Austria

Der Machtkampf im Skiverband wird immer grotesker

Die erste Sitzung des Wahlausschusses des ÖSV, der die Nachfolge von Langzeit-Präsident Peter Schröcksnadel regeln soll, ging gestern im Hubertushof bei Salzburg in die Verlängerung. Bei Redaktionsschluss dieser Ausgabe gab es noch keine definitive Entscheidung, nur die Fortsetzung einer Groteske.

Vor der gestrigen Sitzung hatten die meisten Vertreter der Landesverbände darauf gedrängt, Michael Walchhofer und Renate Götschl einzuladen. "Durch‘s Reden kommen die Leut‘ z‘am", war wohl die Devise. Die "Wahlmänner" von Walchhofer hatten sich freilich erhofft, dass bei so einem Hearing im Parallel-Modus ihr Wunschkandidat die bessere Figur machen werde. Hermann Gruber (76), Präsident des Wiener Skiverbandes, Wahlausschuss-Leiter und als ehemaliger Gösser- und NÖM-Manager ein Sponsor-Partner Schröcksnadels, ließ sich jedoch bei der Einladung der beiden Nachfolge-Kandidaten viel Zeit.

Erst gestern Früh soll es eine Telefonat mit Walchhofer gegeben haben, Götschl erwischte er später auf einer Alm, wo der Handy-Empfang schlecht gewesen sei. Soviel, dass die Steirerin aus privaten Gründen am Nachmittag nicht nach Salzburg fahren könne, war aber zu verstehen.

Walchhofer ließ sich doch noch überreden, im Hubertushof einzuchecken. Am Abend stieß dann überraschend Götschl doch noch dazu. Das schaute eher patschert als professionell aus.

Parallel zur Sitzung wurde bekannt, das Schröcksnadel seinem Nachfolger noch ein "Ei" ins Nest gelegt hat. Philipp Trattner, früher die rechte Hand von Sportminister H. C. Strache und gleichzeitig ein Tiroler, mit dem Schröcksnadel immer gut konnte, soll der Job des Geschäftsführers der neuen Ski-Holding angeboten worden sein, die zukünftig das ÖSV-Budget verwalten wird. Trattner soll ein eigenes ÖSV-Büro in Wien bekommen. Ob ein neuer ÖSV-Präsident so eine mit viel Macht ausgestattete "Nebenregierung" zulassen wird?

Aufregung nach Rücktritt

Überlagert wurde die gestrige Sitzung vom überraschenden Rücktritt des oberösterreichischen Ski-Präsidenten Fritz Niederndorfer.

Auch wenn "persönliche Gründe" als offizielle Erklärung für den Schritt des 55-Jährigen veröffentlicht wurden, war es allgemein bekannt, dass Interventionen aus dem Umfeld von Schröcksnadel Niederndorfer veranlasst haben, das Handtuch zu werfen.

Vor der Ausschusssitzung wurden einige Solidaritätsbekundungen öffentlich. Sie sei "zutiefst schockiert, mit welcher Skrupellosigkeit Menschen behandelt werden, welche Mittel eingesetzt und welche Hebel betätigt werden", sagt Kärntens Verbandspräsidentin Claudia Strobl laut "Falter".

Niederösterreichs Verbands-Vize Christian Reiter rief die Kollegen aus den anderen Landesverbänden dazu auf, "Rückgrat und Charakter zu zeigen und sich aus dem Einfluss einer derartigen Führungsperson zu befreien". Wer die gemeinte "Führungsperson" ist, war jedem klar, auch wenn Peter Schröcksnadel den Statuten gemäß nicht an der Wahlausschuss-Sitzung im Hubertushof teilgenommen hat. Körperlich. (chz)

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