Austria

Die Rückkehr der Reisenden

Auf dem Flughafen Wien ist wieder Leben eingekehrt – auch wenn die Passagierzahlen noch weit unter jenen vor der Krise liegen. Aber mit dem Sommer kehrt dort auch der Optimismus zurück.

Fast könnte man meinen, es ist alles wie früher, auf dem Flughafen Wien: Wartende füllen die Sitzplätze am Terminal 3, und in der Ankunftshalle umarmt man einander sogar, als einige frisch Gelandete durch die Schleuse kommen. Vor einem Jahr strandeten täglich nur noch wenige Hundert Passagiere auf dem Flughafen in Schwechat, vor den Toren von Wien, jetzt muss man vor dem Check-in wieder anstehen.

Aber nur fast: Eine blecherne Durchsage erinnert alle paar Minuten an die Maskenpflicht. Wer aus einem Flugzeug steigt, muss einen 3-G-Nachweis vorzeigen und nach wie vor seine Temperatur prüfen lassen. Und die Zahlen des Flughafens zeigen, dass die Branche noch tief in der Krise steckt.

Auch Terminal 1 erwacht

Im Mai gab es beim Flugverkehr noch immer ein Minus von knapp 87 Prozent im Vergleich zum Niveau vor der Krise. Täglich waren es im Vormonat ungefähr 13.000 Passagiere, die ankamen oder abflogen. Zum Vergleich: Vor der Krise waren es jeden Tag um die 100.000 Reisende.

„Das Passagieraufkommen legt aber schon langsam wieder zu“, sagt Flughafensprecher Peter Kleemann. Am Dienstag wurde deshalb auch wieder das Terminal 1 geöffnet, das knapp ein Jahr stillgelegen hatte.

Mit zwei großen Koffern sitzen dort nun Stefan und sein Freund Felix neben der Fluganzeige. „Endlich“, sagt er. „Wir mussten die Reise schon zwei Mal stornieren.“ Fünf Tage werden sie in Amsterdam bleiben, geflogen sind beide seit über zwei Jahren nicht mehr. Nach Griechenland zieht es ein älteres Ehepaar, das in der Warteschlange vor dem Check-in steht. „Wir freuen uns sehr, wieder hinauszukommen“, sagt der grauhaarige Herr, der den Strohsonnenhut schon auf dem Kopf trägt. Angst vor Corona haben die beiden keine: „Wir sind ja schon geimpft.“

Auch in den Shops und Lokalen auf dem Flughafen ist wieder Leben eingekehrt. „Von Tag zu Tag kommen mehr Gäste, und die Laune ist sehr viel besser geworden“, erzählt Ede Hegedüs. Er leitet die beiden Flughafen-Lokale Café Wien und Trib's: Ersteres hatte für Take-away bereits offen, das Trib's sperrte er mit Mai wieder auf. Es war ein hartes Jahr für Betriebe auf dem Flughafen – zusperren musste bisher aber keiner, heißt es vom Flughafen.

Zurück im Cockpit

Die Piloten der Austrian Airlines (AUA) sind nach wie vor in Kurzarbeit, halb so viele Flugzeuge wie früher steuert Pilotin Petra Lorenz nun. Erst vor wenigen Tagen flog sie wieder ihren ersten Charterflug nach Griechenland. „Wir sind über die griechischen Inseln geflogen, das war auch für mich ein bisschen Urlaubsfeeling nach den Lockdowns“, erzählt sie.

Seit Juni füllen sich die Dienstpläne von Lorenz und ihren Kollegen wieder mit mehr Flügen: „Es läuft nicht mehr nur das Notprogramm, sondern die Urlaubsflüge starten wieder.“

Statt Geschäftsleuten und im Ausland Gestrandeten belegen nun auch Familien die Plätze. „Jetzt geht es wieder um die Lust am Reisen, es herrscht eine Art Aufbruchsstimmung auf dem Flughafen“, sagt Lorenz. „Statt Angst und Vorsicht spürt man Lebensfreude, da ist dieses Strahlen in den Augen.“

Alle zwei Tage testen sich die Piloten vor dem Beginn des Dienstes, auch wenn viele schon gegen das Coronavirus geimpft sind. Denn Maske tragen alle Piloten im Cockpit des Flugzeuges keine: „Das würde die Sicherheit beim Fliegen einschränken.“ Mit Maske würde man etwa alarmierende Gerüche nicht wahrnehmen können, oder es könnte die Kommunikation über Funk beeinträchtigt werden.

Selbst wird Lorenz übrigens im Sommer die Seite wechseln und zur Passagierin werden: „Mit meiner Familie fliege ich im Juli auch auf Urlaub.“

Wann erholt sich die Luftfahrt?

Die Sommermonate sind denn auch die große Hoffnung für den Flughafen: „Wir erwarten beim Flugverkehr im Sommer bis zu 50 Prozent des Vorkrisenniveaus. Der wirkliche Anstieg wird aber erst mit Ferienbeginn zu erwarten sein“, sagt Kleemann. Die Lockerungen der Reisebestimmungen in vielen Ländern führen wieder zu mehr Flugreisen.

Die Nachfrage steige täglich, seit Mitte Mai haben sich die Neubuchungen auf vielen Strecken vervierfacht, heißt es auch von der AUA. Und die Österreicher scheinen sich vor allem nach einem zu sehnen: dem Meer. Für den Sommer werden besonders gern Flüge nach Griechenland, Zypern, Italien und Spanien gebucht.

Und was geschieht dann nach dem Sommer? Für das gesamte Jahr 2021 rechnet man auf dem Flughafen Wien mit 12,5 Millionen Reisenden, rund 40 Prozent des Aufkommens vor der Coronapandemie. Für das Jahr 2022 geht man dann von rund 70 Prozent aus, für 2023 von 80 Prozent.

Umweltschützer zeigten sich erfreut über die reduzierte Luftfahrt, die „uns in die Klimakrise fliegt“, wie es von Greenpeace heißt. Kleemann ist aber überzeugt: „Die Luftfahrt wird wieder zurückkommen.“

Die politisch sehr lang diskutierten Pläne für die viel kritisierte dritte Piste des Flughafens liegen vorerst jedoch auf Eis. Aber: „Das Projekt wurde nicht gestoppt, sondern nur verschoben, bis es wieder einen Bedarf dafür gibt“, sagt Kleemann. „Wann es so weit sein wird, ist aber noch nicht abschätzbar.“ Eben nur fast alles wie früher.

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