Austria

Die Straße der Sehnsucht

Triester Straße und Strada per Vienna heißt sie an den Ausgangspunkten, dazwischen Wiener Straße, Slovenska, Dunajska, Tržaška, und Partizanska. Man nennt sie die Straße mit den sieben Namen.

© beppo beyerl

Bereits an der Wiener Stadtgrenze standen die Autokolonnen: Mit dem Stau begann der Urlaub

von Barbara Mader

Der erste Blick auf das Meer. Hier in Opicina oberhalb Triests bietet sich dem Reisenden zum ersten Mal das ersehnte Bild. Ein Anblick, von dem schon die Schriftsteller Grillparzer und Stifter schwärmten.

Die Sehnsucht der Wiener nach dem Meer ist tief verwurzelt. Die Reiseroute dahin beginnt denkbar unromantisch am Matzleinsdorfer Platz. (Wobei man dieses vernichtende Urteil sofort revidieren muss. Die dort befindliche evangelische Kirche und der dazugehörige Friedhof sind ausgesprochen schön.)

Von hier aus führt die Triester Straße leicht ansteigend, vorbei am Denkmal der Spinnerin am Kreuz, wo der Legende nach einst eine Frau jahrelang spinnend auf ihren Mann gewartet haben soll, hinauf auf den Wienerberg. Kaum zu glauben, dass hier lange Zeit das Philipshaus das markanteste Gebäude weit und breit war. Die Wiener Skyline hat sich seither deutlich verändert.

Die Funktion der Triester Straße als Fernverkehrsstraße wurde in den 1960ern großteils von der Südautobahn übernommen, aber immer noch beginnt an diesem Anstieg die Reise, hier ist der Aufbruch zu spüren. Vielleicht ein Mitgrund, warum die Straße in Sommernächten oft für „Hatzerln“, illegale Autorennen, herhalten muss.

Sind wir bald da?

Über Niederösterreich, die Steiermark und das heutige Slowenien führte diese historisch wichtigste Straßenverbindung Wiens in den Süden. Heute noch fragen die Kinder meist schon am Wienerberg zum ersten Mal, ob man bald da sei und ob sie demnächst aufs Klo gehen können.

Bilder aus den 1960er-Jahren zeigen kilometerlange Autokolonnen bereits an der Stadtgrenze – der Stau ebnete den Weg in den Urlaub, in der Zeit des Wirtschaftswachstums konnte man nun erstmals motorisiert seinen Träumen folgen. Denn obwohl Heinz Conrads damals davon sang, dass des Wieners Riviera „a schräge Wiesn am Donaukanal“ sei: Die Sehnsucht nach Grado, Triest oder Opatija, die tragen die Wiener schon lang in sich. Spätestens seit Wiener Ärzte im 19. Jahrhundert Meeresluft als Heilmittel entdeckten, wurde die Küste zwischen Grado und Dubrovnik zum beliebten Reiseziel.

Der Weg zur Sonne

Lange vor der Eingemeindung der Küste durch die Wiener Urlauber war die Triester Straße die wichtigste Wirtschaftsverbindung der Donaumetropole zum Adriahafen, nachdem Kaiser Karl VI die Stadt Triest 1719 zum Freihafen erklärt hatte.

Der Autor Beppo Beyerl hat den Weg der ehemaligen „Reichsstraße“ nachgezeichnet und erzählt vom seltsamen Zwitterdasein dieses Weges in den Süden: Einerseits Straße der Sehnsucht nach dem Meer, andererseits Mittel zum Zweck ökonomischer Infrastruktur. Die Route zu Sonne und Meer führte über die rauchenden Schlote von Neunkirchen, Ternitz und der Mur-Mürz-Furche. Beyerl beschreibt den Weg der alten Reichsstraße und der späteren B17 über Wiener Neudorf, Traiskirchen, Wiener Neustadt, Neunkirchen auf den Semmering, weiter über Bruck, Graz, Maribor, Ljubljana, Postojna auf den Karst und von dort nach Triest.

Triester Straße und Strada per Vienna heißt sie an den Ausgangspunkten, dazwischen Wiener Straße, Slovenska, Dunajska, Tržaška, und Partizanska. Man nennt sie die Straße mit den sieben Namen.

Info: Beppo Beyerl: Die Triester Straße. Eine Geschichte des Verkehrswegs von Wien nach Triest. Winkler Hermaden.19,90€

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