Austria

Die Maskenbildner

Nun also müssen alle Hotels zusperren, über generelle Ausgangsverbote von Senioren wird nachgedacht, bald wird es eine Maskenpflicht für den gesamten öffentlichen Raum geben. Alle werden sich verhüllen, sobald sie das Haus verlassen. Es wird überlegt, die Masken per Post ins Haus zu schicken, sobald genügend im Land sind, vorerst werden sie von den Supermärkten verteilt, gratis, zunächst war von 50 Cent pro Stück die Rede, am Kassabon sollte das automatisch aufscheinen. Drei Millionen Menschen gehen in Österreich pro Tag in einen Supermarkt einkaufen. Da sind Masken schnell unter die Leute gebracht. Sie halten allerdings nur vier Stunden, dann sind sie zu feucht. Es sind Wegwerfprodukte, man kann sie nicht waschen, bügeln und zur Damastbettwäsche in den Schrank legen. Also man kann schon, es bringt nur nichts.

Ob sie zu etwas taugen, wer weiß? Wer drei Experten fragt, erhält vier Meinungen, die Weltgesundheitsorganisation WHO ist skeptisch, andere halten die Einführung für eine gute Idee. Österreich ist das erste Land in Europa, das eine Maskenpflicht startet, es werden wohl andere folgen. Man wird hin- und hergeworfen in diesen Tagen bei der Eischätzung der Lage, so als stünde man auf dem Oberdeck eines Schiffes in schwerer See. Studien langen ein, die sagen, es werde alles furchtbar, wenig später folgen andere Untersuchungen, die das genaue Gegenteil verheißen, wer weiß schon, was zutrifft, was nicht? Tagelang schauten wir nun gebannt auf Kurven, die anzeigen sollten, wie sich die Krankheit entwickelt, unter 10 Prozent sollte der Zuwachs der Infizierten liegen, das wären dann gute Nachrichten. Gestern war davon keine Rede mehr, statt den guten Nachrichten kamen schlechte und plötzlich gilt der „Replikationsfaktor“ als die entscheidende Größe. Er sagt aus, wie viele Menschen ein Covid-19-Positiver ansteckt? Unter 1 sollte der Wert liegen, okay kümmern wir uns halt ab jetzt um diesen Kerl. Replikator, das klingt wie eine Figur aus "Jurassic Park".

Keiner will schuld daran sein, zu lasch gehandelt zu haben, aber was genau passiert in diesen Tagen mit uns wird man wohl erst wissen, wenn man durch ist durch das Unwetter, hoffentlich dauert es nicht zu lange. Für Eltern ist das eine schwere Prüfung im Moment. Der Coronator versetzte ihnen gestern einen schweren Schlag in die Magengrube. Er kündigte an, dass Geschäfte am schnellsten, Schulen eher später aufgesperrt würden, denn sie seien „volkswirtschaftlich nicht relevant“. 

Die volkswirtschaftlich Irrelevanten sitzen momentan daheim vor volkswirtschaftlich irrelevanten Hausaufgaben, die ihnen volkswirtschaftlich irrelevante Lehrer übermittelt haben und werden dabei betüddelt von ihren volkswirtschaftlich irrelevanten Müttern. Ja, es sind in der Regel Mütter, die zum Handkuss kommen, das sollte man klar benennen. In der Krise ist das Biedermeier blitzartig zurück, so schnell kann man gar nicht schauen. Und die gemeinsame Aussicht all der volkswirtschaftlich Irrelevanten, diese Familienaufstellung nun bis zum 1. September durchhalten zu müssen, ist keine, die in die Kategorie prickelnd fällt. Man kann es auch direkter sagen: Das Burgtheater hat zu, die Tragödien spielen sich jetzt in den österreichischen Familien ab. Es sind vielfach keine von Zwiebeln induzierten Tränen, die zu Boden fallen.

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