Austria

Erdbeben während Interviews: Neuseelands Premierministerin bleibt gelassen

Archivbild von Jacinda Ardern, die nicht nur mit vielen Pressekonferenzen, sondern auch mit vielen Videos auf Social Media ihre Bevölkerung über die aktuelle Coronavirus-Lage informierte.
Archivbild von Jacinda Ardern, die nicht nur mit vielen Pressekonferenzen, sondern auch mit vielen Videos auf Social Media ihre Bevölkerung über die aktuelle Coronavirus-Lage informierte. APA/AFP/POOL/MARK MITCHELL

Die Premieministerin von Neuseeland, Jacinda Ardern, setzte nach nur kurzer Pause das Live-Gespräch mit einem TV-Sender fort: "Ein ganz anständiges Beben hier."

Jacinda Ardern ist es gewohnt, in ungewohnten Situationen in eine Kamera zu sprechen. Seit Amtsbeginn gibt die Premierministerin ihren neuseeländischen Mitbürgern immer wieder Live-Updates auf Facebook, gefilmt aus dem Auto, von Besuchen in Gemeinden oder von zu Hause aus. Ein Live-Interview mit einem TV-Sender ist am Montag von einem Erdbeben gestört worden - doch die Regierungschefin blieb gelassen und setzte das Gespräch fort. Das Beben der moderaten Stärke 5,6 erschütterte die neuseeländische Nordinsel am kurz vor 8 Uhr Ortszeit.

Ardern führte zu diesem Zeitpunkt in der Hauptstadt Wellington ein Interview per Videoschaltung mit dem Frühstücksfernsehen. "Wir haben hier gerade ein ziemliches Erdbeben", sagte die 39-Jährige dem Moderator. "Ein ganz anständiges Beben hier, wenn Sie sehen, wie sich die Dinge hinter mir bewegen", kommentierte die Politikerin das Geschehen weiter.

Einen kurzen Moment lang sah Ardern besorgt aus, doch lächelte sie und sprach weiter. "Es hat gerade aufgehört", sagte sie. "Es geht uns gut". Es sehe so aus, als befinde sie sich in einem soliden Gebäude.

Das Zentrum des Bebens lag nach Angaben der US-Geologiebehörde USGS rund 90 Kilometer nördlich von Wellington. Trotz seiner relativ moderaten Stärke war es in der Hauptstadt deutlich zu spüren. Berichte über mögliche größere Schäden lagen zunächst nicht vor.

Neuseeland liegt auf dem sogenannten Pazifischen Feuerring. Dort stoßen mehrere tektonische Platten aneinander, weshalb es jährlich im Land mehr als 15.000 Erdbeben gibt. Nur aber etwa hundert bis 150 davon sind so stark, dass sie zu spüren sind. Im Jahr 2011 waren durch ein Beben der Stärke 6,3 in der Stadt Christchurch auf der Südinsel 185 Menschen getötet worden.

In Sachen Coronavirus ist Premierministerin Ardern bisher einen strikten und erfolgreichen Kurs gefahren. Neuseeland und Nachbar Australien stehen kurz vor der Eliminerung des Virus.

(APA/dpa)

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