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Die Fußballwelt trauert: Diego Maradona ist tot

Mit Jahrhunderttor und „Hand Gottes“ schrieb Diego Maradona Fußballgeschichte, abseits des Platzes lebte er intensiv und exzessiv. Nun ist er mit 60 Jahren an einem Herzinfarkt gestorben.

Der Fußball hat einen seiner Größten verloren. Diego Armando Maradona ist am Mittwoch im Alter von 60 Jahren an einem Herzinfarkt gestorben, wie sein Anwalt bestätigte. "Der argentinische Fußballverband und sein Präsident Claudio Tapia spüren tiefen Schmerz über den Tod unserer Legende, Diego Armando Maradona. Du wirst immer in unseren Herzen sein", twitterte der Verband. Die argentinische Regierung ordnete eine dreitägige Staatstrauer an.

Medienberichten zufolge starb Maradona in seinem Haus in Tigre nördlich von Buenos Aires an einem Herzinfarkt. Herbeigerufene Sanitäter konnten ihn demnach nicht wiederbeleben.

Zuletzt war Maradona wegen einer Gehirnblutung in einem Krankenhaus nahe der argentinischen Hauptstadt operiert worden und hatte dann einige Tage in der Klinik verbracht. Bereits an seinem 60. Geburtstag am 30. Oktober hatte er einen angeschlagenen Eindruck gemacht. Vor dem ersten Spiel seines Vereins Gimnasia y Esgrima La Plata nach der Corona-Pause kam er zwar kurz ins Stadion, um Glückwünsche und Geschenke entgegenzunehmen. Allerdings musste er von zwei Begleitern beim Gehen gestützt werden. Die Partie selbst verfolgte Maradona auf Anraten seines Arztes von zu Hause aus.

Diego Maradona mit seinem Arzt nach der OP Anfang November
Diego Maradona mit seinem Arzt nach der OP Anfang November APA/AFP/Diego Maradona press off

„Ich will einfach nur Maradona sein“ 

Die Legende Maradona begann in der Siedlung Villa Fiorito am Rande von Buenos Aires, wo "El Pibe de Oro" (der Goldjunge) früh vom Erstligisten Argentinos Juniors entdeckt wurde. Als zwölf Jahre alter Ballbub sollte er den Zuschauern mit seinen Kabinettstückchen während der Halbzeitpausen schon mehr Unterhaltung als die erste Mannschaft geboten haben. Im Alter von 15 Jahren gab er sein Debüt in der ersten Liga, mit 16 war er Nationalspieler, mit 17 Torschützenkönig und als 19-Jähriger erstmals Südamerikas Fußballer des Jahres.

Ob er der neue Pele ist, wollten argentinische Reporter damals von ihm wissen. "Ich bin Maradona, kein neuer Irgendwas. Ich will einfach nur Maradona sein", antwortete der junge "Diegito". Und das ist ihm ohne Zweifel gelungen: dass sein Lebensweg unvergleichlich ist. 1982 wechselte Maradona für eine Rekordablösesumme zum FC Barcelona, zum Halbgott stieg er aber erst zwei Jahre später auf. Für eine weitere Rekordablöse ging es weiter zum SSC Napoli, also nicht zu den großen Klubs im Norden Italiens, sondern zum verspotteten Fast-Absteiger in den verachteten Süden. "Kloake Italiens", tönten Juve- oder Milan-Fans beim direkten Duell.

Hier begann die Verwandlung. Maradona stieg höher und höher, 1987 und 1990 führte er Napoli zu den bis heute einzigen Meisterschaften der Vereinsgeschichte. Schon bei seiner Begrüßung hatten mehr als 70.000 Fans ihn im Stadio San Paolo empfangen, später lungerten die Menschen immer wieder vor seiner Haustür herum. Einmal soll eine Krankenschwester eine Blutprobe von ihm gestohlen und in die Kirche gebracht haben. Die Neapolitaner verehren ihn bis heute wie einen Heiligen. Maradona kam mit dem Hype klar, so lange er Fußball spielte, auf dem Rasen wurde er besser und besser.

"Auf dem Platz wird das Leben unwichtig. Die Probleme, all das wird unwichtig", sagte er in der Amazon-Dokumentation "Diego Maradona". Argentinien führte er 1986 zum WM-Titel, unvergessen sind die "Hand Gottes", mit der er bei der WM 1986 gegen England getroffen hatte, oder sein Jahrhunderttor nach einem unfassbaren Dribbling im selben Spiel.

1989 gewann er mit Napoli auch noch den UEFA-Cup. Allerdings wurde er auch abseits des Platzes genauso unkontrollierbar wie für seine Gegenspieler. Er verfiel dem Kokain ("Eine Line - und ich fühlte mich wie Superman"), zog zum Teil von Sonntagabend bis Mittwoch um die Häuser, um danach bis zum nächsten Spiel am Wochenende wieder alles auszuschwitzen. Seine Nationalmannschaftskarriere endete ruhmlos bei der WM 1994 wegen einer zweiten, monatelangen Doping-Sperre durch die FIFA.

Die "Hand Gottes"
Die "Hand Gottes" GEPA pictures/ Panoramic

Ein intensives, exzessives Leben

Immer wieder hatte Argentiniens Fußball-Held mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen. "Diego hatte ein Leben wie ein Traum. Und wie ein Alptraum", sagte sein langjähriger Fitnesstrainer Fernando Signorini. 2000 diagnostizierten Ärzte ein Herzleiden, verursacht durch Kokainkonsum. Es folgten unter anderem Entziehungskuren und eine Magenverkleinerung.

Unvergessen sind die Jahre später erschienenen Bilder vom kugelrunden Maradona mit blondiertem Haar. Er scheiterte als TV-Moderator und argentinischer Nationalcoach, verbrachte Wochen in Krankenhäusern, ließ sich den Magen verkleinern und schrammte mehrmals knapp am Tod vorbei. Nun hat sich Diego Maradona von dieser Welt verabschiedet.

Reaktionen

Pele (Fußball-Idol Brasiliens): "Eine traurige Nachricht, so einen Freund zu verlieren. Möge Gott seiner Familie genug Kraft geben. Eines Tages werden wir sicher im Himmel gemeinsam kicken."

Herbert Prohaska (Österreichs Jahrhundert-Fußballer im ORF): "Zu meiner Zeit hat Neapel gegen den Abstieg gespielt, mit Maradona wurde Neapel dann zweimal Meister. Und Argentinien hat er zum Weltmeister gemacht, ein unglaublicher Spieler. Du hast ihn als Gegenspieler nur bewundert. Er war ein Spieler, der alles konnte, ein Genie."

Gary Lineker (Ex-Stürmer aus England): "Mit Abstand der beste Spieler meiner Generation und wohl der größte aller Zeiten. Nach einem gesegneten, aber problembelasteten Leben wird er hoffentlich Trost in den Händen Gottes finden. #RipDiego."

(red/APA/dpa)

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