Austria

Deutsche Marine tötet bei Spreng-Manöver 18 Wale

Deutsche Bundeswehr sprengt in Schutzgebiet 39 Minen. Zumindest 18 Schweinswale sterben. Besonders tragisch: Walart ist vom Aussterben bedroht.

Die Deutsche Marine sprengte im Spätsommer diesen Jahres in dem Meeresschutzgebiet Fehmarnbelt (Ostsee) 39 Minen. Dabei tötete die Militär-Organisation laut "Peta" und der "Tagesschau" zumindest 18 Schweinswale. Tierschutz- und Meeresschutzorganisationen kritisieren das Spreng-Manöver; appellieren an Natur- und Artenschutz.

Denn:Schweinswale sind vom Aussterben bedroht und streng geschützt. Die Sprengungen der Marine fanden genau in der Paarungszeit der bedrohten Wale statt. Mi9t verheerenden Folgen für ihre Fortpflanzung.

"Viele Schweinswale und andere Tiere wurden durch die Minensprengung getötet, verstümmelt oder verletzt und verloren ihre Heimat."

, kritisiert Peta.

Die Deutsche Marine sprengte während des Manövers 39 Minen aus dem Ersten Weltkrieg. Eine Mine habe einen rund "fünf Meter breiten und 1,5 Meter tiefen Krater gerissen und rundherum alles marine Leben zerstört.", wie die Deutsche Bundesregierung auf Anfrage der Grünen mitteilte.

Peta kritisiert, dass „die Verantwortlichen sich nicht einmal die Mühe gemacht haben, Vorkehrungen zu treffen, um das Ausmaß der Verwüstung zu reduzieren." Zudem fanden die Sprengungen ausgerechnet während der Paarungszeit der Schweinswale statt, sodass die Fortpflanzung der ohnehin schon bedrohten Tiere massiv gestört wurde", kritisiert Meeresbiologin Dr. Tanja Breining von Peta.

Wir müssen Wale vor militärischen Aktivitäten schützen!"

", fordert Nicolas Entrup, Leiter des OceanCare-Programms zur Reduktion des Unterwasserlärms.

"Militärische Aktivitäten gehören neben der Ölindustrie und der Schifffahrt zu den größten Lärmverursachern in den Weltmeeren", informiert Entrup. Neben Detonationen und Sprengungen gehören vor allem aktive Sonarsysteme im Nieder- und Mittelfrequenzbereich für das Aufspüren von U-Booten zu den intensivsten, lautesten und für Meerestiere gefährlichsten Lärmquellen.", informiert Ocean Care. Auch die Situation im Mittelmeer sei für Meerestiere fatal. In den letzten Jahren werden immer mehr tote Wale oder Delfine an Stränge geschwemmt.

Die Unterwasser-Sprengungen der deutschen Marine werfen die Frage auf, "ob militärische Aktivitäten immer über Arten- und Umweltschutz stehen"?, so Nicoals Entrup. EU- wie weltweit gäbe es zwar strenge Meeres- und Artenschutzgesetze. Doch Ausnahmeregelungen, die militärischen Aktionen den Vorrang geben, hebeln diese in der EU meist aus. Meeres- und Tierschützern seien in solchen Fällen juristisch die Hände gebunden.

Die Tierrechtsorganisation Peta kritisiert: "dass die Marine im Areal eines der drei wichtigsten deutschen Schweinswalgebiete keine alternativen Methoden – etwa Unterwasserroboter – für die Beseitigung der 39 Seeminen aus dem Ersten Weltkrieg eingesetzt hat." und fordert "echte Meeresschutzgebiete".

Peta hat "wegen Verdachts des mehrfachen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz und das Bundesnaturschutzgesetz" bei der Staatsanwaltschaft Kiel Anzeige gegen die Deutsche Marine "und alle Verantwortlichen" erstattet, die die Minensprengung angeordnet haben.

„Es kann nicht sein, dass in angeblichen Meeresschutzgebieten mutwillig Riffe zerstört und der Tod zahlreicher Meeresbewohner durch Sprengungen in Kauf genommen werden...Dass die Bundesregierung einen solchen Umgang mit den Meeren und seinen Bewohnern zulässt, ist verantwortungslos – wir brauchen endlich echte Meeresschutzgebiete", so Meeresbiologin Dr. Tanja Breining, PETAs Fachreferentin für Fische und Meerestiere.