Hans Blumenberg – der Thomas Pynchon der neueren deutschen Philosophie? Mit seiner Emeritierung 1985 wurde Blumenberg, der da schon länger einen ungewöhnlichen Lebensrhythmus gepflegt hatte – am späten Nachmittag zog er sich in sein Arbeitszimmer zurück, las, schrieb und diktierte die Nacht hindurch bis in den frühen Morgen, schlief bis mittags, gab eine Vorlesung –, endgültig nur noch Wort, zog sich in Denkzimmer und Bibliothek zurück. Dieser randständige Riese der deutschsprachigen Philosophie des 20. Jahrhunderts war denkbesessen. Er schrieb dermaßen viel, dass die allerletzte Edition aus seinem Nachlass erst vor einigen Monaten erschien, also 24 Jahre nach seinem Tod am 28. März 1996.