Austria

Die Trumps: Wie mächtig Melania wirklich ist

In einer neuen Biografie wird Melania Trump großer Einfluss auf den Präsidenten nachgesagt. Nur mit Ivanka kommt sie nicht klar.

von Susanne Bobek

First Lady Melania Trump ist nicht das stille Wasser, dem alles egal ist. Hinter den Kulissen zieht sie sehr wohl die Fäden und hat ein schwieriges Verhältnis zu Stieftochter Ivanka.

Das ist zumindest der Tenor einer nicht autorisierten Biografie über die Ehefrau von US-Präsident Donald Trump, die am Dienstag in den Handel gekommen ist.

Geschrieben wurde „Free, Melania“ von der Journalistin Kate Bennett vom Nachrichtensender CNN, mit dem der Präsident bekanntermaßen auf Kriegsfuß steht. Während die 49-jährige Melania Trump in der Öffentlichkeit häufig belächelt wird, schreibt ihr Bennett einen großen Einfluss im Weißen Haus zu.

Einflussreich

Das aus Slowenien stammende Ex-Model kann ihren Mann sehr wohl beeinflussen. Sie ist „viel mächtiger und einflussreicher“ als viele glauben. So bestätigt Bennett, dass Trumps dritte Ehefrau im vergangenen Jahr dafür sorgte, dass die stellvertretende Nationale Sicherheitsberaterin Mira Ricardel ihren Posten verlor, nachdem beide bei einer Afrika-Reise aneinandergeraten waren.

Die Biografie bekräftigt auch, dass das Ehepaar Trump im Weißen Haus getrennte Schlafzimmer hat. Die Präsidentengattin lebt demnach in einer Suite mit zwei Zimmern ein Stockwerk über dem Schlafzimmer des Präsidenten. Sie verfügt außerdem über einen Sportraum mit einem Pilates-Gerät. Ihre Eltern, Viktor und Amalija Knavs, bewohnen ein Haus in der Nähe der Schule, die Sohn Barron besucht. Auch dort soll sich die First Lady häufig und gerne aufhalten.

Melanias Eltern haben eine herausragende Stellung als Vertraute des slowenisch sprechenden Barron. Wenn Melania auf Reisen geht, sind Oma und Opa für den in die Höhe geschossenen 13-Jährigen da. Melania ist 1,80 Meter groß, Donald 1,90, und Barron überragt ihn bereits.

Melania drückt sich mit ihrer Kleidung aus, schreibt Bennett. Für Verwirrung sorgte, als die First Lady beim Einsteigen in den Helikopter beim Weißen Haus eine Jacke mit dem Aufdruck trug: „Es ist mir wirklich egal. Und Dir?“

Sie war auf dem Weg zu einem Kinderheim an der mexikanischen Grenze. Einige sahen darin ein Zeichen der Gleichgültigkeit gegenüber den Kindern, andere eine Kritik an der Einwanderungspolitik ihres Mannes.

Störenfried Ivanka

Glaubt man Bennett, handelte es sich um eine Botschaft an ihre Stieftochter Ivanka, der Melania manchmal vorwirft, sich wie eine First Lady aufzuführen. Das Verhältnis der Damen zueinander wird auch in anderen Büchern über Trump als schwer unterkühlt beschrieben. Ivanka macht sich in den Augen der Frist Lady einfach zu wichtig.

„Free, Melania“ zufolge trägt die Präsidentengattin Hosenanzüge, wenn sie sauer auf ihren Mann ist, weil der Präsident gerne Frauen in „engen, kurzen, supersexy und weiblichen Kleidern“ sehe. Doch insgesamt behandelt Trump seine Frau ausgesucht respektvoll, und sie scheint sich an seiner Seite wohl zu fühlen. Man lässt einander Freiräume.

In ihrem Buch zeigt die CNN-Journalistin Bennett Sympathie für die First Lady – und wendet sich auch dagegen, Melania als Opfer ihres Mannes anzusehen. Die 49-Jährige wird häufig als Gefangene im Weißen Haus geschildert, daher auch das Meme „Free Melania“ (Befreit Melania). Die Biografie „Free, Melania“ deutet diese Formulierung mit einem zusätzlichen Komma um – und würdigt Melania als freie Frau. „Sie braucht keinerlei Befreiung“, betont Bennett.