Austria

Ein Video stürzt die AfD tiefer in die Krise

Ex-Sprecher Christian Lüth fantasierte über das „Vergasen“ von Migranten. Die AfD-Fraktion im deutschen Bundestag hat sich nun endgültig von ihm getrennt.

Christian Lüth wähnte sich wohl in Sicherheit, als er im Februar in einer Berliner Bar sein braunes Gedankengut ausbreitete. In dem heimlich mitgefilmten Gespräch hofft er auf mehr Migranten in Deutschland: „Denn dann geht es der AfD besser.“ Und: „Wir können die nachher immer noch alle erschießen. Das ist überhaupt kein Thema. Oder vergasen, oder wie du willst. Mir egal!“

Lüths Einlassungen landeten nun im Hauptabendprogramm von Pro7. Der damalige Sprecher der AfD-Fraktion wird in der Doku „Rechts. Deutsch. Radikal.“ zwar nicht namentlich genannt. Aber laut Zeit Online handelt es sich um Lüth.

„Faschist“ blieb Mitarbeiter

Die AfD-Fraktion hat Lüth fristlos entlassen. Der 44-jährige Politologe mit FDP-Vergangenheit hatte Einfluss in der AfD. Nach dem Wahlerfolg 2017 stieg Lüth zum Leiter der Presseabteilung der AfD auf, der größten Oppositionsfraktion im Bundestag. Im April 2020 wurde er in dieser Rolle abgesetzt, weil er sich als „Faschist“ bezeichnet und mit seiner „arischen“ Herkunft geprahlt hatte. Aber er blieb Mitarbeiter der Fraktion.

Lüths Einlassungen seien in „keiner Weise mit der Politik der AfD“ vereinbar, meinte Alexander Gauland. Der Fraktionschef hatte einen engen Draht zu Lüth, wie Gauland überhaupt zu jenen zählt, die ihre schützende Hand über das völkische Lager halten. Ein Dauerthema in der Partei.

Gründungschef verlässt AfD

Konrad Adam reicht es deshalb. Nach Bernd Lucke und Frauke Petry gibt auch der letzte der drei Gründungschefs sein Parteibuch ab. Adam sieht keine Zukunft für die AfD als „bürgerlich-konservative Kraft“.

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