Austria

Direktorenposten im Magistrat: Wimmer blitzte mit Bewerbung ab

Ein Mindestbruttogehalt von 6100 Euro erhält die neue Chefin des Geschäftsbereichs "Abgaben und Steuern" des Linzer Magistrats. Diese Direktionsstelle war zuletzt wegen der Aktenaffäre lange Gegenstand heftiger Kritik. Die bisherige Direktorin wurde im Magistrat auf eine andere Stelle versetzt.

20 Interessenten hatten sich für den Posten beworben. Darunter auch der ehemalige Linzer FP-Chef und Vizebürgermeister Detlef Wimmer. "Er präsentierte sich bei der Kandidatenauswahl eher als Überflieger", berichtet ein Insider. Seit gestern steht fest: Wimmer bekommt den hohen Posten im Magistrat nicht.

Neue Chefin der Direktion "Abgaben und Steuern" wird die Magistratsbedienstete Nina Bacher. Die 37-jährige Juristin und Steuerberaterin, die seit Juli 2018 in der Stadtverwaltung tätig ist und dort in der Revision arbeitet, habe beim Hearing am vergangenen Mittwoch hervorragend abgeschnitten, sagt Bürgermeister Klaus Luger (SPÖ): "Sie ist mit großem Vorsprung als Erste gereiht worden."

Besonders positiv habe die Hearing-Kommission Nina Bachers "innovative fachliche Ansätze, ihre ausgezeichnete IT-Kompetenz sowie ihre Persönlichkeit" gewertet. Die 37-Jährige wird ihren neuen Posten im ersten Quartal 2020 übernehmen.

Unruhe in Wien löst unterdessen die Neubesetzung eines Dienstpostens im Verkehrsministerium aus. Die Stelle als Abteilungsleiter der Obersten Eisenbahnbehörde war bis Ende November ausgeschrieben. In Ministeriumskreisen befürchten manche, dass Andreas Reichhardt, der FP-nahe Infrastrukturminister der Übergangsregierung, den Posten vor Antritt einer neuen Regierung noch rasch mit einem blauen Parteigänger wie Detlef Wimmer besetzt.

Eine Ministeriumssprecherin bestätigte auf OÖNachrichten-Anfrage das Ende der Ausschreibungsfrist mit Ende November. Ob der ehemalige Linzer Vizebürgermeister Wimmer unter den acht Bewerbern ist, wollte sie nicht bekannt geben. Die Kandidaten werde die zuständige Kommission vor Weihnachten befragen, dann werde eine Entscheidung getroffen. Wimmer selbst war für die OÖNachrichten gestern trotz mehrmaliger Versuche nicht erreichbar.