Auf ersten Blick verblüfft es immer noch, warum ein Gastronomiebetrieb in dieser Lage und mit solchen Prachtterrassen nicht längst die begehrteste Location der Stadt ist – ob für rhythmisches Rumgehopse in lauer Sommernacht oder souverän tantenhafte Konditorkunst zum Kaffeekränzchen (oder beides!). Immerhin ist der Augarten mit seiner Mischkulanz aus imperialer Größe, rattenfreundlich verwilderten Barock-Labyrinthen und bröckelnden Nazibunkern – das Sängerknaben-Pensionat (einst Schuschnigg-Residenz!) nicht zu vergessen – einer der atmosphärisch wie historisch besonders verdichteten Orte der Stadt. Nominell ist die Lage im Park, nahe dem Zentrum und doch weitab von verbautem Gebiet, natürlich prädestiniert, die dunkel raunende Grandezza vergangener Jahrhunderte auf zeitgemäße, demokratische Weise zu feiern.