Austria

Die Masern sind weltweit wieder auf dem Vormarsch

Weiterer Masernfall in Kärnten

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Nach aktuellen Schätzungen der WHO gab es 2018 rund 16.000 Todesopfer mehr als im Vorjahr. Grund: zu niedrige Impfraten.

von Wolfgang Unterhuber

Die Zahl der Todesopfer durch Masern ist wieder gestiegen. Nach Schätzungen der WHO starben im vergangenen Jahr mehr als 142.000 Menschen an der hochansteckenden Krankheit, die meisten von ihnen Kinder unter fünf Jahren. Das waren insgesamt 16.000 Todesopfer mehr als 2017.

Zwar ist die Zahl der Toten im Langzeitvergleich deutlich gesunken - noch im Jahr 2000 erlagen der Krankheit laut WHO-Schätzungen 536.000 Menschen. Doch angesichts der jüngsten Entwicklungen warnen die Experten vor einer weiteren Ausbreitung.

Geschätzt fast zehn Millionen Masernfälle

Ähnlich wie die Todeszahlen veränderten sich zuletzt auch die geschätzten Infektionen, die nach einem drastischen Rückgang ebenfalls wieder angestiegen sind. Nach WHO-Schätzungen gab es 2018 knapp 9,8 Millionen Masernfälle, im Jahr davor fast 7,6 Millionen.

Da in vielen Ländern keine Meldepflicht besteht, wird den Experten zufolge nur ein Bruchteil der Masernfälle bekannt. Offiziell gemeldet worden seien 2018 etwa 353.000 Masern-Erkrankungen - in diesem Jahr seien es bis Mitte November schon mehr als 440.000.

Zu niedrige Impfrate

Ein Grund für die Ausbreitung ist laut der WHO eine zu niedrige Impfrate in einigen Bevölkerungsgruppen oder Regionen. Die Organisation schätzt, dass 2018 weltweit 86 Prozent der Kinder eine erste Impfung erhielten, nur rund 70 Prozent dann aber die empfohlene zweite Dosis. Nach WHO-Angaben ist eine Impfrate von 95 Prozent mit zwei Dosen in jedem Land nötig, um die Bevölkerung vor der Krankheit zu schützen.

Kongo und Ukraine im Fokus

Für 2019 wurden bis Mitte November die weitaus meisten Ansteckungen aus dem Kongo gemeldet. Die Behörden gehen davon aus, dass allein in dem Land mehr als 5000 Menschen an Masern gestorben sind - weit mehr, als dort seit Sommer 2018 durch Ebola ums Leben kamen.

In Europa kam es in der Ukraine zu einem großen Ausbruch mit fast 57.000 gemeldeten Fällen. Auch in Liberia, Madagaskar und Somalia gibt es große Probleme mit den Masern. Auf diese fünf Staaten entfällt letztlich fast die Hälfte aller gemeldeten Fälle. Aber auch in den USA, die bereits als masernfrei galten, ist die Tendenz wieder steigend - das Land verzeichnete so viele Fälle wie seit 25 Jahren nicht mehr.

Die Masernsymptome

Zu den Masernsymptomen zählen ein Ausschlag der Mundschleimhaut und die charakteristischen bräunlich-rosafarbenen Hautflecken. Die Infektion schwächt vorübergehend das Immunsystem, so dass es leichter zu Mittelohrentzündung, Bronchitis, Lungenentzündung oder Durchfall kommt. Eine besonders gefürchtete Folge sind bestimmte Hirnentzündungen, die tödlich enden können.