Austria

Die Politik im Boxring

© APA/AFP/BERNARDO MONTOYA

Wann setzt sich endlich die Einsicht durch, dass wir einen gemeinsamen Gegner haben, der nicht Mitglied einer Partei ist?

von Gert Korentschnig

Corona-Gipfel, nächste Runde. Langsam nähern wir uns einem Boxkampf, bei dem die Gegner taumeln und man immer damit rechnen muss, dass einer das Handtuch wirft oder sogar k. o. geht. Und wie im Ring wird in den Pausen in den jeweiligen Ecken (von Experten, Lobbyisten etc.) auf die Protagonisten eingebrüllt, was sie zu tun haben: Deckung verbessern, Vorsicht vor dem nächsten Haken, durchhalten, tänzeln, um dem Hammer zu entgehen.

So wird das nix. Es wird einen Sieger geben nach zwölf Runden, aber auch der wird ziemlich angeschlagen sein und muss erst einmal in die Reha.

Warum dieses martialische Bild vom Boxkampf in einer politischen Debatte? Weil die Aggression zwischen den Kontrahenten mittlerweile eine ähnliche ist. Weil die Fäuste in alle und aus allen Richtungen fliegen. Vor allem aber, weil man auch beim Boxen nur mit Strategie gewinnt, mit dem Gehirn und nicht mit Gewalt. Soll heißen: Selbst die vermeintlich brutalsten Sportler sind nur dann erfolgreich, wenn sie Gentlemen bleiben, wenn sie ein größeres Ziel verfolgen und kühlen Kopf bewahren.

In der Politik konnte man das zuletzt leider nicht konstatieren: Da stand bei vielen Parteikalkül ganz oben auf der Prioritätenliste, es ging ums Ausknocken des politischen Gegners. Die Parteifunktion war wichtiger als das Amt. Klar ersichtlich wurde das, als neue alte Themen das Virus (zumindest medial) verdrängten: Korruption, Durchsuchungen, Verschleierungen, Ermittlungen. Beachtlich, wie rasch man auch dort in das destruktive Freund-Feind-Schema zurückfiel. Einer haut hin, der andere haut zurück, wer als Erster zu Boden geht, hat verloren, wer denkt da noch an Beinarbeit oder das große Ganze.

Corona-Gipfel, nächste Runde. Der Gong ertönt, das Nummerngirl in Gestalt sozialer Medien hat kurz Pause, Ring frei. Mit einem Punktesieg rechnen nur die allergrößten Optimisten. Viel wahrscheinlicher ist, dass nichts passiert. Dass es bei Inkonsequenz und Perspektivenlosigkeit bleibt. Dass die Infektionszahlen in diesem schon viel zu lange andauernden Kampf weiterhin zu hoch und daher lähmend sind.

Gewiss ist allerdings schon vor dieser Runde, was in der nächsten Pause passiert: Größte Erregung aufseiten der Öffnungsbefürworter, Rufe nach Verschärfung von den Ängstlicheren, lautes Geschrei da wie dort, alle in Rage. Und leider werden bei dieser ohrenbetäubenden Lautstärke jene kaum gehört, die darauf hinweisen, dass es ja nicht die politischen Parteien sind, die im Ring stehen, dass nicht der Andersdenkende der Gegner ist, sondern das Virus, das uns seit nunmehr einem Jahr austanzt. Ein Klischee, aber so wahr: Diesen Kampf gewinnen wir nur gemeinsam. Vielleicht kapieren wir das wenigstens in den letzten Runden.

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