Austria

Delivery Hero will in Corona-Krise weiter wachsen

Der Essenslieferdienst will weitere Märkte erschließen. Der Umsatz verdoppelt sich im dritten Quartal.

Der Essenslieferdienst Delivery Hero will die Corona-Krise für weiteres Wachstum nutzen. "Wir expandieren in allen Bereichen", kündigte Firmenchef Niklas Östberg am Mittwoch im Gespräch mit Reuters an. Es würden weitere Märkte erschlossen, neue Produkte eingeführt und es werde "Ausschau nach Zukäufen" gehalten. Im dritten Quartal verdoppelte das in mehr als 40 Ländern aktive Unternehmen seinen Umsatz auf 776 Millionen Euro. Von Juli bis September wurden über die Plattform mehr als 360 Millionen Bestellungen abgewickelt. Wegen der Ausgangsbeschränkungen und Hygieneregeln bestellen viele Menschen weltweit ihre Mahlzeiten online bei Restaurants und lassen sie sich nach Hause liefern.

An der Börse kam dies gut an. Als einziger Dax-Wert legte das Papier zu - am Vormittag um gut fünf Prozent. Delivery Hero - das sein Deutschland-Geschäft ("Lieferando") an den Konkurrenten JustEatTakeaway.com verkauft hat - ist seit August im deutschen Leitindex notiert.

Delivery Hero konkretisiert Ausblick

Auch weitere Ausgangsbeschränkungen dürften dem in Berlin ansässigen Essenslieferdienst zunächst nichts anhaben. Dadurch könnten die Bestellungen nochmal anziehen, sagte Östberg. Aber es sei kein Anlass zur Freude: "Überleben die Restaurants am Ende nicht, ist das auch nicht gut für uns." Seit einiger Zeit kann bei Delivery Hero nicht mehr nur Essen geordert werden, sondern auch andere Produkte des täglichen Bedarfs oder Elektronikwaren. Dafür baut das Unternehmen seine sogenannten Dmarts aus - eigene Lagerhäuser, von denen aus die Waren innerhalb kürzester Zeit an Kunden geliefert werden. Lange Zeit war dies nur außerhalb Europas möglich, jetzt kam Schweden dazu.

Nach dem dritten Quartal, in dem das Unternehmen unter anderem in den japanischen Markt einstieg und InstaShop sowie das Geschäft von Glovo in Lateinamerika übernahm, konkretisierte Delivery Hero nun auch den Ausblick. Im Gesamtjahr wird nun mit einem Umsatz zwischen 2,7 und 2,8 Milliarden Euro gerechnet statt der bisher in Aussicht gestellten 2,6 bis 2,8 Milliarden Euro. Auch in den nächsten Monaten soll es in dem Tempo weitergehen. Ziel sei es, das Geschäft auf weitere "kleine" Länder auszudehnen, sagte Östberg.

Dabei schaue man nach Lateinamerika und den Nahen Osten sowie Nordafrika. Auch weitere Akquisitionen hat Östberg im Visier, vornehmlich, um "bestimmte Fähigkeiten einzukaufen". Der Expansionskurs hält Delivery Hero seit Jahren in den roten Zahlen. Wie stark die jüngsten Investitionen das Ergebnis belasteten, ist nicht klar. Das wird das Unternehmen erst im vierten Quartal veröffentlichen

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