digitale Währung zu entwickeln, wenn der Privatsektor grenzüberschreitende Zahlungen nicht schneller und billiger durchführen kann.

In einem internen Dokument, das Bloomberg am Mittwoch erhalten hat, argumentiert die EZB, dass technologische Innovationen die Art und Weise, wie Massenzahlungen getätigt werden, rasch verändern. Dazu gehöre auch der Rückgang der Barzahlungen. Die Zentralbank analysiere die Situation und sei bereit, bei Bedarf zu handeln.

“Wenn die Bemühungen der Industrie nicht ausreichen, um eine innovative und effiziente europaweite Zahlungslösung zu entwickeln, könnte die gesellschaftliche Notwendigkeit möglicherweise durch die Ausgabe“ einer digitalen Zentralbankwährung abgedeckt werden, heißt es in dem Dokument. “Eine digitale Zentralbankwährung mit dem Status eines gesetzlichen Zahlungsmittels könnte garantieren, dass alle Nutzer im Prinzip Zugang zu einem billigen und einfachen Zahlungsmittel haben.”

Das Papier, das später auf der Website der EZB veröffentlicht wurde, deutet nicht darauf hin, dass eine solche Entwicklung unmittelbar bevorsteht.

Das scheidende Direktoriumsmitglied Benoît Coeuré argumentierte in der vergangenen Woche, dass die Fortschritte bei den Massenzahlungen in Europa bisher langsam seien und der Markt weiterhin fragmentiert sei trotz der Einführung des EZB-Systems TIPS zur Abwicklung von Echtzeitzahlungen. Wenn Europa sich zu stark auf ausländische Akteure verlasse, könne dies Risiken für die Region bedeuten, sagte er.

(Bloomberg)