Austria

Digitalisierung: Wir brauchen eine Ethikkommission

Bei wissen.vorsprung wurde diskutiert, wie Ehtik und Digitalisierung zusammenpassen.

Digitalkonzerne und Algorithmen, Überwachung und Privatsphäre, künstliche Intelligenz und Robotik: Digitale Kommunikationsnetzwerke und Technologien bestimmen mehr denn je über unsere Lebens- und Arbeitsweise, über unser Wirtschaften und den politischen Diskurs. Welche Rolle soll ethisches Handeln in einer digital geprägten Gesellschaft spielen?

Dieses Themas nahm sich die FH St. Pölten im Rahmen der Diskussionsreihe wissen.vorsprung an. Während der interaktiven Diskussion mit Michael Litschka (FH St. Pölten), Sandra Stromberger (Industry Meets Makers) und Paul Stuefer (e-dialog) wurden vor allem die Themenfelder der Monopolisierung des Internetmarktes, Consent Management bei der Nutzung von Digitaldiensten sowie die Möglichkeit einer Prüfung von Algorithmen bei ihrer Entwicklung diskutiert.

Dem Algorithmus das Feld überlassen?

„Ähnlich der österreichischen Bioethikkommission könnte eine Instanz geschaffen werden, die vor einer Implementierung einen Algorithmus auf seine Auswirkungen überprüft und bewertet“, so Michael Litschka, Dozent am Department Medien und Wirtschaft der FH St. Pölten.

Als Beispiel nennt er den Bewertungsalgorithmus des Arbeitsmarktservice Austria. „Letztlich müssen wir uns als SteuerzahlerInnen die Frage stellen, ob wir die Verwendung unserer Steuergelder zur Unterstützung Arbeitsloser durch einen Algorithmus steuern lassen wollen"“, betont Litschka.

Consent Management kundenfreundlich gestalten

Gerade für den Einzelnen sei es oftmals schwierig festzustellen, welchen Bedingungen man bei der Nutzung eines digitalen Dienstes überhaupt zustimme, so Paul Stuefer, Managing Director von e-dialog. „Das Ziel muss es sein, Userinnen und Usern leicht verständlich zu vermitteln, wofür sie ihre Zustimmung erteilen – und wofür nicht.“ So plant und betreut e-dialog unter anderem für Kunden wie Magenta das Consent Management. „Unternehmen und Institutionen werden sich in Zukunft stärker mit verständlichen und kundenfreundlichen AGBs auseinandersetzen müssen“, so Stuefer.

Für Sandra Stromberger, Gründerin und Managerin von Industry Meets Makers, ist vor allem die Lösungsebene der zahlreichen digitalen Konfliktsituationen entscheidend. „Letztlich müssen neue Regeln und die Implementierung von ethischen Grundsätzen in der Digitalisierung auf europäischer Ebene diskutiert und umgesetzt werden. Denn China und die USA haben nicht nur andere Interessen, sondern auch weniger Antrieb am Status quo etwas zu ändern“, betont Stromberger.

Mehr zum Thema

Die FH St. Pölten veranstaltet am 13. Mai 2020 das Symposium Medienethik gemeinsam mit dem Ausbildungsfernsehen c-tv und dem ORF Dialogforum. Der ORF überträgt das Dialogforum live auf ORF 3.