Austria

Deutschland und Österreich kommen (langsam) in Fahrt

Die Industrie kriecht aus der Krise. Neuaufträge sind noch Mangelware, aber die Stimmung ist wieder positiv.

Der Tiefpunkt liegt hinter uns. Damit ist das Beste, was die beiden Industrienationen Österreich und Deutschland über ihre aktuelle Situation berichten konnten, allerdings auch schon wieder gesagt. Nach dem weitgehenden Stillstand im April haben die Betriebe die Produktionsbänder ab Mai wieder angeworfen. In Deutschland stieg die Industrieproduktion nach Zahlen des Statistischen Bundesamtes um 10,3 Prozent gegenüber April stark an. Angesichts des abrupten Einschnitts seien die Zahlen aber enttäuschend, kommentieren Ökonomen. „In normalen Zeiten sind das gewaltige Anstiege, nach dem Lockdown aber nur magere“, sagt etwa Dekabank-Experte Andreas Scheuerle. In Österreich ist die Lage ganz ähnlich: Zwar stieg die Produktionsleistung auch hier in den vergangenen Wochen steil an. Dennoch liege man aktuell bei minus acht Prozent gegenüber dem Vorjahr, so Christian Helmenstein, Chefökonom der Industriellenvereinigung (IV): „Das ist immer noch ein Schock.“

Deutlich optimistischer als zuletzt zeigen sich die Firmenchefs in den beiden Ländern. Laut einer Umfrage des deutschen Ifo-Instituts wollen die Industriebetriebe in den kommenden drei Monaten wieder mehr produzieren. Die Stimmung der Unternehmen verbesserte sich so stark wie kaum zuvor seit der Wiedervereinigung. Auch die aktuelle Konjunkturumfrage der IV zeigt ein ähnliches Bild: Demnach rechnen die heimischen Unternehmen wieder mit einer deutlich besseren Geschäftslage in den kommenden sechs Monaten. Dennoch prophezeit Helmenstein dem Land einen „schwierigen und lang anhaltenden Aufstieg“, was sich ebenfalls an den Erwartungen der heimischen Unternehmer ablesen lasse. So rutschte die Stimmung nur knapp in den positiven Bereich. Die Auftragsbestände sinken, eine Normalauslastung der Fabriken ist außer Reichweite. Euphorie und rasche Erholung sehen anders aus.

„Eklatantes Ost-West-Gefälle“

Besonders auffällig sei das „eklatante Ost-West-Gefälle“, ergänzte IV-Generalsekretär Christoph Neumayer. Während die Betriebe in den Urlaubs-Bundesländern im Westen große Einbußen hinnehmen mussten, gehe es den Regionen rund um die Industrie-Cluster in Oberösterreich und der Steiermark deutlich besser. Einzelne Sektoren, wie etwa die Pharma-, Kunststoff- oder die Logistikbranche kämen bisher relativ ungeschoren durch die Krise. In Summe erwarte die Industrie in Österreich aber ein coronabedingtes Minus von fünf Milliarden Euro im heurigen Jahr. Die gesamte Wirtschaftsleistung wird nach Schätzung der IV um 7,6 Prozent schrumpfen.

Die meisten Unternehmen schrecken daher noch vor größeren Investitionen zurück und kündigten in der Umfrage auch an, weiter Personal abbauen zu wollen. Gleichzeitig war immer noch jeder 25. Industriebetrieb auf der Suche nach geeigneten Mitarbeitern. Besser könne man nicht untermauern, wie sehr der Fachkräftemangel die Wachstumschancen bisher schon gehemmt habe, so Helmenstein.

Kurzarbeit verlängern

Eine mögliche Lösung sieht die Industriellenvereinigung in der Verlängerung der Kurzarbeit ab Herbst um ein bis zwei Jahre. Und zwar am besten in einer Kombination mit einer Umschulungsoffensive für all jene Mitarbeiter, bei denen absehbar ist, dass sie aus der Kurzarbeit nicht wieder in ihre Branche werden zurückkehren können.
Die angekündigte Investitionsprämie müsse möglichst rasch umgesetzt werden, forderte der IV-Generalsekretär. Und auch die im Regierungsprogramm geplante Senkung der Körperschaftssteuer solle nach seiner Ansicht vorgezogen werden, um die Investitionsbereitschaft der Unternehmen zu verbessern.

Entscheidend für den wirtschaftlichen Aufschwung sei nicht zuletzt die Konsumlaune der privaten Haushalte. Hier habe es mit der rückwirkenden Reduktion der Einkommensteuer und dem Familienbonus bereits konkrete finanzielle Anreize gegeben, so Neumayer. Nun gehe es nicht mehr darum, weiter Geld zu verteilen, sondern den Menschen ausreichend Sicherheit zu vermitteln, damit diese ihr zusätzliches Einkommen auch in den Geschäften ausgeben. Die Sparquote der privaten Haushalte dürfte heuer von rund sieben Prozent auf 13 Prozent ansteigen.

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